Eckental

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Eckental
Eckental
Deutschlandkarte, Position des Marktes Eckental hervorgehoben
49.58277777777811.218611111111355Koordinaten: 49° 35′ N, 11° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 355 m ü. NHN
Fläche: 29,71 km²
Einwohner: 13.956 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 470 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90542
Vorwahlen: 09126, (09192)
Kfz-Kennzeichen: ERH
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 121
Marktgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 1
90542 Eckental
Webpräsenz: www.eckental.de
Bürgermeister: Ilse Dölle (UBE)
Lage des Marktes Eckental im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet) Neunhofer Forst Mark (gemeindefreies Gebiet) Kraftshofer Forst Kalchreuther Forst Geschaidt Forst Tennenlohe Erlenstegener Forst Buckenhofer Forst Nürnberg Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Erlangen Landkreis Ansbach Landkreis Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Buckenhof Aurachtal Eckental Heroldsberg Kalchreuth Lonnerstadt Möhrendorf Mühlhausen (Mittelfranken) Oberreichenbach (Mittelfranken) Spardorf Uttenreuth Vestenbergsgreuth Weisendorf Wachenroth Röttenbach (bei Erlangen) Marloffstein Höchstadt an der Aisch Heßdorf Herzogenaurach Hemhofen Großenseebach Gremsdorf Bubenreuth Baiersdorf Adelsdorf Dormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Eckental ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt. Die Gemeinde entstand während der Gebietsreform als Großgemeinde aus mehreren zuvor eigenständigen Gemeinden. Ein Ort namens Eckental existiert im Gemeindegebiet nicht.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich von Nürnberg und etwa 20 Kilometer östlich von Erlangen an der Bundesstraße 2. Er entstand 1972 im Rahmen der Gemeindegebietsreform durch Zusammenschluss vorher selbstständiger Gemeinden. Eckental liegt im Tal der Schwabach. Zwischen den Gemeindeteilen Eschenau, Brand im Süden und Westen, Eckenhaid und Forth im Osten und Norden verläuft der namensgebende Eckenbach. Er mündet zwischen Forth und Brand in die Schwabach.

Die Gemeinde liegt in einer bergigen Landschaft. Die Anhöhen bei Oedhof im Nordwesten der Gemeinde erreichen über 500 m ü. NN, während der tiefste Punkt bei Unterschöllenbach knapp unter 300 m ü. NN liegt.

Im Gemeindegebiet liegen größere Waldgebiete, beispielsweise der Dormitzer Forst im Westen und das Teilholz im Osten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kalchreuth (SW), Dormitzer Forst (W), Kleinsendelbach (NW), Igensdorf (N), Schnaittach (O), Lauf an der Pegnitz (S), Heroldsberg (S)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Eckental besteht aus 17 Ortsteilen:[2]

Einwohnerzahlen (Stand: 31. März 2013)[3]

  • Benzendorf mit Illhof und Oedhof: 196 (2010: 202)
  • Brand und Brandermühle: 2371 (2010: 2311)
  • Eckenhaid mit Marquardsburg und Eckenmühle: 3477 (2010: 3480)
  • Eschenau: 3603 (2010: 3595)
  • Forth/Büg: 3236 (2010: 3257)
  • Frohnhof: 279 (2010: 288)
  • Herpersdorf, Mausgesees und Ebach: 759 (2010: 779)
  • Oberschöllenbach: 911 (2010: 942)
  • Unterschöllenbach: 134 (2010: 148)

Geschichte[Bearbeiten]

Rathausplatz und Rückseite des Eckentaler Rathauses in Eschenau

Eckental selbst wurde am 1. Juli 1972 im Rahmen der Gebietsreform gegründet und war ein freiwilliger Zusammenschluss des Marktes Eschenau mit Benzendorf, Eckenhaid, Forth, Herpersdorf und Unterschöllenbach.[4] Die Gemeinde Brand schloss sich am 1. Mai 1978 dem Markt Eckental an.[5]

