Eddie Kendricks

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Eddie Kendricks (* 17. Dezember 1939 als Edward James Kendrick in Montgomery, Alabama; † 5. Oktober 1992 in Birmingham, Alabama) war ein US-amerikanischer Soulsänger, der fast zwei Jahrzehnte die Erfolgsgeschichte der Plattenfirma Motown mitgestaltete. Er wurde zunächst als Leadsänger und Gründungsmitglied der Temptations international bekannt. Nachdem er die Gruppe Anfang 1971 verlassen hatte, startete er eine erfolgreiche Solo-Karriere, die in dem US-Nummer-eins-Hit Keep On Truckin’ ihren Höhepunkt fand. Er war das einzige Mitglied der Temptations, dem das gelang. Das Standardwerk Top R&B Singles 1942-1995 von Joel Whitburn listet ihn auf Platz 25 der erfolgreichsten Künstler der 1970er Jahre.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Karriere des afroamerikanischen Soulsängers Eddie Kendricks begann zunächst in den späten 1950er Jahren bei dem Gesangstrio The Primes, ehe er 1960 mit seinem Freund Paul Williams zusammen zu den Temptations stieß. 1962 erhielt die Gruppe einen Plattenvertrag beim legendären Motown-Label. Eddie Kendricks sanfte, glockenhelle Falsettstimme prägte die ersten Hits der Temptations wie The Way You Do The Things You Do, I’ll Be In Trouble, The Girls Is Alright With Me und Girl (Why You Wanna Make Me Blue). Doch durch den Erfolg von My Girl wurde er zunehmend von David Ruffin als Leadsänger in den Hintergrund gedrängt.

1971 verließ Kendricks die Temptations, um eine Karriere als Solist zu starten. Just My Imagination (Running Away with Me) war der letzte Hit der Temptations, bei dem seine Stimme zu hören war. Seine erste Solo LP war All by Myself. Mit Keep On Truckin’, der ersten Single-Auskopplung aus seinem nächsten Solo-Album Eddie Kendricks glückte ihm 1973 ein Nr. 1-Hit in den US-Charts. Ein Jahr später konnte er diesen Erfolg mit der Tanznummer Boogie Down aus der gleichnamigen LP wiederholen. Sie erreichte Platz zwei der US-Charts. Beide Hits waren auch Platz eins in den amerikanischen R&B-Charts, wo Kendricks mit Shoeshine Boy 1975 ein weiterer Spitzenreiter gelang. He’s A Friend verpasste die Spitze 1976 nur knapp und war gleichzeitig auch sein letzter Top-40-Hit in den Hot 100 von Billboard.

Danach flaute das Interesse an der Musik der ehemaligen Temptations-Stimme, trotz weiterer gelungener Solo-Alben, ab. Auch seine Hinwendung zur seinerzeit ungemein erfolgreichen Disco-Musik auf den Alben He’s a Friend (1975) und Goin’ up in Smoke (1976) konnte die Abwärtsspirale nicht aufhalten, obwohl diese Werke gute Platzierungen in den Disco-Charts erreichten.[2]

Nach wenig erfolgreichen Alben für Arista und Atlantic stieg Kendricks 1982 kurzzeitig wieder bei den Temptations für eine Reunion-Tour und -LP ein. Auch David Ruffin war wieder mit von der Partie. Drei Jahre später sangen beide als Stargäste bei einem Konzert des stark vom Soul beeinflussten US-Popduos Hall & Oates. Dies ermöglichte sowohl Kendricks als auch Ruffin ein gewisses Comeback, denn der danach veröffentlichte Live-Mitschnitt erhielt eine Gold-Auszeichnung in den USA. 1987 nahmen Ruffin und Kendricks als Duo schließlich die LP Ruffin & Kendrick auf. Hierfür hatte Kendricks das „S“ seines Nachnamens gestrichen und wieder seinen Geburtsnamen angenommen. Mit I Couldn’t Believe It und One More for the Lonely Hearts Club gelangen Ruffin und Kendricks noch ein mal zwei kleinere Erfolge in den R&B-Charts. Es sollten die Letzten bleiben.

1989 wurde Kendricks als Gründungsmitglied der Temptations in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Kendricks starb am 5. Oktober 1992 im Alter von 52 Jahren an Lungenkrebs. Er selbst führte seine Erkrankung auf seinen rund 30-jährigen Zigarettenkonsum zurück.[3] Bobby Womack organisierte wenig später eine Serie von Tribut-Konzerten zum Gedenken an Kendricks, bei denen er von Künstlern wie Chaka Khan, Bill Withers, Freda und Scherrie Payne sowie Mary Wilson unterstützt wurde.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971: All By Myself (Tamla)
  • 1972: People... Hold On (Tamla)
  • 1973: Eddie Kendricks (Tamla)
  • 1974: Boogie Down (Tamla)
  • 1974: For You (Tamla)
  • 1975: The Hitman (Tamla)
  • 1976: He’s A Friend (Tamla)
  • 1976: Going Up In Smoke (Tamla)
  • 1977: Slick (Tamla)
  • 1978: Vintage ’78 (Arista)
  • 1979: Something More (Arista)
  • 1981: Love Keys (Atlantic)
  • 1983: I’ve Got My Eyes on You (Ms. Dixie)
  • 1985: Live at the Apollo (RCA, mit David Ruffin und Hall & Oates)
  • 1987: Ruffin & Kendrick (RCA, mit David Ruffin)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 361f – ISBN 0-312-02573-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joel Whitburn: Top R&B Singles 1942-1995, 1996 ISBN 0-89820-115-2
  2. Joel Whitburn: Hot Dance/Disco 1974-2003, 2004, ISBN 0-89820-156-X
  3. http://www.independent.co.uk/news/people/obituary-eddie-kendricks-1555932.html
  4. https://books.google.de/books?id=vcIDAAAAMBAJ&pg=PA60&dq=eddie+kendricks&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiQrsSdvbvOAhWLVxQKHZ3BA44Q6AEIIjAB#v=onepage&q=eddie%20kendricks&f=false