Eddie Aikau

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Edward „Eddie“ Ryon Makuahanai Aikau (* 4. Mai 1946, Kahului, Hawaii; † 17. März 1978 auf See) war ein hawaiianischer Lifeguard und Surfer. Als erster Rettungsschwimmer von Waimea Bay auf der Insel Oahu rettete er mehr als fünfhundert Menschen das Leben und erwarb sich einen Ruf für „surfing the big Hawaiian surf“ (Surfen auf besonders großen Wellen). Er gewann mehrere Wettbewerbe; unter anderem den Duke Kahanamoku Invitational Surfing Championship 1977.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makua Hanai in Eddie Aikaus vollem Name bedeuten „Ernährender (fütternder) Elternteil“,[1] in der Bedeutung Adoptiv- oder Pflegeelter.[2][3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel auf der Hokule’a

Eddie Aikau wurde in Kahului in Hawaii als drittes Kind von Solomon und Henrietta Aikau geboren. Er war ein Nachfahre von Hewahewa, dem Kahuna nui (Priester) von König Kamehameha I. und seinem Nachfolger Kamehameha II.[4] Aikau machte seine ersten Erfahrungen mit dem Surfen in der Brandung von Kahului Harbor. Mit seiner Familie zog er 1959 nach Oʻahu und mit 16 Jahren verließ er die Schule und begann in der Dole Pineapple Cannery (Ananaskonservenfabrik) zu arbeiten; mit dem ersten Gehalt kaufte er sich sein erstes eigenes Surfbrett. 1968 übernahm er die erste Rettungsschwimmerstelle der City & County of Honolulu an der Nordküste. Die Arbeitsbeschreibung sah vor, dass Aikau alle Strände zwischen Pūpūkea (Sunset) und Haleiwa betreuen sollte. Nicht ein Leben ging verloren, solange er als Rettungsschwimmer in Waimea Bay arbeitete, da er selbst Wellen mit einer Höhe von 10 m (30 ft) und mehr nicht scheute.[5] 1971 wurde Aikau als „Lifeguard of the Year“ ausgezeichnet.[6]

Verschollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1978 führte die Polynesian Voyaging Society zum wiederholten Mal eine Forschungsreise auf einer alten polynesischen Wanderungsroute zwischen den Inseln von Hawai‘i und den Inseln Tahitis durch. Für die dreißigtägige, 2500 Meilen (4000 km) lange Fahrt suchte die Gesellschaft Freiwillige und Aikau heuerte als Crew-Mitglied an. Das Forschungsschiff Hōkūleʻa verließ die Inseln von Hawaii am 16. März 1978. Das Doppelrumpf-Kanu schlug Leck in einem der Rümpfe und kenterte etwa zwölf Meilen südlich der Insel Molokaʻi. Aikau versuchte Hilfe zu holen und paddelte mit seinem Surfbrett Richtung Lānaʻi.[7] Der Rest der Crew wurde später von dem Cutter Cape Corwin der United States Coast Guard gerettet, aber Aikau wurde nie wieder gesehen. Er hatte seine Rettungsweste abgelegt, da sie ihn beim Paddeln hinderte. Die folgende Suche war die größte Luft-Suche der hawaiianischen Geschichte.[8]

Memorial surfing invitational[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnungszeremonie des „Eddie“

Zu Ehren von Aikau sponsert die Surf-Bekleidungs-Company Quiksilver den Quiksilver Big Wave Invitational in Memory of Eddie Aikau („The Eddie“) in Waimea Bay.[9] Die Idee dazu stammt von Bruce Raymond und Bob McKnight.

Seit der Erstaustragung an der Sunset Beach 1985[10] hat 1987 Eddie Aikaus jüngerer Bruder Clyde Aikau einmal den Wettbewerb gewonnen, als der "Eddie" das erste Mal in Waimea Bay ausgetragen wurde.[11] Der Wettbewerb fand dagegen erst neun Mal statt, aufgrund der Vorbedingung, dass die Dünung im Meer mindestens 20 ft (6 m) betragen soll, was eine Wellenhöhe von 10 m (30 ft) auslöst.[12] Im Februar 2016 erreichten die Wellen 30 bis 50 ft (15 m).[13] Zum Wettbewerb werden nur 28 big-wave-Surfer zu zwei Wettkampfrunden eingeladen. Es ist nicht erlaubt, die Surfer mit Jet-Skis ins offene Meer zu ziehen.

