Edemissen (Edemissen)

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Dieser Artikel behandelt den Ortsteil Edemissen im Landkreis Peine; zu dem gleichnamigen Ortsteil der Stadt Einbeck siehe Edemissen (Einbeck).

Koordinaten: 52° 23′ 8″ N, 10° 15′ 38″ O

Edemissen
Gemeinde Edemissen
Wappen von Edemissen
Höhe: 70 m ü. NHN
Einwohner: 3404 (20. Mrz. 2013)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31234
Vorwahl: 05176
Edemissen (Niedersachsen)
Edemissen

Lage von Edemissen in Niedersachsen

Martin-Luther-Kirche in Edemissen

Edemissen (niederdeutsch Emisse) ist ein Ort in der gleichnamigen Gemeinde Edemissen und gleichzeitig deren Verwaltungssitz und liegt im Landkreis Peine in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edemissen liegt im südlichen Randgebiet zur Lüneburger Heide.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Edemissen stammt aus dem Jahr 1295. Der Ort wurde in alten Schriftstücken oft mit Edemissen (Einbeck) verwechselt. So wird auch heute noch immer wieder eine Urkunde aus dem Jahr 1253 fälschlicherweise mit Edemissen (Kreis Peine) in Verbindung gebracht.

Im Jahr 1532 erfolgte die Bildung des Amtes Meinersen mit der Gografschaft Edemissen und den zugehörigen Dörfern Edemissen, Abbensen, Ahlemissen, Alvesse, Blumenhagen, Dedenhausen, Eddesse, Eickenrode, Eixe, Eltze, Horst, Mödesse, Ohof, Plockhorst, Rietze, Stederdorf, Voigtholz,Wehnsen, Wendesse, Wipshausen, Ankensen, Tadensen und (Sundern).

Nach der Auflösung des Amtes Meinersen zum 31. März 1885 wurde Edemissen in den neu gebildeten Landkreis Peine eingegliedert.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1965 erfolgte der Zusammenschluss der bisher selbständigen Orte Edemissen, Alvesse, Blumenhagen, Mödesse, Voigtholz-Ahlemissen und seit 1971 auch Oedesse zur Samtgemeinde Edemissen. Seit 1. März 1974 ist Edemissen Teil der Einheitsgemeinde Edemissen. [1] Ankensen, Berkhöpen und Oelheim sind Ortsteile der Ortschaft Edemissen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berkhöpen Wehnsen Ankensen
Oedesse Nachbargemeinden Blumenhagen
Wendesse Stederdorf Mödesse

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung:[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch-lutherisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kirchspiel der Evangelisch-lutherischen Martin-Luther-Kirchengemeinde Edemissen gehören die Orte Alvesse, Blumenhagen (mit Klein Blumenhagen), Edemissen (mit Ankensen, Berkhöpen und Oelheim), Mödesse, Oedesse (mit Klein Oedesse), Plockhorst, Voigtholz-Ahlemissen und Wehnsen. Bis zum Jahre 1894 gehörte auch die Kapellengemeinde Abbensen dazu – die eine selbständige Kirchengemeinde wurde. Auch Eixe mit Sundern war bis 1867 mit Edemissen verbunden, und kam pfarramtlich zu Vöhrum.

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte das Kirchspiel Edemissen zur Inspektion Sievershausen, die 1965 aufgelöst wurde und eine weitere Neuordnung im Kirchenkreis Peine bewirkte. Edemissen gehört seitdem zum Kirchenkreis Peine.

Römisch-katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Römisch-katholische Kirchengemeinde war in Edemissen bzw. im Nordkreis Peine seit der Reformation bis ins 20. Jahrhundert nicht vorhanden. Erst mit dem Zuzug von Ausgebombten, Flüchtlingen und Vertriebenen bildete sich auch hier im Laufe der Nachkriegszeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine immer stärker wachsende Gemeinde heran.

Gottesdienste wurden anfänglich in privaten Wohnungen, Gaststuben, Sälen oder auch Einrichtungen der evangelischen Kirche durchgeführt. Erst im Jahre 1959 wurde mit der Kirche Corpus Christi eine katholische Kirche in Edemissen erbaut. 1968 wurde sie um einen Glockenturm ergänzt. Seit 2006 ist die katholische Gemeinde Edemissen Teil der Pfarrgemeinde „Zu den heiligen Engeln“ mit Sitz in Peine.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Hans-Joachim Berkmann.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortswappen zeigt auf einem goldenen Schild eine blaue Linde, beseitet von zwei roten achtstrahligen Sternen inmitten blauer Ringe, die aus einem schwarzen Boden erwächst.

