Echter Schwarzkümmel

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Echter Schwarzkümmel
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa)

Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Delphinieae
Gattung: Schwarzkümmel (Nigella)
Art: Echter Schwarzkümmel
Wissenschaftlicher Name
Nigella sativa
L.

Der Echte Schwarzkümmel (Nigella sativa), oft nur Schwarzkümmel genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Er ist weder mit Kümmel noch mit Kreuzkümmel verwandt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blüten des Echten Schwarzkümmels
Blüte von der Seite
Nigella sativa, Früchte und Samen

Der Echte Schwarzkümmel wächst als schlanke bis gedrungene einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 50 cm. Die oberirdischen Pflanzenteile sind locker behaart, manchmal mit drüsigen Trichomen. Der aufrechte und einfache oder verzweigte Stängel ist im oberen Bereich gestreift. Die gefiederten Laubblätter besitzen 0,8 bis 2 mm breite Blattabschnitte mit spitzen oberen Enden.

Die einzeln stehende Blüte ist nicht von Hüllblättern umgeben. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die fünf freien, kronblattartigen, weißlichen bis hellblauen Blütenhüllblätter sind eiförmig mit mehr oder weniger stumpfen Enden und fallen früh ab. Die zehn Honigblätter sind zweilappig und besitzen ein kurzes, dickes, pfriemlich-kopfiges Anhängsel. Es sind viele Staubblätter vorhanden.

Die Balgfrüchte sind auf ihrer ganzen Länge geschlossen, aufgeblasen und warzig. Die dreikantigen Samen sind runzelig.

Die Chromosomenzahl beträgt meist 2n = 12, seltener 24, 36, 48, 60 oder 96.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Heimat des Echten Schwarzkümmels ist in Westasien der Irak und die Türkei.[2] Er gedeiht auch in Südeuropa, Indien und Nordafrika.

Samen des Echten Schwarzkümmels

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit mehr als 2.000 Jahren wird Schwarzkümmel im Orient als pfefferartiges Gewürz und Medizin verwendet. Geschmacklich erinnert Schwarzkümmel leicht an Sesam mit einer leichten Kreuzkümmelnote. Auch heute noch streut man die schwarzen Samen, die im asiatischen Raum auch als "black onion seed" ("schwarzer Zwiebelsamen") bezeichnet werden, ähnlich wie Sesam auf Fladenbrot. Im deutschen Handel ist er oft unter der Panjabi-Bezeichnung Kalonji erhältlich.

Schwarzkümmelöl und -tee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reines Schwarzkümmelöl wird in der Naturheilkunde bei Allergien, Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte), zur Regulierung des Immunsystems, gegen Asthma, in Begleitung von Chemotherapien zur Milderung der Nebenwirkungen, bei Verdauungsproblemen, Bluthochdruck sowie in der Tiermedizin verwendet, unter anderem auch, um Zecken abzuschrecken[3]. In der indischen Heilkunde gilt es als bevorzugtes Mittel zur Linderung von Schwangerschaftsbeschwerden.

Seit 2010 versucht Nestlé, ein Patent auf die Verwendung von Nigella sativa als natürliches Behandlungsmittel gegen Lebensmittelallergien anzumelden.[4][5]

Alleine PubMed verzeichnete (Stand: Januar 2015) 651 Artikel und Studien zur medizinischen Nutzung der Pflanze und ihrer Bestandteile[6]. Viele dieser Studien belegen eine Wirksamkeit verschiedener Bestandteile, zum Beispiel gegen spezielle Krebsarten. Auch wird bei Autoimmunerkrankungen eine positive Wirkung angenommen. Bislang ist jedoch die Wirkungsweise nicht ausreichend verstanden.[7] Aus diesem Grund ist die Heilwirkung der Schwarzkümmelprodukte nach wie vor umstritten. Zu beachten ist zudem, dass Studien mit einzelnen Bestandteilen in der Regel wesentlich höhere Konzentrationen verwenden, als durch die Aufnahme von Schwarzkümmel oder dessen Öl erreicht werden. Außerdem ist die Wirkung des aus einer Fülle von Substanzen bestehenden natürlichen Schwarzkümmels eine andere als die der einzelnen, reinen Wirkstoffe.