Die Herrengasse in Eschenau mit Blick auf die Kirche
Das Denkmal für den Ortsgründer Otnand

Eschenau[Bearbeiten]

1050 war die erste urkundliche Erwähnung von Schloss und Dorf Eschenau, die an einer Kreuzung wichtiger Handelsstraßen lagen (Gründung 1040 durch Ritter Otnandus, zugleich Gründer des Geschlechts der Ritter von Eschenau). 1331 erwirkte Offnai Weigel die Marktrechtsverleihung durch Kaiser Ludwig IV. 1376 erfolgte die Verleihung von Stadtrechten durch den böhmischen König und deutschen Kaiser Karl IV. (Eschenau blieb jedoch Markt). 1383/1504–1737/52 war der Ort im Besitz der Muffel von Eschenau und der Haller von Hallerstein. Als Teil des seit 1792 preußischen Fürstentums Brandenburg-Bayreuth kam er im Frieden von Tilsit im Jahr 1807 unter französische Verwaltung und 1810 zum Königreich Bayern. Vor der Gebietsreform war Eschenau eine selbständige Gemeinde im Landkreis Erlangen. Am 1. Oktober 1971 wurde Oberschöllenbach eingemeindet.[4]

Eckenhaid[Bearbeiten]

Im lokalen Dialekt „Eggahaa“ (Betonung auf der letzten Silbe) genannt. Der Ort wurde zwischen 1050 und 1100 gegründet, die erste urkundliche Erwähnung war 1278. Von 1387 bis 1751 war der Ort im Besitz der Muffel von Eschenau. In den 1950er und 60er Jahren fanden viele Vertriebene und Aussiedler, vor allem aus Siebenbürgen und dem Sudetenland stammend, in Eckenhaid eine neue Heimat. Die damals gebauten Siedlungen und ihre Bewohner machten aus dem winzigen Dorf eine ansehnliche und bald auch wohlhabende Gemeinde. Bis zur Gebietsreform war Eckenhaid eine Gemeinde im Landkreis Lauf an der Pegnitz.

Forth[Bearbeiten]

Die Gründung der Orte Forth (Bauerngut) und Büg (herrschaftliches Rittergut) durch die Reichsfreiherren von Gotzmann erfolgte zwischen 1050 und 1150. Das herrschaftliche Rittergut Büg ging 1611 in den Besitz der Herren von Bünau über. Im Jahr 1925 erfolgt der politische Zusammenschluss von Forth und Büg.[4] Über Jahrhunderte prägte die jüdische Gemeinde den Aufstieg Forths zu einem bedeutenden Handelszentrum im Erlanger Oberland. Dieser Teil der Forther Geschichte endete mit dem brutalen Abtransport der letzten jüdischen Bürger in der Pogromnacht des 11. November 1938. Erst siebzig Jahre später fand in Forth in der evangelischen Kirche die erste öffentliche Gedenkfeier dazu statt. Anwesend war auch ein früherer Forther Bürger, Albert Kimmelstiel, der 1938 ebenfalls seine damalige Heimatgemeinde verlassen musste.

Hier wurde der Schauspieler Lee Kohlmar (1873-1946) geboren.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[6]
Wahlbeteiligung: 64,6 %
 %
40
30
20
10
0
33,0 %
32,3 %
17,3 %
11,2 %
6,2 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Von 1972 bis 1996 war Georg Hänfling (CSU) Bürgermeister, ihm folgte Hans Holndonner (CSU), der 2002 von Wilfried Glässer (FW) abgelöst wurde.