Die Baum steht für eine sogenannte tausendjährige Linde, die einst neben dem Kirchengebäude stand. Die acht Strahlen der Ringsterne entsprechen den alten Wegen zu den Nachbardörfern, denen Edemissen Verwaltungs-, Gerichts- und kirchlicher Mittelpunkt war. Sie entstammen der ornamentalen Volkskunst und finden sich auf Häuserbalken und in Wetterfahnen des Ortes. Das Wappen wurde am 24. Januar 1952 vom niedersächsischen Innenminister genehmigt, der Entwurf stammt von Rudolf Dehnke.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FrankreichFrankreich Wappen von Chaulnes Chaulnes in Frankreich, seit 1969
Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt Wappen von Zahna Zahna in Sachsen-Anhalt, seit 1991

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Besonderheit ist seit 2003 die Außenstelle des Standesamtes Edemissen auf dem Rittergut Ankensen. Hier können sich heiratswillige Paare, im restaurierten Backhaus trauen lassen. Das ehemalige Guts-Backhaus aus dem Jahre 1886 – viele halten dieses Kleinod für eine Kapelle – ist wahrscheinlich eine Arbeit des Konsistorialbaumeisters Conrad Wilhelm Hase, Hannover.
  • Die Martin-Luther-Kirche besteht aus einem Turm, der um 1200 entstand und dem 1691 errichteten Kirchenschiff.
  • Das Pfarrhaus entstand im Jahr 1737.
  • Auf dem Gografenhof von 1737 steht der Zehntspeicher aus dem Jahr 1766, in welchem früher die Feldfrüchte gespeichert wurden, die als Zehnter von den steuerpflichtigen Bauern abgeliefert werden mussten.
  • Der Speicher Hiete von 1573 steht ebenso unter Denkmalschutz, wie die gesamte Wipperstraße, an der er steht.
  • Dazu gehören auch das Niedersachsenhaus Wipperhof von 1768 und Smees-Spieker von 1757.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Edemissen befinden sich Gemeindeverwaltung, Polizeistation, Feuerwehrhaus, Geldinstitute, Postagentur, Ärzte, Apotheken, Diakoniestation, Pfarramt sowie eine Vielzahl üblicher Wirtschafts- und Handelsbetriebe zur Versorgung der Region. Auf den noch verbliebenen landwirtschaftlichen Betrieben kann man saisonale Erzeugnisse (wie Kartoffeln, Mohrrüben, Zwiebeln, Spargel, Salat, Kürbis usw.) direkt ab Hof erwerben.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Außer Kindergärten sind in Edemissen eine Grundschule, Hauptschule und Realschule vorhanden.
  • Eine Außenstelle der Kreisbücherei befindet sich im Schulzentrum Edemissen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edemissen liegt an der Bundesstraße 444.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein der Heimatgeschichte Edemissen e. V.: Edemissen – Zu Hause im Grünen, 2014.
  • Verein der Heimatgeschichte Edemissen e. V.: Die Gemeinde Edemissen, Sutton 2007. ISBN 978-3-86680-202-5
  • Adolf Smithmanns : Martin-Luther-Kirche Edemissen, Evang.-Luth. Martin-Luther-Kirchengemeinde 2003
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 5a, Heft 5b, Selbstverlag 2003
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 4, Selbstverlag 2001
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 3b, 3c, Selbstverlag 2000
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 2, 3a, Selbstverlag 1999
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 1, Selbstverlag 1998
  • Jürgen Dieckhoff : Edemissen – Wohlfühlgemeinde, Gemeinde Edemissen 1999
  • Herbert Bahrmann : Edemissen in alten Ansichten, Europäische Bibliothek, Zaltbommel Niederlande 1981
  • Fritz Giffhorn : Edemissen – Zentrale des Nordkreises, Gemeinde Edemissen (1974)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 217.
  2. Für 1781, 1885, 1936, 1950: Edemissen. Abgerufen am 13. April 2015.
    für 2013: Edemissen. Abgerufen am 13. April 2015.
  3. Edemissen. Abgerufen am 13. April 2015.
  4. Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 131/132.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Edemissen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien