Edmond Jouhaud

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Edmond Jouhaud, 1961

Edmond Jouhaud (* 2. April 1905 in Ain-boucefar nahe Oran; † 4. September 1995 in Royan) war ein französischer General.[1]

Leben[Bearbeiten]

Edmond Jouhaud wurde bei Oran in Französisch-Algerien geboren. Nach seiner Schulausbildung in Algerien wurde er 1924 in die Militärschule Saint-Cyr aufgenommen. Während des Zweiten Weltkriegs war Jouhaud ein führender Kader der Forces françaises de l’intérieur in der Region Bordeaux. Bei Kriegsende hatte er den Rang eines Obersten inne. 1948 wurde er Stabschef der Luftwaffe in Tunesien. Danach wurde er nach Französisch-Indochina versetzt. 1954 fungierte er als Oberbefehlshaber der dortigen Luftstreitkräfte.[2]

Er war einer von vier Generälen, die am 21. April 1961 durch einen Putsch versuchten, die Unabhängigkeit Algeriens zu verhindern. Zu dieser Zeit war er Generalinspekteur der französischen Luftstreitkräfte in Nordafrika. Nach dem gescheiterten Putsch wurde er zum Stellvertreter Raoul Salans in der rechten Terrorgruppe Organisation de l’armée secrète (OAS), die einerseits gegen die Front de Libération Nationale, andererseits gegen die reguläre französische Armee kämpfte. Während Salan ins franquistische Spanien floh, blieb Jouhaud aus Loyalität zu seinem Geburtsort.[3]

Er wurde im März 1962 vom französischen Staat gefangen genommen und von einem Militärgericht im Schnellverfahren zum Tode verurteilt.[3] Nachdem allerdings Raoul Salan von einem Zivilgericht nur zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, wandte sich die öffentliche Meinung gegen Jouhauds Hinrichtung.[4] Nachdem er die verbliebenen OAS–Aktivisten dazu aufrief, die Waffen niederzulegen, wurde seine Todesstrafe durch Charles de Gaulle in eine Gefängnisstrafe umgewandelt,[3] aus der er 1967 entlassen wurde.[5] Ein Gesetz unter François Mitterrand bewirkte 1982 seine Rehabilitation.[6]

Als Nachkomme von Pionieren korsischer Herkunft gehörte er vor dem Putsch zu den am höchsten dekorierten Offizieren des französischen Militärs. Seine politische Ausrichtung kann als pro-amerikanisch bezeichnet werden.[7][8]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Des Weiteren erhielt Jouhaud noch viele weitere ausländische Auszeichnungen. Die französische Stadt Saint-Laurent-du-Var ist die einzige Stadt in Frankreich, die Edmond Jouhaud verehrt. So gibt es in Saint-Laurent-du-Vare einen Platz in der Nähe des Rathauses, der nach ihm benannt ist, sowie eine Schule und ein Schwimmbad, die seinen Namen verwenden.

Werke[Bearbeiten]

  • Histoire de l’Afrique du Nord, Les deux coqs d’or,
  • Ô mon pays perdu - De Bou-Sfer à Tulle, Fayard, 1969,
  • La vie est un combat - Souvenirs : 1924–1944, Fayard, 1975,
  • Ce que je n’ai pas dit - Sakiet, OAS, Évian, Fayard, 1977,
  • Youssouf, esclave, mamelouk et général de l’Armée d’Afrique, Robert Laffont,1980
  • Serons-nous enfin compris ?, Albin Michel, 1984.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://anom.archivesnationales.culture.gouv.fr/caomec2/pix2web.php?territoire=ALGERIE&registre=37848
  2. Christopher E. Goscha : Historical Dictionary of the Indochina War (1945-1954), Kopenhagen, 2011, S. 236
  3. a b c http://www.independent.co.uk/news/people/obituary-general-edmond-jouhaud-1599695.html
  4. Sympathy for Salan (Memento vom 27. Mai 2009 im Internet Archive) TIME Magazine, Friday, 1. Juni 1962
  5. Milestones TIME Magazine, September 18, 1995
  6. Acte de naissance numérisé par les ANOM d'Aix en Provence, page 8/20
  7. Acte de naissance numérisé par les ANOM d'Aix en Provence, page 8/20
  8. http://www.henri-pouillot.fr/spip.php?rubrique81