Edgar Stern-Rubarth

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Edgar Stern-Rubarth (* 15. August 1883 in Frankfurt am Main; † 26. Januar 1972 in London) war ein deutscher Journalist und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edgar Stern war ein Sohn des Frankfurter Kaufmanns und Industriellen Moritz H. Stern (1859–1922) und dessen Ehefrau Martha (1864–1912). Er besuchte das Goethe-Gymnasium, studierte in Frankfurt und Berlin und wurde 1914 zum Dr. phil. promoviert. Ab 1905 veröffentlichte er Feuilletons u. a. im „Simplicissimus“ und in der „Vossischen Zeitung“. Im Ersten Weltkrieg war er im Nahen Osten und an der Westfront eingesetzt. Er war u. a. Adjutant des Hauptmanns Fritz Klein (1877–1958) und wurde 1918 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse sowie mit der osmanischen Liakat-Medaille in Silber ausgezeichnet. 1917 heiratete Stern die Rheydter Lehrerin Josefa Rubarth und nannte sich ab 1919 Stern-Rubarth.

1919 wurde er Chefredakteur im Berliner Ullstein Verlag. Ab 1925 war er Chefredakteur, seit 1929 auch Direktionsmitglied der Nachrichtenagentur Wolffs Telegraphisches Bureau. Er war 1924 Mitgründer und Präsident des Europäischen Zollvereins und wurde Generalsekretär der Deutsch-Französischen Gesellschaft.

1933 wurde Stern-Rubarth als Chefredakteur entlassen. Wegen seines jüdischen Großvaters wurde der Katholik aus der Reichsschrifttumskammer entlassen, was einem Berufsverbot gleichkam. Er emigrierte 1936 über Genf nach London, war 1939/1940 auf Isle of Man interniert. Nach 1945 war er Korrespondent für die „Stuttgarter Zeitung“ und den „Rheinischen Merkur“.

Stern-Rubarth starb 1972 als Mitarbeiter der deutschen Botschaft in London.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem 2018 erschienenen Roman „Die Orient-Mission des Leutnant Stern“ erzählt Jakob Hein, wie Kaiser Wilhelm im Ersten Weltkrieg mit der Auslösung des Dschihads seine Gegner bekämpfen wollte. Um Sultan Mehmed V. hierfür zu gewinnen, schickt er den Leutnant und 14 als Zirkusartisten getarnte Muslime nach Konstantinopel.

Stern verließ 1915 mit ihnen den Anhalter Bahnhof und kehrte 1917, nach seiner erfolglosen Mission, zurück.[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Propaganda als politisches Instrument. Berlin 1921.
  • Graf Brockdorff-Rantzau, Wanderer zwischen zwei Welten Ein Lebensbild. Berlin 1929.
  • Stresemann der Europäer. Berlin 1930.
  • Exit Prussia. A plan for Europe. London 1940.
  • A short history of the Germans. London 1941.
  • Drei Männer suchen Europa : Briand-Chamberlain-Stresemann. München 1947.
  • Ein Leben für Presse und Politik. Stuttgart 1964 (Autobiografie)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jakob Hein: Die Orient-Mission des Leutnant Stern. Kiepenheuer & Witsch, Berlin 2018, ISBN 978-3-462-31850-0.