Echter Speik

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Echter Speik
Echter Speik (Valeriana celtica)

Echter Speik (Valeriana celtica)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Baldriangewächse (Valerianoideae)
Gattung: Baldriane (Valeriana)
Art: Echter Speik
Wissenschaftlicher Name
Valeriana celtica
L.

Der Echte Speik (Valeriana celtica) ist eine Art in der Gattung der Baldriane (Valeriana).

Der Name Speik geht auf die alte Benennung der Pflanze, „spica celtica“ (lat. spica = Ähre, celtica = keltisch) zurück.

Es gibt auch weitere Pflanzen, die als Speik bezeichnet werden.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Echte Speik ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimeter erreicht und einen intensiven Baldriangeruch verbreitet.

Am kahlen, aufrechten Stängel befinden sich ein bis zwei Blattpaare, welche dunkelgrün glänzend sind. Die ganzrandigen Grundblätter sind schmal lanzettlich. Die Stängelblätter kleiner und fast linealisch.

Die Blüten stehen in kleinen, wenigblütigen Trugdolden, die insgesamt eine walzenförmige Traube bilden. Die Blütenkrone wird zwei bis drei Millimeter lang und ist selbst eher gelblich bzw. manchmal rotbraun überlaufen.

Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flora alpina (Aeschimann 2004) nennt zwei Unterarten: Valeriana celtica subsp. celtica (Keltischer Baldrian oder Echter Speik), ein Endemit der grajischen und penninischen Alpen, sowie Valeriana celtica subsp. norica (Norischer Baldrian oder Norischer Speik), der ausschließlich in den Ostalpen auf kalkfreien Böden in Höhenlagen von 1800 bis 3300 m wächst.

Verwendung / Kulturelles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurzeln dieser Art enthalten besonders viel an ätherischem Baldrianöl. Die geschützte Pflanze wurde früher massenhaft ausgegraben und vor allem in den Orient exportiert. Heute ist dies besonders lizenzierten Bergbauern vorbehalten. Sogar ein eigenes Grabwerkzeug existiert dafür, das so genannte Speikkramperl.

Die Speikböden – Alpenwiesen, auf denen die Pflanze zahlreich auftrat – wurden regelrecht bewirtschaftet, wobei man auf eine ausgiebige Nutzung jahrelange Schonzeiten folgen ließ, damit der Bestand sich wieder erholen konnte. Speikgräber war ein eigenes Gewerbe, das recht oft dem Landesherrn vorbehalten war. Die Wurzeln wurden auf besonderen Trockenböden gelagert, das Einsperren darin galt als empfindliche Strafe für bestimmte Vergehen (Speiksitzen), wobei man den Übeltäter noch lange Zeit später am Geruch erkannte.

Bekannt ist die Verwendung der Pflanze zur Produktion der Speikseife. Er wurde und wird auch als Räucherwerk, zum Würzen von Wein und Salben sowie zum Vertreiben von Motten verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen. Erkennen & Bestimmen (Steinbachs Naturführer). Mosaik-Verlag, München 2003, ISBN 3-576-11482-3.
  • Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. ein Bestimmungsbuch für alle in Österreich wachsenden sowie die wichtigsten kultivierten Gefäßpflanzen. Ulmer Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • David Aeschimann: Flora alpina. Ein Atlas sämtlicher 4500 Gefäßpflanzen der Alpen. Haupt Verlag, Bern 2004, ISBN 3-258-06600-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 1040.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Echter Speik – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Speik Spaziergänge. In: Themenwanderwege: Bad Kleinkirchheim • Nockberge. Wanderdörfer, abgerufen am 2. Mai 2009 (pdf, Abschnitt: Ein stiller Star. Der echte Speik – Kulturgeschichte des Speiks in der Obersteiermark).