Eduard Bergmann (Unternehmer)

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Eduard Bergmann (* 29. September 1897 in Coppenbrügge; † 6. September 1973 in Hannover) war ein deutscher Kaufmann, Verbandsfunktionär und Honorarkonsul von Dänemark.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs in dem niedersächsischen Ort Coppenbrügge als Sohn eines Landwirts, ging Eduard Bergmann nach seinem Schulbesuch zum Studium der Fächer Rechtswissenschaften, Geschichte und neuere Sprachen nach Göttingen an die dortige Georg-August-Universität, wo er als Dr. jur. und Dr. phil. abschloss.[2]

Anschließend leitete Bergmann zunächst als Syndikus die hannoversche Niederlassung des schwedischen Haushaltsgeräteherstellers Electrolux.[2]

Zur Zeit der Weimarer Republik wurde am 30. Juni 1927[3] Bergmanns Tochter Inge geboren.[4]

Zur Zeit der Weimarer Republik und im Jahr des Beginns der Weltwirtschaftskrise übernahm Bergmann 1929 die in finanzielle Schwierigkeiten geratene[5] und seinerzeit noch kleine hannoversche Elektrogroßhandlung Hermann Albert Bumke in der damaligen Rundestraße, die er rasch um weitere Geschäftsbereiche wie Sanitär und Heizung erweiterte.[6]

Ab 1933, dem Jahr der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, und bis zu seinem Tode engagierte sich Bergmann in der Industrie- und Handelskammer Hannover, unterbrochen nur während der Zeit der Auflösung dieser Organisation, an deren Wiedergründung er schon 1945 und noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges beteiligt war.[5]

Hauptgebäude des Unternehmens Hermann Albert Bumke am Engelbosteler Damm in der Nordstadt von Hannover bei Nacht

Obwohl die Brand- und Sprengbomben während Luftangriffe auf Hannover die alten Geschäftsgebäude nahezu völlig zerstört hatten, baute Eduard Bergmann die Firma Bumke nach dem Krieg zügig zu einem der bedeutendsten Großhandelsunternehmen der Bundesrepublik Deutschland aus,[5] zunächst am neuen Standort am Engelbosteler Damm in der Nordstadt und nicht zuletzt mit Hilfe seiner ihm in der Führung bald folgenden Tochter Inge.[7]

Noch während der Zeit der Britischen Besatzungszone wurde Eduard Bergmann Vizepräsident der hannoverschen IHK, ein Amt, das er rund zwanzig Jahre bis 1965 innehaben sollte.[5] Parallel dazu und darüber hinaus war er von 1946 bis 1969 auch Mitglied der Vollversammlung der IHK.[2]

Ebenfalls gleich nach dem Krieg initiierte Bergmann die Gründung des Niedersächsischen Großhandelsbundes sowohl als Berufs- als auch als Arbeitgeberverband. Zwei Jahrzehnte leitete er dann als Vorsitzender diese Organisation und ebenso parallel dazu auch den Verein Großhandels-Schulungsheim Goslar im Harz.[5]

Zudem wirkte Bergmann als Mitglied im Präsidium im Deutschen Groß- und Außenhandelsverband sowie in internationalen Gremien, außerdem als Mitglied im Beirat der Niedersächsischen Landesbank sowie im Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG. Das Königreich Dänemark berief Bergmann zu seinem ehrenamtlichen Honorarkonsul.[5]

Das Annastift in Hannover-Kleefeld unterstützte Bergmann sowohl als Sponsor wie auch als Mitglied des Kuratoriums.[5]

Nach dem Tode seines Bruders übernahm Bergmann den väterlichen Hof.[5] Bis zu seinem Tod im Jahr 1973 blieb Eduard Bergmann – ebenso wie der Konsul Erich Nain – Mitglied im Beirat der Wilhelm-Busch-Gesellschaft.[8]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eduard Bergmann wurde mit folgenden Auszeichnungen geehrt:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Plath, Herbert Mundhenke, Ewald Brix (Bearb.): Heimatchronik der Stadt Hannover (= Heimatchroniken der Städte und Kreise des Bundesgebietes, Bd. 17), Köln: Archiv für Deutsche Heimatpflege, 1956
  • Franz B. Döpper: Hermann Albert Bumke / Elektro- und Sanitär-Großhandlung, in ders.: Hannover und seine alten Firmen, hrsg. vom Verband Deutscher Wirtschaftshistoriker e.V., 1. Auflage, Hamburg: Pro Historica, 1984, ISBN 3-89146-002-3, S. 220f.
  • Rudolf Klein (Hrsg.): Niedersachsenlexikon. Alles Wissenswerte über das Land Niedersachsen, Frankfurt am Main: Umschau-Verlag, 1969, S. 26
  • Bergmann, Eduard. In: Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who Band 17. 1971, S. 70.
  • Herbert Wenn: 125 Jahr Industrie- und Handelskammer Hannover - Hildesheim, Hannover: IHK, 1991, S. 35f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bergmann, Eduard in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek, zuletzt abgerufen am 24. Juli 2016
  2. a b c Waldemar R. Röhrbein: Bergmann, Eduard. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 52; online über Google-Bücher
  3. Zwei Traueranzeigen in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) vom 23. Juli 2016, S. 18
  4. Franz B. Döpper: Hermann Albert Bumke / Elektro- und Sanitär-Großhandlung, in ders.: Hannover und seine alten Firmen, hrsg. vom Verband Deutscher Wirtschaftshistoriker e.V., 1. Auflage, Hamburg: Pro Historica, 1984, ISBN 3-89146-002-3, S. 220f.
  5. a b c d e f g h i j k l Waldemar R. Röhrbein: Bergmann, Eduard. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 62.
  6. Waldemar R. Röhrbein: Bumke GmbH & Co. KG, Hermann Albert, Elektro-, Sanitär- und Heizungsgroßhandlung. In: Stadtlexikon Hannover, S. 97
  7. Gerda Valentin: Nordstadt / Der Großhandel Bumke blickt auf 100-jähriges Bestehen zurück / Als Orientierungspunkt ist das Gebäude fast so markant wie die Christuskirche: „Bei Bumke“ sagen viele Nordstädter, wenn sie die südlichste Ecke des E-Damms meinen. In: Stadtanzeiger Nord, Beilage zur HAZ vom 16. Oktober 2009, zuletzt abgerufen am 24. Juli 2016
  8. N.N.: Wilhelm-Busch-Jahrbuch, 1974, S. 78; Vorschau über Google-Bücher