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Eckental hat 24 Mitglieder:

CSU SPD Freie Wähler GRÜNE Unabhängige Bürger Eckental (UBE) Gesamt
Stand 2013 9 4 5 3 3 24 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Gold ein mit einem senkrechten silbernen Fisch belegter roter Pfahl, überdeckt von einem gesenkten blauen Wellenbalken; vorne ein steigender, rot gekrönter und bewehrter schwarzer Löwe; hinten ein schwarzer Steinbock.“

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Turm der evangelisch-lutherischen Kirche in Eschenau
Das Landhotel Weißer Löwe in Eschenau
  • St. Bartholomäuskirche Eschenau
Um 1300 erbaut und vom Eschenauer Gutsherren Stephan Weigel gestiftet; im Ersten Markgrafenkrieg 1448/49 eingeäschert und 1472 wieder aufgebaut
  • Eschenauer Schloss
Das Herrenhaus Eschenau, auch Veste Eschenau oder Schloss Eschenau genannt, stammt aus der Zeit vor 1350. Es ist das älteste Herrenhaus im Gemeindegebiet und diente bis 1350 den Herren Weigel und bis 1750 den Herren Muffel als Domizil. Das Herrenhaus wurde im Jahr 1449 im Ersten Markgrafenkrieg zerstört und erst sechzig Jahre später von 1512 bis 1518 wieder aufgebaut. Davon sind nur noch einige Mauerreste vorhanden, da das Gebäude im Zweiten Markgrafenkrieg im Jahr 1553 erneut durch Brand zerstört wurde. Von 1603 bis 1611 wurde es zum dritten Mal neu aufgebaut. Es erhielt drei Geschosse und war nach der Überlieferung mit vielen Verzierungen und Stuckornamenten ausgestattet. Im Jahre 1843 brannte das Gebäude infolge Blitzschlag wieder aus. Beim erneuten Wiederaufbau wurde auf das oberste Stockwerk, die beiden Türme und auch auf den Zierrat verzichtet.
  • Evangelisch-lutherische Pfarrkirche aus dem 14. Jahrhundert am Marktplatz in Eschenau
  • Das Eschenauer Schloss aus dem 17. Jahrhundert am Ende der Herrengasse in Eschenau
  • Evangelisch-lutherische Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert in Forth
  • Das Bügerschloss aus dem 18. Jahrhundert in Forth
  • Das Eckenhaider Schloss aus dem 17. Jahrhundert

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Eckental

Sport[Bearbeiten]

Größter Sportverein in Eckental ist der 1. FC Eschenau mit etwa 1300 Mitgliedern. Seit 1997 wird in der Gemeinde der Bauer Cup ausgetragen, ein Profi-Tennisturnier der ATP Challenger Tour.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Eschenau und Forth sind mit der 1998 erneuerten Gräfenbergbahn von Nürnberg aus gut zu erreichen. Früher gab es eine weitere Bahnverbindung nach Erlangen durch die Sekundärbahn Erlangen–Gräfenberg, die in den 1960er Jahren stillgelegt wurde. Heute wird über den Bau einer Stadtbahn nach Erlangen nachgedacht.

Autoverkehr[Bearbeiten]

Die Ortsteile Brand, Eschenau und Forth liegen an der Bundesstraße 2. Im Herbst 2008 wurde die Ortsumgehung von Eschenau durchgängig befahrbar gemacht. Für den Ortsteil Forth ist ebenfalls eine Umgehungsstraße geplant.

Medien[Bearbeiten]

Eckental verfügt über zwei lokale Wochenzeitungen. Das Wochenblatt und den Wochenanzeiger, der zu den Nürnberger Nachrichten gehört, informieren über örtliche Veranstaltungen und Vorgänge.

Bildung[Bearbeiten]

Das Gymnasium Eckental – Blick auf die Vorderseite
  • Gymnasium Eckental (naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium) im Ortsteil Eschenau, besteht seit 1995
  • Mittelschule Eckental im Ortsteil Eschenau, besteht seit 1979

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eckental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1383&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111027/173038&hodie=20111027/173038
  3. Einwohnerzahlen und Konfession. Online auf der Homepage der Gemeinde. Abruf am 5. Juni 2013.
  4. a b c  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 458.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 712.
  6. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=572&suchbegriff=5