In der Populärkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980ern verbreiteten sich Aufkleber und T-Shirts mit dem Slogan „Eddie Would Go“, zunächst auf den Hawaii-Inseln und von dort um die ganze Welt. Der Marinehistoriker Mac Simpson schreibt:

„„Aikau was a legend on the North Shore, pulling people out of waves that no one else would dare to. That's where the saying came from – Eddie would go, when no one else would or could. Only Eddie dared.““[8]

Der Slogan entstand während des ersten "Eddie Contest". Die Wellen waren hoch und die Bedingungen extrem gefährlich. Während die Organisatoren diskutierten, ob der Wettbewerb stattfinden könne, kommentierte der Surfer Mark Foo „Eddie would go“. Die Phrase blieb und der „Eddie“ lief.[2]

Eine weitere Variante ist „Eddie wouldn't tow“. Dies bezieht sich auf die Angewohnheit mancher Big-Wave-Surfer, sich gegenseitig mit Jet-Skis in eine große Welle zu ziehen. Die Phrase brandmarkt die „unnaturalness“ des so genannten „tow-in surfing“; viele Surfer halten das Abschleppen für unsportlich.[14]

Weitere Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Eddie would throw“ – für die Pass-Attacke der University of Hawaii (Colt Brennan und Timmy Chang unter Trainer June Jones)
  • „Eddie wouldn’t crow“ – gegen Angeber und Egoisten
  • „Eddie would hoe“ – in Unterstützung des „Native Hawaiian Agricultural Outreach Programs“
  • „Eddie would ride“ als Werbeslogan für die Wahlkampagne für „Honolulu rail transit“.

Musik und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band Full Service aus Austin, Texas nahm einen Song über Eddie Aikau auf mit dem Titel „In A Rescue“ auf dem Album „Recess“ von 2006. Sam George, ein ehemaliger Profi-Surfer, gestaltete eine 30 for 30-Dokumentation über Aikau mit dem Titel Hawaiian: The Legend of Eddie Aikau. Sie wurde auf ESPN am 1. Oktober 2013 erstausgestrahlt. Auch in der Comedy-Serie Drunk History von Kurt Braunohler wurde in einer Folge, die sich mit hawaiianischer Folklore beschäftigte die Geschichte aufgegriffen (12. August 2014).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stuart Coleman: Eddie Would Go: The Story of Eddie Aikau, Hawaiian Hero and Pioneer of Big Wave Surfing, MindRaising Press, 2003. Biography of Eddie Aikau.
  • Stuart Coleman: Eddie Aikau: Hawaiian Hero, Bess Press, 2016.
  • Sergio Goes: Eddie Would Go: The Story of Eddie Aikau, Hawaiian Hero [Film]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eddie Aikau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Wood: Hanai Tales. In: Hana Hou! Vol. 10, No. 4, 2007. „Funny how it is with hanai. Nearly everybody in Hawai‘i understands the term to some extent. Most everyone knows somebody who was „hanaied“. And yet little has been written about this traditional Hawaiian childrearing option…“
  2. a b Stuart Holmes Coleman: Eddie Would Go: The Story of Eddie Aikau, Hawaiian Hero and Pioneer of Big Wave Surfing. New York: St. Martin's Griffin 2004. ISBN 0-312-32718-8.
  3. Mary Kawena Pukui: Excerpt: Definition of „Hānai“. In: Nana I Ke Kumu (Look to the Source), 1972.
  4. Stuart Holmes Coleman: Eddie Would Go: The Story of Eddie Aikau, Hawaiian Hero and Pioneer of Big Wave Surfing. St. Martin's Press, New York 2004: 164. ISBN 978-0-312-32718-7
  5. Coleman, 2001: 90-91.
  6. Dan Cisco: Eddie would go. University of Hawaii Press 1999. ISBN 0-8248-2121-1
  7. Hawaiian senate – Eddie Aikau Honored in Senate.
  8. a b Burl Burlingame: Eddie: Riding on the crest of a myth. Honolulu Star-Bulletin 1998-03-06.
  9. Craig Hysell: It Could Be Worse: Eddie Aikau. Celebrate Hilton Head website.
  10. The 2009/2010 Quiksilver in Memory of Eddie Aikau–History. 2009-12-10.
  11. Clyde Aikau and the State of the Eddie – A Feature Interview. 2009-02-11.
  12. Quiksilver – Big Wave Invitational 06/07.
  13. Eddie would go: the big waves of Eddie Aikau, The Roar.com.
  14. Stuart H. Coleman: Waterman: Brian Keaulana and the Rise of Ocean Safety. In: Spirit of Aloha [1] (Aloha Airlines) 2005-07-01