Edikt von Villers-Cotterêts

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Edikt von Villers-Cotterêts
Erste Seite des Edikts von Villers-Cotterêts.

Mit dem Edikt von Villers-Cotterêts (französisch Ordonnance de Villers-Cotterêts) vom 15. August 1539 führte König Franz I. eine umfangreiche Reform von Justiz und Verwaltung durch, bei der unter anderem in Artikel 111 die französische Sprache (langage maternel francoys) zur alleinigen Urkunden- und Verwaltungssprache in Frankreich erhoben wird. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Verwendung des Lateins in Rechtsangelegenheiten üblich.

Das Edikt ist benannt nach dem Ort Villers-Cotterêts in der Picardie, in dem es erlassen wurde.

Artikel 111[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Originaltext Übersetzung
Art. 111. – Et pour ce que telles choses sont souventesfoys advenues sur l'intelligence des motz latins contenuz es dictz arretz. Nous voulons que doresenavant tous arretz ensemble toutes aultres procedeures, soient de nous cours souveraines ou aultres subalternes et inferieures, soient de registres, enquestes, contractz, commisions, sentences, testamens et aultres quelzconques actes et exploictz de justice ou qui en dependent, soient prononcez, enregistrez et delivrez aux parties en langage maternel francoys et non aultrement. Art. 111. – Und da viele Dinge oft widerfahren sind aufgrund des (mangelnden) Verständnisses der lateinischen Worte, die in den Edikten enthalten waren, wollen Wir, dass nun alle Edikte, zusammen mit anderen Prozeduren – seien sie von fürstlichen Höfen oder anderen untergeordneten oder nachrangigen Stellen ergangen, seien es Register, Anfragen, Verträge, Aufträge, Aufzeichnungen, Testamente und andere beliebige – sowie Akte und Beurkundungen der richterlichen Gewalt oder damit zusammenhängende, in Zukunft in französischer Sprache und keiner anderen ausgesprochen, registriert und an die verschiedenen [Streit-]Parteien ausgehändigt werden sollen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]