Edith Nesbit

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Edith Nesbit

Edith Nesbit (* 15. August 1858 in Kennington, London; † 4. Mai 1924 in New Romney, Kent)[1] war eine englische Autorin, deren Werke für Kinder im englischen Original unter dem „geschlechtsneutralen“ Namen E. Nesbit veröffentlicht wurden. Sie verfasste über 40 Kinderbücher. Einige davon wurden später verfilmt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edith Nesbit wurde als Tochter des Lehrers John Collis Nesbit, der bereits im März 1862 starb, an der Lower Kennington Lane 38 im Süden von London geboren. Die schlechte Gesundheit ihrer Schwester Mary führte dazu, dass die Familie während einiger Jahre dauernd umzog; sie lebte in Brighton, Buckinghamshire, Frankreich, Spanien und Deutschland, bis die Familie sich für drei Jahre in Halstead in Nordwest-Kent niederließ – eine Örtlichkeit, die später The Railway Children inspirierte.[2]

Als Nesbit 17 Jahre alt war, zog ihre Familie zurück nach London. Als Anhängerin von William Morris traf die 19-jährige Nesbit den Bankangestellten Hubert Bland im Jahr 1877. Sie heiratete Bland am 22. April 1880, als sie im siebten Monat schwanger war. Jedoch lebte sie anschließend nicht sogleich mit Bland zusammen, der anfänglich weiter bei seiner Mutter wohnte. Bland führte zudem eine Affäre mit Alice Hoatson (sie war die stellvertretende Sekretärin der Fabian Society), aus der zwei Kinder hervorgingen (Rosamund im Jahr 1886 und John 1899), die beide von Nesbit als ihre eigenen aufgezogen wurden. Ihre eigenen Kinder waren Paul Bland (1880–1940), dem The Railway Children gewidmet wurde; Iris Bland (1881–19??) und Fabian Bland (1885–1900), dessen Vorname nach der Fabian Society gewählt war und der nach einer Mandeloperation im Alter von 15 Jahren starb.[3] Nesbit widmete Fabian das Werk Five Children And It und seine Folgebände sowie The Story of the Treasure Seekers und deren Folgebände.

Nesbits Grab in der Romney Marsh, Kent

Edith Nesbit und Paul Bland gehörten zu den Gründern der Fabian Society im Jahr 1884. Nesbit machte dort die Bekanntschaft von H. G. Wells und George Bernhard Shaw.[4][5] Nesbit und Bland gaben zusammen die Zeitschrift der Gesellschaft (Today) heraus. Sie sympathisierten für kurze Zeit mit der Social Democratic Federation, lehnten sie schließlich als zu radikal ab. Nesbit hielt zahlreiche Vorträge und war eine produktive Schriftstellerin zum Thema Sozialismus in den 1880er Jahren; oft signierte sie ihre Bücher mit „Fabian Bland“. Diese Aktivität nahm mit ihrem wachsenden Erfolg als Kinderbuchautorin ab.

Nesbit lebte von 1899 bis 1920 in Well Hall House, Eltham im südöstlichen London. Etwa drei Jahre nachdem Bland (1914) verstorben war, heiratete Nesbit am 20. Februar 1917 Thomas „the Skipper“ Tucker, einen umgänglichen Schiffsingenieur, dessen Herkunft aus der Unterschicht der Familie und den Freunden Nesbits nicht behagte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nesbit war literarisch enorm produktiv. Sie verfasste selbst etwa vierzig Kinderbücher, sowohl Romane als auch Geschichtensammlungen. In Zusammenarbeit mit anderen entstanden zahlreiche weitere Werke. Ihre Kinderbücher sind dafür bekannt, unterhaltsam zu sein, ohne belehrend zu werden, obwohl einige ihrer früheren Werke wie Five Children and It in diese Richtung gingen.

Laut ihrer Biographin Julia Briggs war Nesbit die „erste moderne Autorin für Kinder“: „[Nesbit] trug dazu bei, von der großen Tradition der Kinderliteratur, die von Lewis Carroll, George MacDonald und Kenneth Grahame geschaffen wurde, abzukommen, indem sie sich von deren Scheinwelten abwandte hin zu den harten Wahrheiten, die man aus Begegnungen mit den „Dingen, wie sie sind“ gewinnt, einstmals der Erwachsenenliteratur vorbehalten.“

Briggs schreibt Nesbit ebenso die Erfindung der Abenteuergeschichte für Kinder zu. Zu den bekanntesten Büchern Nesbits gehören The Story of the Treasure Seekers (1898) und The Wouldbegoods (1899), die beide Geschichten über die Bastables erzählen, eine fiktionale Familie, die von Nesbit wahrscheinlich nach der Familie ihrer eigenen Kindheit gestaltet wurde. Nesbits Kinderliteratur beinhaltet auch zahlreiche Theaterstücke und Gedichtsammlungen.

Nesbit machte zudem einen innovativen Stil der Kinder-Fantasy populär, in dem realistisch geschilderte Kinder der Gegenwart in einer realweltlichen Umgebung mit magischen Objekten und Abenteuern verbunden werden.[6] Dadurch bildete sie einen direkten oder indirekten Einfluss auf viele spätere Autoren wie P. L. Travers (Verfasserin von Mary Poppins), Edward Eager und Diana Wynne Jones.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Schatzsucher (The Story of the Treasure Seekers; Bastable-Trilogie 1; 1899)
  • Der Club der guten Taten (The Would-Be-Goods; Bastable-Trilogie 2; 1901)
  • The Book of Dragons (Erstmals ab 1899 in The Strand Magazine veröffentlicht, 1901)
  • Das rote Haus / Die lustige Ehe (The Red House; 1902)
  • Fünf Kinder und zehn Wünsche / Der Sandelf (Five Children and It, Psamead-Trilogie 1; 1902)
  • Der Phönix und der Teppich / Feuervogel und Zauberteppich (The Phoenix and the Carpet; Psamead-Trilogie 2; 1904)
  • New Treasure Seekers (Bastable-Trilogie 3; 1904)
  • Die Eisenbahnkinder (The Railway Children; 1905)
  • The Story of the Amulet (Psamead-Trilogie 3; 1906)
  • Das verzauberte Schloß (Enchanted Castle; 1907)
  • Die Kinder von Arden (House of Arden; 1908)
  • Der Traum von Arden (Harding’s Luck; 1909)
  • Die verzauberte Stadt (Magic City; 1910)
  • The Wonderful Garden or The Three C's (1911)[7]
  • Meereszauber (Wet Magic; 1913)

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julia Briggs: A Woman of Passion: The Life of E. Nesbit 1858 - 1924, London [u. a.], Penguin, 1989

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Edith Nesbit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Nesbit | English author. In: Encyclopedia Britannica. (britannica.com [abgerufen am 24. November 2018]).
  2. Lyn Gardner: How did E Nesbit come to write The Railway Children? 26. März 2005, abgerufen am 24. November 2018 (englisch).
  3. Luise F. Pusch: Edith Nesbit. In: fembio.org. Abgerufen am 24. November 2018.
  4. Edith Nesbit. In: Spartacus Educational. (spartacus-educational.com [abgerufen am 24. November 2018]).
  5. Bill Greenwell: Bill Greenwell - Edith Bland. Abgerufen am 24. November 2018.
  6. Gore Vidal: The Writing of E. Nesbit. In: The New York Review of Books. (nybooks.com [abgerufen am 24. November 2018]).
  7. Edith Nesbit: The Wonderful Garden or The Three Cs by Edith Nesbit (1911; scans). 1911 (archive.org [PDF; abgerufen am 24. November 2018]).