Eduard Pechuel-Loesche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kamerun und Fernando Po. Nach Original-Aufnahmen von Dr. Pechuel-Loesche für die „Gartenlaube“ auf Holz gezeichnet von R. Cronau.[1]

Eduard Pechuel-Loesche (Pseudonym auch: M. E. Plankenau; * 26. Juli 1840 in Zöschen bei Merseburg; † 29. Mai 1913 in München) war ein deutscher Geograph und Afrikaforscher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pechuel-Loesche studierte Naturwissenschaften in Leipzig, promovierte zum Dr. phil. und habilitierte sich 1886 an der Jena für Erd- und Völkerkunde. 1895 folgte er einem Ruf als a.o. Professor an die Universität Erlangen.

Pechuel-Loesche unternahm seit den 1860er Jahren längere Reisen nach Westindien, Nord- und Südamerika, die Küstenländer und die Inselwelt des Atlantischen Ozeans und des Pazifiks. Auch ging er in das südliche und nördliche Eismeer sowie in die Beringstraße. In den Jahren zwischen 1874 und 1876 war er Mitglied der deutschen Expedition an der Loangoküste unter der Leitung von Paul Güßfeldt. Er nahm an der Gründung des Kongostaates teil und amtierte dort zwischen 1882 und 1883 als Stellvertreter Stanleys. 1884 bis 1885 unternahm er mit seiner Gattin eine Reise nach Südwestafrika, zur Walfischbucht und in das Land der Herero. Er war korrespondierendes Mitglied des Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erdkunde[2] und auch Mitglied im Centralverein für Handelsgeographie und Förderung deutscher Interessen im Auslande.

Eduard Pechuel-Loesche malte auf seinen Reisen etwa 400 Aquarelle, die später in den Besitz des Geographischen Seminars in Hamburg gelangten.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihm benannt ist die Pflanzengattung Pechuel-Loeschea O.Hoffm. aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Güßfeldt, Falkenstein und Pechuel-Loesche: Die Loango-Expedition. Leipzig 1882, Pechuel-Loesche bearbeitete die 1. Hälfte der 3. Abt. (Textarchiv – Internet Archive)
  • Die Bewirtschaftung tropischer Gebiete. Straßburg 1885
  • Stanley und das Kongounternehmen. 1885
  • Kongoland. Jena 1887
  • als Herausgeber: Brehms Tierleben. 3. Ausgabe, 10 Bde., Leipzig 1890–93
  • Beatrix Heintze (Hrsg.): Eduard Pechuel-Loesche: Tagebücher von der Loangoküste (Zentralafrika) (24.2.1875 – 5.5.1876) sowie Stichworte zu den Tagebuchaufzeichnungen vom 10.7. bis 19.8.1874. Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main 2011 (online)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eduard Pechuël-Loesche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Eduard Pechuel-Loesche – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kamerun und Lüderitz-Land. In: Die Gartenlaube. Heft 40, 1884, S. 665 (Volltext [Wikisource]).
  2. Verzeichnis der Mitglieder des Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erdkunde am 31. März 1885 (Memento vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive)
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.