Edward E. De Beer

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Edward Edmond de Beer (* 15. Juni 1911 in Aalst; † 1994) war ein belgischer Bauingenieur für Geotechnik. Er gilt als Begründer der wissenschaftlichen Geotechnik in Belgien.

De Beer ging in Aalst auf das Gymnasium, erwarb 1934 sein Diplom als Bauingenieur an der Universität Gent und schloss danach in den Aufnahmeprüfungen für den Staatsdienst als Ingenieur als Bester ab. Er ging an das Grundbauinstitut in Delft zu Keverling Buisman und Broekman zur Ausbildung in Bodenmechanik und gründete nach der Rückkehr 1938 in Gent (Zwijnaarde) das staatliche belgische Bodenmechanik-Labor. Bis 1978 war er Direktor des Instituts. Er war Mitgründer der Zeitschrift Géotechnique nach dem Zweiten Weltkrieg und aktiver Teilnehmer am Zweiten Internationalen Kongress für Bodenmechanik und Grundbau in Rotterdam 1948, in deren Abhandlungen er sieben Arbeiten veröffentlichte und Berichterstatter für Bodenklassifizierung war. Intensive Diskussionen wurden damals auch über den Dutch Cell Test (ein frühes Triaxialgerät aus dem Grundbaulabor in Delft) geführt und schon damals veröffentlichte de Beer über die Interpretation von Drucksondierungen (ein lebenslanges Interessengebiet von de Beer). 1952 bis 1972 unterrichtete er an der französischsprachigen Université Catholique de Louvain in Löwen und gleichzeitig 1958 bis 1974 daselbst an der flämischen Katholieke Universiteit Leuven. Außerdem unterrichtete er 1962 bis 1981 Boden- und Felsmechanik an der Universität Gent.

De Beer spielte auch in den internationalen Organisationen über Geotechnik eine wichtige Rolle und koordinierte (als ständiger Sekretär der Koordinationsstelle seit 1973) die Aktivitäten der internationalen Gesellschaften für Felsmechanik (ISRM), Ingenieurgeologie (IAGE) und Bodenmechanik/Grundbau (ISSMGE).

In seiner Heimatstadt Aalst engagierte er sich in der Verwaltung einer Technikerschule und eines Hospitals und war darüber hinaus auch für die nationale Wohnungsbaubehörde aktiv. Er war 1948 Chefingenieur und 1949 Generalinspektor für Gebäude im Ministerium für Öffentliche Arbeit und später leitend im Gesundheitsministerium.

Zu seinen Schülern zählt William Van Impe, sein Nachfolger als Direktor des Labors für Geotechnik in Gent.

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burland The Founders of Geotechnique, Geotechnique, Band 58, 2008, S. 334f