Eddie Murphy

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Eddie Murphy (2010)

Edward „Eddie“ Regan Murphy (* 3. April 1961 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Stand-up-Comedian, der für seine schnelle Sprechweise bekannt ist. Er ist der jüngere Bruder des Schauspielers Charlie Murphy (1959–2017).

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Murphy im Jahr 1988

Der Sohn eines Polizisten und einer Telefonistin wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Als Eddie Murphy drei Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden, und Eddie blieb bei seiner Mutter; sein Vater fiel fünf Jahre später einem Mord zum Opfer.

Mit 15 Jahren trat er erstmals als Stand-up-Comedian in Jugendzentren auf Long Island auf. Nach der High School trat er dem New Yorker Comic Strip Club bei. 1980 wurde er ein Mitglied des Ensembles von Saturday Night Live. Für seine Leistungen wurde er zweimal für den Emmy nominiert. Zu seinen Markenzeichen zählten schon damals sein schnelles Sprechtempo und seine vorlaute, respektlose Art.

Sein Kinodebüt gab Murphy 1982 in dem Film Nur 48 Stunden, der ein großer Erfolg wurde und ihm eine Nominierung für den Golden Globe Award als Bester Nachwuchsdarsteller einbrachte. Endgültig bekannt wurde er durch Hauptrollen in Die Glücksritter, für den er eine Emmy-Nominierung erhielt, und die Filme aus der Reihe Beverly Hills Cop. 1996 gelang ihm ein großer Erfolg mit dem Film Der verrückte Professor, für den er eine Golden-Globe-Nominierung erhielt. Im Jahr 2007 gewann er dann den Golden Globe als bester Nebendarsteller für den Film Dreamgirls.

2009 war Murphy in der Komödie Zuhause ist der Zauber los (engl. Imagine That…) zu sehen. Davor hatte er eine Hauptrolle im Film Mensch, Dave!. Die 55 Mio. US-Dollar teure Produktion spielte in den USA gerade einmal 11 Mio. Dollar ein. Damit ist der Film nach Pluto Nash – Im Kampf gegen die Mondmafia Murphys zweiter Misserfolg an amerikanischen Kinokassen. Weltweit lief der Film erfolgreicher, spielte jedoch insgesamt seine Produktionskosten nicht ein. Trotzdem zählt Murphy laut amerikanischem Forbes Magazine noch immer zu den am besten verdienenden Schauspielern Hollywoods. Zwischen Juni 2007 und Juni 2008 erhielt er Gagen in Höhe von 55 Mio. US-Dollar und rangiert gemeinsam mit Mike Myers hinter Will Smith (80 Mio. US-Dollar) und Johnny Depp (72 Mio. US-Dollar) auf Platz drei.[1]

Zudem war Murphy als Synchronsprecher des frechen Esels in den Animationsfilmen Shrek – Der tollkühne Held und den Fortsetzungen Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück sowie Shrek der Dritte und Für immer Shrek zu hören. Schon 1998 hatte er mit dem Film Mulan Erfahrungen in diesem Metier sammeln können.

Nebenbei ist Eddie Murphy auch weiterhin als Bühnenkomiker erfolgreich. Seine Programme wurden auf zwei Alben veröffentlicht und mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnet. Zwei seiner bisher erfolgreichsten Stand-Up-Auftritte erlangten regelrechten Kultstatus: Delirious, eine 90-minütige Show, die in Washington, D.C. vor einem Publikum von etwa 5000 bis 6000 Zuschauern aufgezeichnet wurde, und zum anderen Raw, ungefähr eineinhalb Jahre später in New York mitgeschnitten. Während dieser Auftritte parodierte Eddie zahlreiche Stars wie beispielsweise Michael Jackson, Stevie Wonder, James Brown und gab eine Parodie eines homosexuellen Mr. T.

Murphy brachte 1985 die Single Party All the Time heraus, eine Komposition von Soul-Funker Rick James (Super Freak, 1981). Die Platte wurde millionenfach verkauft, im Gegensatz zur Nachfolgesingle Put Your Mouth on Me. Anfang der 1990er Jahre nahm Murphy mit Jamaikas Reggae-Star Shabba Ranks I Was a King auf.

Im Mai 1987 durfte Eddie Murphy im Hof des Grauman’s Chinese Theatre seine Hand- und Fußabdrücke in frischem Beton verewigen.