Mögliche Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der starken Konzentrierung des Öls können ggf. kleinere Magenbeschwerden auftreten, bei Überdosierung kann es zur Reizung der Magenschleimhäute kommen.[8]

Volksnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Echte Schwarzkümmel (Nigella sativa) wurde wegen seiner radförmigen Blüten mit dem Volksnamen Katharinenblume belegt. Diese Blüte erinnert an das Marterrad der Heiligen Katharina.[9]

Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Schwarzkümmel heilt jede Krankheit außer den Tod“[10]

Dieser Spruch Mohammeds (570–632 n. Chr.) im Hadith (Buchari) verhalf dem Schwarzkümmel in der gesamten islamischen Welt in den vergangenen Jahrhunderten zu großer Popularität.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung des Namens Nigella sativa erfolgte 1753 in Carl von Linnés Species Plantarum, 1, S. 534.[11][1][2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Riedl, Yasin J. Nasir: Nigella sativa. in der Flora of Pakistan.
  • Karola Berger: Gesund und schön mit Schwarzkümmel. Urania Verlag, Berlin 1998, ISBN 978-3-332-00660-5.
  • Hermann Ehmann: Schwarzkümmel. 4. Aufl. Lebensbaum Verlag, 2000, ISBN 978-3-928430-10-4.
  • Alan Formann, Stephan Niederwieser: Heilen mit Schwarzkümmel. Goldmann, München 1998, ISBN 978-3-442-16122-5.
  • Jörg Linditsch: ABC des Schwarzkümmels. Heilanwendungen. Verlag Peter Erd, München 1997, ISBN 978-3-8138-0451-5.
  • Josef Neumayer: Schwarzkümmel. Ehrenwirth Verlag, Bergisch 1999, ISBN 978-3-431-03551-3.
  • Diab Refai, Sylvia Luetjohann: Schwarzkümmelöle. Die Medizin der Propheten. Kraftvolle Helfer für Gesundheit und Schönheit. Windpferd, Aitrang 1997, ISBN 978-3-893-85226-0.
  • Peter Schleicher, Mohammed Saleh, Hans Wagner: Natürlich heilen mit Schwarzkümmel. Südwest-Verlag 2001, ISBN 978-3-517-08137-3.
  • Peter Schleicher, Lutz Bannasch: Allergiebehandlung mit immunologisch wirksamem Pflanzensamenöl (Schwarzkümmelöl). In: Notabene medici: Journal für die Ärztin und den Arzt. 24, notamed Verlag, Bad Homburg/Melsungen 1994.
  • Anne Simons: Das Schwarzkümmel Praxisbuch. Allergien, Abwehrschwäche und Infektionen natürlich vorbeugen. Scherz Verlag, München 1997, ISBN 978-3-502-19673-0.
  • Zora Felicia Storm-Kull: Gesund und Fit durch Schwarzkümmel. Pabel/Moewig, Rastatt 1998, ISBN 978-3-8118-6762-8.
  • Günter A. Ulmer: Bio-Regulatoren. Schwarzkümmelöl, Hagebuttenöl. Tuninge 2000, ISBN 978-3-932346-19-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nigella sativa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. a b Nigella sativa im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. Ergebnis bei Jugend forscht, abgerufen am 24. August 2017
  4. Patent WO2010133574: Opioid receptors stimulating compounds (thymoquinone, nigella sativa) and food allergy. Veröffentlicht am 25. November 2010, Erfinder: Sophie Nutten, David Philippe, Annick Mercenier, Swantje Duncker.
  5. Edward Hammond: Food giant Nestlé claims to have invented stomach soothing use of habbat al-barakah (Nigella sativa). TWN Third World Network Briefing Paper 5, New Delhi, abgerufen am 3. November 2013 (PDF; 183 kB).
  6. PubMed. PubMed - Abgerufen am 9. Januar 2015.
  7. M. I. Alhazmi, T. N. Hasan, G. Shafi, A. H. Al-Assaf, M. A. Alfawaz, A. A. Alshatwi: Roles of p53 and caspases in induction of apoptosis in MCF- 7 breast cancer cells treated with a methanolic extract of Nigella sativa seeds. In: Asian Pacific journal of cancer prevention : APJCP. Band 15, Nummer 22, 2014, S. 9655–9660, PMID 25520084.
  8. http://www.t-online.de/ratgeber/gesundheit/heilmittel/id_68620012/schwarzkuemmeloel-wirkung-nebenwirkungen-der-heilpflanze.html
  9. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961, Eintrag „Katharinenblume“
  10. alim.org.
  11. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien