Ede und Unku

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Ede und Unku ist ein Jugendroman der deutschen Autorin Grete Weiskopf (Pseudonym Alex Wedding). Die Erstausgabe erschien 1931 im Berliner Malik-Verlag.

Das Erstlingswerk der Autorin beschreibt die Freundschaft des Berliner Jungen Ede zum Zigeunermädchen Unku während der Zeit der Weimarer Republik. Die Fotos für die Originalausgabe des Buches stammen von John Heartfield. Es gehörte zu den Werken, welche bei der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland auf dem Index standen und vernichtet sowie verboten wurden. In der DDR wurde es Bestandteil der offiziellen Schulliteratur und erhielt dadurch einen hohen Bekanntheitsgrad. Im Jahr 1980 wurde es unter der Regie von Helmut Dziuba mit dem Titel Als Unku Edes Freundin war von der DEFA verfilmt.

Im Buch werden die authentischen Erlebnisse von Erna Lauenburger beschrieben, welche die Autorin kannte. Sie wurde 1944 in Auschwitz ermordet.[1] Von den erwähnten Sinti des Buches überlebte nur die Berlinerin „Kaula“ Ansin, eine Cousine Unkus und die Großmutter des Berliner Musikers Janko Lauenberger.

In der Nachkriegsausgabe fügte Grete Weiskopf ein Kapitel ein, in dem sie das Verschwinden ihrer Freunde beklagt und vermutet, diese seien im Dritten Reich umgekommen. Ein Brief, der dieses aufgrund der Erzählungen von Verwandten bestätigte, erreichte sie an ihrem Todestag.[2]

Im Jahr 2005 erschien eine Neuauflage des Buches im Verlag Neues Leben.[3]

Am 27. Januar 2011 wurde anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in Berlin-Friedrichshain ein Weg als Ede-und-Unku-Weg zur Erinnerung an Erna Lauenburger und Grete Weiskopf benannt.

2018 ist im Gütersloher Verlagshaus Ede und Unku – die wahre Geschichte, ein Buch der Autoren Janko Lauenberger, selbst ein Familienangehöriger von Unku, und Juliane von Wedemeyer erschienen.[4] Es erzählt in einem außergewöhnlichen Familienporträt die Geschichte von Erna Lauenburger über den Jugendroman hinaus zu Ende. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung schreibt darüber: „... eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte ...“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Janko Lauenberger, Juliane von Wedemeyer: Ede und Unku – die wahre Geschichte. Das Schicksal einer Sinti-Familie von der Weimarer Republik bis heute. Gütersloher Verlagshaus 2018, ISBN 978-3-579-08694-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Janko Lauenberger, Juliane von Wedemeyer: Ede und Unku – die wahre Geschichte. Gütersloher Verlagshaus, 2018, ISBN 978-3-579-08694-1, S. 229, 230.
  2. Reimar Gilsenbach: Django, Oh sing deinen Zorn. Berlin 1993, S. 176.
  3. Alex Wedding: Ede und Unku, Verlag Neues Leben, Berlin, 2005, ISBN 978-3-355-01707-7.
  4. Janko Lauenberger, Juliane von Wedemeyer: Ede und Unku – die wahre Geschichte. Gütersloher Verlagshaus, 2018, ISBN 978-3-579-08694-1.