Die Komödie Noch Tausend Worte wurde bereits im Jahr 2008 fertiggestellt, aber vom Verleih erst 2012 in die Kinos gebracht.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Murphy hat neun Kinder. Er war von 1993 bis 2006 mit Nicole Mitchell verheiratet. Sie lebten gemeinsam mit ihren Kindern in New Jersey. Aus dieser Ehe entstammen fünf gemeinsame Kinder. Das Paar trennte sich im Juli 2005 und die Ehe wurde im darauffolgenden Jahr geschieden. Aus weiteren Beziehungen stammen zwei Söhne. Ab Mai 2006 war Murphy mit dem Ex-Spice-Girl Melanie Brown alias Mel B liiert, die am 3. April 2007 eine Tochter bekam.[2] Nach Beendigung der Beziehung bestritt Murphy zunächst, der Vater der kleinen Tochter zu sein, bis ein DNA-Test das Gegenteil bewies.[3] Am 1. Januar 2008 heiratete er die Filmproduzentin Tracey Edmonds am Strand einer polynesischen Privatinsel vor Bora Bora im Südpazifik; nur zwei Wochen später trennte sich das Paar wieder: „Nach langen Überlegungen und Diskussionen haben wir gemeinsam entschieden, auf eine amtliche Eheschließung zu verzichten.“[4][5] Am 3. Mai 2016 brachte seine Freundin Paige Butcher in Los Angeles ihre gemeinsame Tochter zur Welt. Die beiden sind seit 2012 ein Paar. Für Butcher ist es ihr erstes Kind.[6]

Im Mai 1997 wurde Eddie Murphy von der Polizei angehalten, als er mit einem transvestitischen Prostituierten in seinem Auto unterwegs war. Dieser Zwischenfall ereignete sich kurz vor der Premiere seines Films Der Guru und hatte beträchtliche PR-Probleme zur Folge.[7][8]

Eddie Murphy ist ein Mitglied im Bund der Freimaurer (Hollywood Lodge No. 542).[9][10]

Deutsche Synchronstimme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eddie Murphy wurde seit Beginn seiner Filmkarriere beinahe ausnahmslos von Randolf Kronberg synchronisiert. Als Kronberg im März 2007 verstarb, wurde die Synchronisation zunächst von Dennis Schmidt-Foß übernommen, im Drama Mr. Church aus dem Jahr 2016 jedoch von Oliver Stritzel.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Murphys Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

Drehbuchautor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983: Eddie Murphy Delirious
  • 1987: Beverly Hills Cop II
  • 1987: Coming to America
  • 1988: CBS Summer Playhouse
  • 1989: Harlem Nights
  • 1989: Und wieder 48 Stunden
  • 1990: Status, Bro
  • 1991–1992: The Royal Family
  • 1992: Boomerang
  • 1995: Vampire in Brooklyn
  • 1998: Saturday Night Live: The Best of Eddie Murphy
  • 1999–2001: The PJs
  • 2007: Norbit

Produzent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983: Eddie Murphy Delirious
  • 1987: Beverly Hills Cop II
  • 1987: Coming to America
  • 1988: CBS Summer Playhouse
  • 1989: Harlem Nights
  • 1989: Und wieder 48 Stunden
  • 1990: Status, Bro
  • 1991–1992: The Royal Family
  • 1992: Boomerang
  • 1995: Vampire in Brooklyn
  • 1998: Saturday Night Live: The Best of Eddie Murphy
  • 1999–2001: The PJs
  • 2007: Norbit
  • 2011: Aushilfsgangster (Tower Heist)

Regisseur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989: Harlem Nights

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[11][12][13] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1982 Eddie Murphy
Columbia 38180
300! 300! 52 Platin
(53 Wo.)
26
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1982
Comedy-Livealbum
Aufnahme: 30. April – 1. May 1982, The Comic Strip, New York
1983 Comedian
Columbia 39005
300! 300! 35 Doppelplatin
(44 Wo.)
10
(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1983
Comedy-Livealbum
Aufnahme: 17.–18. August 1983, Constitution Hall, Washington
1985 How Could It Be
Columbia 39952
300! 300! 26 Gold
(26 Wo.)
17
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1985
Executive Producer: Larkin Arnold
Produzent: Aquil Fudge
1989 So Happy
Columbia 40970
300! 300! 70
(9 Wo.)
22
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1989
Produzenten: Narada Michael Walden,
David Allen Jones, Eddie Murphy
1992 Love’s Alright
Motown 6354
300! 300! 300! 80
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1993
Produzenten: David Allen Jones, Eddie Murphy,
Ralph Hawkins, Trenten Gumbs

