Edem Kodjo

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Edem Kodjo (2011)

Edem Kodjo (* 1938 in Sokodé als Édouard Kodjovi Kodjo) ist ein togoischer Politiker und Schriftsteller.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edem Kodjo war unter Präsident Gnassingbé Eyadéma bereits von 1973 bis 1976 Finanzminister Togos, anschließend bis 1978 Außenminister. Von 1978 bis 1984 war er Generalsekretär der OAU, der Organisation für Afrikanische Einheit (heute Afrikanische Union).

Im Zuge der Aufbruchsbewegungen nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation und der bis dahin die afrikanische Politik beherrschenden Blockpolitik brach er 1990 mit Eyadema und gründete die Togoische Union für Demokratie (UTD).

Als Vorsitzender der kleinen Oppositionspartei UTD wurde er am 22. April 1994 durch den Staatspräsidenten Gnassingbé Eyadéma erstmals zum Premierminister ernannt. Bei den vorangegangenen Parlamentswahlen hatte die UTD nur sieben Sitze in der Nationalversammlung (einen davon durch Kodjo), die größere Oppositionspartei CAR dagegen 36 der 81 Sitze gewonnen, die Regierungspartei RPT damit die Mehrheit verloren. Beide Oppositionsparteien gehörten zur so genannten „gemäßigten Opposition“, die durch intensive Anstrengungen Frankreichs, Deutschlands, der USA und Burkina Fasos bewogen werden konnte, an den Wahlen teilzunehmen, während die Parteien der „traditionellen“ oder „radikalen“ Opposition die Wahlen boykottierten.

Edem Kodjo bildete eine Koalitionsregierung aus Mitgliedern der UTD, der ehemaligen Einheitspartei RPT und Unabhängigen. Zu den wichtigsten Amtshandlungen seiner Regierung zählt die Verabschiedung eines Amnestiegesetzes für politisch motivierte Straftaten im Dezember 1994 und die Freilassung vieler politischer Gefangener. Als bei Nachwahlen im August 1996 die RPT große Gewinne verzeichnete, trat Edem Kodjo zurück; die Besetzung der Schlüsselpositionen blieb unter seinem Nachfolger Kwassi Klutse aber unverändert. Die Kooperation mit der RPT hat zu einer gewissen Isolierung Kodjos innerhalb der Opposition geführt.

Edem Kodjo ist heute Vorsitzender der Convergence Patriotique Panafricaine (CPP), die aus der Fusion der kleinen Oppositionsparteien PAD, UTD, UDS und PDU hervorging.

Am 8. Juni 2005 ernannte Präsident Faure Gnassingbé, der wegen seiner umstrittenen Wahl bislang von der EU nicht anerkannt wird, Edem Kodjo zum Premierminister. Bereits im Vorfeld der Präsidentenwahl hatte Kodjo die Einrichtung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission nach dem Modell Südafrikas vorgeschlagen. Sein Nachfolger als Premierminister wurde im September 2006 Yawovi Agboyibo.

Schriftstellerisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kodjo hat mehrere Bücher veröffentlicht. 1985 und 2006 wurde er mit dem Grand Prix littéraire de l’Afrique noire ausgezeichnet.