Edelstal

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Edelstal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Edelstal
Edelstal (Österreich)
Edelstal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 5,88 km²
Koordinaten: 48° 6′ N, 16° 59′ OKoordinaten: 48° 5′ 51″ N, 16° 59′ 21″ O
Höhe: 183 m ü. A.
Einwohner: 759 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 129 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2413
Vorwahl: 02145
Gemeindekennziffer: 1 07 27
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 33A
2413 Edelstal
Website: www.gemeinde-edelstal.at
Politik
Bürgermeister: Gerald Handig (ÖVP)
Gemeinderat: (2017)
(13 Mitglieder)
10
3
10 
Insgesamt 13 Sitze
Lage von Edelstal im Bezirk Neusiedl am See
AndauApetlonBruckneudorfDeutsch JahrndorfEdelstalFrauenkirchenGattendorfGolsHalbturnIllmitzJoisKittseeMönchhofNeudorf bei ParndorfNeusiedl am SeeNeusiedl am SeeNickelsdorfPamaPamhagenParndorfPodersdorf am SeePotzneusiedlSankt Andrä am ZickseeTadtenWallern im BurgenlandWeiden am SeeWinden am SeeZurndorfBezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Edelstal im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Edelstal ist eine Gemeinde mit 759 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Nemesvölgy.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edelstal, der nördlichste Ort des Burgenlandes, liegt eingebettet in eine Talmulde in den Ausläufern der Kleinen Karpaten. Der Ort ist an allen vier Seiten vom Bundesland Niederösterreich umgeben und nur über eine schmale „Landbrücke“ mit den Burgenland verbunden. Edelstal ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundsheim Wolfsthal
Nachbargemeinden Berg (Niederösterreich)
Prellenkirchen Kittsee

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Funde belegen eine Besiedlung bereits vor langer Zeit. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1353. Wir finden sie in dem Testament des Reichsgrafen Konrad von Schaunberg in welchem die Ortschaft als „Uttestal“ bezeichnet wird. Im Jahre 1529 wird die Gemeinde in den Annalen der Pfarrei Hainburg als „Etlastal“ genannt.

Im Spätmittelalter, 1412 scheint Edelstal ein weiteres Mal in einer schriftlichen Quelle auf, in welcher es um einen Streit von Friedrich und Hermann Scharfenegg mit den Hundsheimern wegen Holden in Edelstal ging. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte werden die Nachrichten über das Dorf Edelstal immer häufiger.

Nach dem Ersten Türkenkrieg ist das Dorf wahrscheinlich auch zerstört worden, denn erst seit 1615 dürfte der Talkessel wieder bewohnt gewesen sein. Auch der zweite Zug der Türken gegen Wien ist hier nicht spurlos vorüber gegangen. So erfahren wir von einem umfangreichen Dokument aus dem Jahre 1685, welche Ausgaben die Dorfbewohner im Zusammenhang mit den Türkenkriegen hatten.

Aus den Quellen kann man annehmen, dass ein Teil der Leute, die vor den Türken geflohen sind, wieder ins Dorf zurückgekommen sind, und andere Neusiedler, die vor allem aus Schwaben, der Pfalz, Bayern, Sachsen, Tirol und Oberösterreich stammten, haben sich in Edelstal und den Nachbardörfern niedergelassen. Von diesen Namen, die am Anfang des 18. Jahrhunderts in den Quellen zur Vergangenheit von Edelstal aufscheinen, sind heute noch viele vorhanden.

Der ungarische Name Nemes Völgye der Ortschaft taucht in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf (Pagus hic Edelsthal vocatur, in Lingua Nostra Hungarica – Nemes Völgye).

Im Jahr 1884 wurden vom Forscher Ágost Sőtér (1837–1905) Teile einer römischen Villa und eines awarischen Friedhofes entdeckt.

In der Zeit Österreich-Ungarns gehörte Edelstal zum Königreich Ungarn (Komitat Wieselburg). Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Vertrag von Trianon (1920) kam es 1921 zu Österreich und wurde Teil des neu gegründeten Bundeslandes Burgenland.

Im Jahr 1971 wurde Edelstal mit Kittsee vereinigt. Seit 1. Jänner 1992 ist Edelstal wieder eine selbständige Gemeinde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Edelstal
  • Pfarrkirche Edelstal: Die Pfarrkirche hl. Stephan, König von Ungarn ist ein großer Saalbau, der um 1740 errichtet und mehrfach erweitert wurde. Der Hochaltar aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts stammt aus der Kirche des Augustinerinnenklosters in Eisenstadt und wurde 1792 übertragen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edelstal ist Sitz des Mineralwasserabfüllers Römerquelle, einer der bekanntesten Mineralwassermarken in Österreich. Seit 2003 ist Römerquelle im Besitz von Coca-Cola Hellenic Österreich, die hier auch Getränke ohne Kohlensäure abfüllt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
73,30
(+10,48)
26,70
(-4,17)
n. k.
(-6,32)


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 13 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[1] 2012[2] 2007[3] 2002[4] 1997[4]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 420 73,30 10 348 62,82 9 304 54,09 7 215 42,16 5 134 30,88 4
SPÖ 153 26,70 3 171 30,87 4 238 42,35 6 257 50,39 7 190 43,78 6
FPÖ nicht kandidiert 35 6,32 0 20 3,56 0 38 7,45 1 110 25,35 3
Wahlberechtigte 738 694 649 601 508
Wahlbeteiligung 83,33 % 86,02 % 90,60 % 89,02 % 92,91 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Gerald Handig (ÖVP), der 2007 die Nachfolge von Moritz Anton (SPÖ) antrat. Vizebürgermeister ist Erhard Paar (ÖVP).[5] Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 setzte sich Handig mit 78,44 % gegen die SPÖ-Kandidatin Sandra Schönthaler, die 21,56 % erreichte, durch.[1]

Amtsleiterin ist Ulrike Glock.[6]

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Gerald Handig bildet mit Vizebürgermeister Erhard Paar und Vorstandsmitglied Wolfgang Paar (alle ÖVP) den Gemeindevorstand.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In rotem Schild eine von zwei goldenen Händen gehaltene blaue Schale, aus der eine blaue Fontäne aufsteigt, die mit goldumrahmten blauen Perlen belegt ist; die Fontäne wird überhöht von einer goldenen Weintraube und drei goldenen Ähren.

Das Wappen wurde am 27. Jänner 1998 verliehen. Schon seit Jahrhunderten wird auf Edelstaler Boden Wein- und Getreideanbau betrieben, welche neben der Viehzucht die Lebensgrundlage für die Bewohner der Gemeinde bildeten. Die Quelle, welche schon seit vielen Jahrhunderten südlich des Dorfes sprudelt und durch die Firma Römerquelle vermarktet wird, hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adam Liszt (1776–1827), Beamter, Musiker und Vater des Komponisten und Pianisten Franz Liszt
  • Frederick Reiss (1891–1981), Universitätsprofessor, Arzt, Mykologe[7]
  • Ovidius Faust (1896–1972), Historiker und Stadtarchivar in Preßburg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Gumprecht: Edelstal. Vom Gestern ins Heute. 1353–2003. Gemeinde Edelstal, Edelstal 2003.
  • Hans Gumprecht: Zur Geschichte von Edelstal und der Herrschaft Orth A. D. Donau im Mittelalter. In: Burgenländische Heimatblätter. Jahrgang 70, 2008, S. 56–60, PDF auf ZOBODAT.at.
  • Hans Gumprecht: Aus Edelstals Vergangenheit: Das Kellerviertel und der „hochfürstliche Thiergarten“ mit den Steinbrüchen. In: Burgenländische Heimatblätter. Jahrgang 73, 2011, S. 51–79, PDF auf ZOBODAT.at.
  • Hans Gumprecht: Aus Edelstals Vergangenheit (II.) – Ergänzungen zur Entwicklung des Dorfes. In: Burgenländische Heimatblätter. Jahrgang 74, 2012, S. 97–117, PDF auf ZOBODAT.at.
  • Hans Gumprecht: Familie Moser – Eine Spurensuche in Edelstal (Nemesvölgy) und anderswo. In: Burgenländische Heimatblätter. Jahrgang 76, 2014, S. 99–120, PDF auf ZOBODAT.at.
  • Hanns Schmid: Zur Hydrogeologie der Mineral- und Heilwasserlagerstätte Edelstal – Bgld. In: Burgenländische Heimatblätter. Jahrgang 43, 1981, S. 1–4, PDF auf ZOBODAT.at.
  • Martha Krings: Die Mundart von Edelstal im nördlichsten Burgenland. Dissertation, Universität Wien 1965.
  • Petra Weiß: Die Partnergemeinden. In: TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager. Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 424–425.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Edelstal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Edelstal. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 17. Januar 2020.
  2. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Edelstal. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 17. Januar 2020.
  3. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Edelstal. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 17. Januar 2020.
  4. a b Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Edelstal. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 17. Januar 2020.
  5. a b Gemeinde Edelstal: Gemeinderat (abgerufen am 30. November 2017)
  6. Gemeinde Edelstal: Mitarbeiterinnen (abgerufen am 30. November 2017)
  7. Frederick Reiss: Ein bedeutender Mediziner aus Nemesvölgy/Edelstal. Univ. Prof. Dr. Frederick Reiss (1891–1981) In: Burgenländische Heimatblätter. Jahrgang 66, 2004, S. 165–170, PDF auf ZOBODAT.at.