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: I Got a Man / I Was a King (12inch Vinyl, mit Positive K)
  • 1997: Greatest Comedy Hits
  • 1998: All I “$%*@*#” Know

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[11][12][14] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1982 Boogie in Your Butt
Eddie Murphy
300! 300! 300! 56
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1982
1985 Party All the Time
How Could It Be
9
(12 Wo.)
87
(3 Wo.)
2 Platin
(22 Wo.)
8
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1985
US-Dance-Charts: Platz 19 (10 Wo.)[15]
1986 How Could It Be
How Could It Be
300! 300! 300! 63
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1986
weibliche Stimme: Crystal Blake
1989 Put Your Mouth on Me
So Happy
300! 300! 27
(13 Wo.)
2
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1989
1989 Till the Money’s Gone
So Happy
300! 300! 300! 75
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1989
Backing Vocals: Skyler Jett, Randy Jackson
1993 I Was a King
Love’s Alright
98
(1 Wo.)
64
(1 Wo.)
300! 61
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1993
feat. Shabba Ranks
1993 Whatzupwitu
Love’s Alright
300! 300! 300! 74
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1993
Gastgesang: Michael Jackson

weitere Singles

  • 1982: Enough Is Enough (VÖ: Juli)
  • 1983: Singers / The Barbecue (Promo)
  • 1993: Desdemona
  • 1997: Eddie’s Laff Traxxx (12inch Promo)
  • 2013: Red Light (feat. Snoop Lion)
  • 2015: Oh Jah Jah

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Party All the Time
  • 1992: Remember the Time (von Michael Jackson): Rolle des Pharao im Musikvideo
  • 1993: Whatzupwitu (mit Michael Jackson)
  • 2013: Red Light (feat. Snoop Lion aka Snoop Dogg)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grammy

  • 1983: für das Album Comedian als Best Comedy Performance Single or Album, Spoken or Musical

Golden Globe Award

Oscar

  • 2007: Nominierung als Bester Nebendarsteller in Dreamgirls

Goldene Himbeere

Eddie Murphy war der erste Mensch, der in einem Jahr in drei Schauspielkategorien mit einer Goldenen Himbeere ausgezeichnet wurde. Eine davon sogar für eine seinem Geschlecht entgegengesetzte Rolle (Schlechteste Nebendarstellerin).

Dieser Rekord wurde erst im Jahr 2012 von Adam Sandler mit seinem Film Jack und Jill (2011) mit insgesamt 10 Goldenen Himbeeren eingestellt!

Nickelodeon Kids’ Choice Awards

  • 2011: Auszeichnung als Lieblings-Stimme in einem Animationsfilm

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Johnson, Wesley: Hollywood's Top Earners. Press Association Newsfile, 23. Juli 2008, 4:38 PM BST
  2. Stern Online: Komiker schwängert Spice Girl
  3. SternOnline: DNA-Test „überführt“ Eddie Murphy
  4. SternOnline: Ja, ich will - nicht mehr
  5. SPON: Eddie Murphy trennt sich zwei Wochen nach dem Ja-Wort, 17. Januar 2008
  6. Eddie Murphy ist zum neunten Mal Vater geworden, top.de. 4. Mai 2016. 
  7. Dennis McDougal: The Mavens Speak, The New York Times. 9. August 2006. Abgerufen am 1. Mai 2010. 
  8. Owen Wilson Sits Out 'Drillbit Taylor' Promotion, The Los Angeles Times. 20. März 2008. 
  9. Eddie Murphy: List of Famous Freemasons. navesinklodge9.org. Abgerufen am 24. Oktober 2012.
  10. Wisdom Lodge List of Famous Freemasons. Wisdom Lodge #202 Pasadena, CA. Abgerufen am 23. Januar 2012.
  11. a b Chartquellen: DE UK Billboard Hot 100 Billboard 200
  12. a b Gold-/Platin-Datenbank US
  13. Joel Whitburn: Top R&B Albums 1965–1998, ISBN 0-89820-134-9
  14. Joel Whitburn: Hot R&B Songs 1942–2010: 6th Edition, ISBN 978-0-89820-186-4
  15. Joel Whitburn: Hot Dance/Disco 1974–2003, ISBN 978-0-89820-156-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eddie Murphy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien