Eckelshausen

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Eckelshausen
Das Wappen von Eckelshausen
Koordinaten: 50° 53′ 5″ N, 8° 32′ 43″ O
Höhe: 259 m ü. NHN
Fläche: 4,4 km²[1]
Einwohner: 811 (2009)
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35216
Vorwahl: 06461
Wehrkirche Eckelshausen

Eckelshausen ist ein Stadtteil der mittelhessischen Stadt Biedenkopf. Er liegt im Lahntal zwischen Biedenkopf (nördlich) und dem Ortsteil Kombach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eckelshausen wurde im Jahr 1320 unter dem Namen Eckoldishusen zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Volpert von Hohenfels Philipp von Falkenstein eine jährlich Rente auf das Dorf Eckelshausen trägt und sie als Burglehen zurück empfängt.

Im Jahr 1334 wurde frater Conradis de Eckoldishusin als Deutschordensbruder zu Marburg erwähnt.

Eckelshausen gehörte im Jahr 1444 wie auch 1534 bis 1821 zum Gericht Dautphe.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Hessen nach Biedenkopf eingemeindet. [2]

Wiesenhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1444 tauschten die Brüder Ludwig und Rudolf von Hohenfels den von ihrer Mutter Adelheid von Breidenbach ererbten Hof zu Bellingshausen an Johann und Arnold von Breidenbach für den Hof Arnold von Breidenbachs, den sogenannten Wiesenhof, zu Eckelshausen ein.

Nach der Erbteilung durch die fürstlichen Räte zu Marburg erhielt dann die Familie von Waldmannshausen den Hof, den sie 1629 noch besaß. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges 1647 geriet der Hof während eines Gefechtes in Brand, wurde aber nach Friedensschluss wieder aufgebaut.

Von der Familie von Breidenbach wurde der Hof 1865 zur Bewirtschaftung an Revierförster Runkel gegeben. 1876 kaufte Johann Jost Born den Wiesenhof.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien, in denen Eckelshausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten denen es unterstand, im Überblick:[1][3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 23 Hausgesesse
• 1630: 24 Hausgesesse
• 1677: 03 Freie, 13 Hausgründe, 5 Witwen, 19 ledige Personen
Eckelshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 1967
Jahr  Einwohner
1791
  
200
1830
  
295
1834
  
330
1840
  
352
1846
  
364
1852
  
370
1858
  
366
1864
  
379
1871
  
382
1875
  
391
1885
  
356
1895
  
384
1905
  
453
1910
  
439
1925
  
466
1939
  
517
1946
  
777
1950
  
787
1956
  
743
1961
  
712
1967
  
742
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; 1791:[4]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1830: 295 evangelische Einwohner
• 1885: 356 evangelische kein katholischer Einwohner
• 1961: 614 evangelische, 78 römisch-katholische Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1742: 36 Haushalte (10 zweispännige, 5 einspännige Ackerleute, 9 Einläuftige), eine Witwe.
• 1961: Erwerbspersonen: 11 Land- und Forstwirtschaft, 190 produzierendes Gewerbe, 27 Handel und Verkehr, 40 Dienstleistungen und Sonstiges.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Jahre 1350 war Eckelshausen der Mutterkirche in Dautphe zugeteilt. Dann wurde der Ort mit Kombach und Wolfgruben von der Kirchengemeinde Dautphe abgetrennt und die drei Gemeinden wurden zum Kirchspiel Eckelshausen zusammengeschlossen; später kam Katzenbach hinzu. Seit dem 20. Jahrhundert gehört die Pfarrei Eckelshausen zum Dekanat Biedenkopf.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Eckelshausen
Blasonierung: „In Schwarz drei goldene damaszierte Rauten oder Ecken (1:2).“
Wappenbegründung: Abgebildet sind drei Steine, die heraldisch auch als Ecken bezeichnet werden, daher der Name Eckelshausen. Die Berankung (Damaszierung genannt) der drei goldenen Steine gehört zu den Gepflogenheiten der heraldischen Kunst, um größere einfarbige Flächen zu beleben. Das Wappen wurde am 28. Januar 1957 genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schartenhof

Die Evangelische Pfarrkirche ist wehrhaft angelegt, hat ein romanisches Schiff und einen Chorturm mit hohem Zeltdach; sehenswert sind auch die gotischen Maßwerkfenster. Die dreiseitige Empore von 1775 wurde 1954 verändert. Von 1454 bis 1465 war Johannes Bonemilch im Ort Pfarrer, der 1507 als Weihbischof in Erfurt Martin Luther die Priesterweihe erteilte.

Der Schartenhof in Eckelshausen wurde 1970 restauriert. Er beherbergt die Stuwe im Schartenhof (Galerie, Kunsthandwerk, Puppenatelier) und ist Geburtsstätte der Eckelshausener Musiktage.

Als internationales Kammermusikfestival mit wechselnden Themen finden jedes Jahr in und um den Ort die Eckelshausener Musiktage statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 62 (Siegen–Marburg). Von dieser entspringt die Bundesstraße 453, welche nach Gladenbach führt. Hessen Mobil plant eine Ortsumgehung um die erhebliche Verkehrsbelastung durch den Ort zu verringern.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eckelshausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Eckelshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350.
  3. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2001).
  4. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 185, 265 (online bei HathiTrust’s digital library).
  5. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  6. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 415 (online bei Google Books).
  7. Karl Huth: Biedenkopf: Burg und Stadt im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg.: Magistrat der Stadt Biedenkopf. Wetzlardruck GmbH, Wetzlar 1977.
  8. Marburg-Biedenkopf – Biedenkopf-Eckelshausen – B 62 – Ortsumgehung. (Nicht mehr online verfügbar.) mobil.hessen.de, ehemals im Original; abgerufen am 3. März 2016.@1@2Vorlage:Toter Link/mobil.hessen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.