Edward Jenner

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Edward Jenner
Gedenktafel für Edward Jenner in München, Am Neudeck 1

Edward Jenner [ˈɛdwəd ˈdʒɛnə] (* 6. Maijul./ 17. Mai 1749greg. in Berkeley, Gloucestershire; † 26. Januar 1823 ebenda) war ein englischer Landarzt, der die moderne Schutzimpfung gegen Pocken entwickelte.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jenner wurde an der Cirencester Grammar School und von einem Geistlichen in Wotton-under-Edge unterrichtet, ging bei einem Wundarzt in Sodbury bei Bristol in die Lehre, studierte von 1770 bis 1773 Anatomie und Chirurgie am St. George’s Hospital bei John Hunter in London, wo er auch als Arzt tätig wurde, und kehrte nach Berkeley zurück, um eine eigene Praxis zu eröffnen.

Die Impfung mit intakten Pockenviren (Variolation) wurde bereits früher in der Türkei praktiziert und durch Mary Wortley Montagu nach Europa gebracht, wo sie beispielsweise von Jan Ingenhousz praktiziert wurde.[2] Es war jedoch eine riskante Präventionsmaßnahme. Ab 1770 impften bereits verschiedene Personen in England und Deutschland, darunter Benjamin Jesty (1774)[3] und Peter Plett (1791)[4] mit der Kuhpockenlymphe. Auch Jenner nutzte die landläufige Meinung, dass Melkerinnen, die sich mit Kuhpocken infiziert hatten, gewöhnlich nicht an den eigentlichen Pocken erkrankten. Im Mai 1796 unternahm er einen Versuch, indem er den Jungen James Phipps mit Kuhpocken- oder Vacciniaviren impfte, die er einer Kuhpockenpustel entnommen hatte. Sechs Wochen später variolierte Jenner den Jungen mit Pockeneiter; er erwies sich als immun. Als Jenners Artikel von der Royal Society abgelehnt wurde, unternahm er weitere Versuche – auch mit seinem 11 Monate alten Sohn. Im Jahr 1798 veröffentlichte er seine Ergebnisse und musste erleben, dass man ihn lächerlich zu machen versuchte. Impfgegner bezeichneten seine Methode als "Verjauchung" des Blutes.[5] Dennoch setzte sich die von ihm propagierte Methode durch.

Jenner bezeichnete sein Verfahren als „vaccination“ (deutsch Vakzination). Dieser Begriff steht im Englischen heute immer noch für die Schutzimpfung einer gesunden Person mit abgeschwächten oder inaktivierten Krankheitserregern, bzw. deren immunogenen Komponenten. Jenners Vakzination konnte die stark verbreitete Seuche zurückdrängen und als bislang einzige Infektionskrankheit bis heute eliminieren.[6]

Jenner war auch ein genauer Naturbeobachter: So war er es, der feststellte, dass ein junger Kuckuck seine „Stiefgeschwister“ nach und nach aus dem Nest drängt, bis er als alleiniger Schützling seiner „Gastgeber“ gefüttert wird. Für diese Beobachtung wurde er 1789 zum „Fellow“ der Royal Society gewählt. 1801 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften[7] und 1802 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Ebenfalls im Jahre 1802 wurde Edward Jenner ein Mitglied im Bund der Freimaurer, seine Loge Faith and Friendship ist in Berkeley (Gloucestershire) ansässig.[8][9] Ihm zu Ehren ist der Jenner-Gletscher auf der antarktischen Brabant-Insel benannt.

Statuen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Edward Jenner – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Edward Jenner – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang U. Eckart: Illustrierte Geschichte der Medizin, Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York 2011, S. 31, 95+96, ISBN 978-3-642-12609-3; Online Ressource Illustrierte Geschichte der Medizin 2011
  2. Der große Impfversuch von Konstantinopel
  3. J. F. Hammarsten, W. Tattersall, J. E. Hammarsten: Who discovered smallpox vaccination? Edward Jenner or Benjamin Jesty? In: Transactions of the American Clinical and Climatological Association. Band 90, 1979, S. 44–55, PMID 390826, PMC 2279376 (freier Volltext) (Review).
  4. P. C. Plett: Peter Plett und die übrigen Entdecker der Kuhpockenimpfung vor Edward Jenner. In: Sudhoffs Archiv, Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte, Band 90, Heft 2, Franz Steiner Verlag, Stuttgart, 2006, S. 219–232. (ISSN 0039-4564)
  5. Wolfgang U. Eckart: Geschichte der Medizin. Mit Theorie, Ethik, Recht, 6. Aufl. 2009 Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York, S. 182+212, ISBN 978-3-540-79215-4; Online Ressource Geschichte der Medizin 2009; 7. Aufl. Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin 2013 Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York, S. 162+196, ISBN 978-3-642-34971-3; Online Ressource Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin 2013
  6. Eberhard Wolff: Edward Jenner, in: Wolfgang U. Eckart und Christoph Gradmann: Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart, 1. Aufl. 1995, C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München, 2. Aufl. 2001, 3. Aufl. 2006 jeweils Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York, S. 186; Online Ressource Ärztelexikon 2006
  7. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751-2001. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 124.
  8. Eugen Lennhoff, Oskar Posner, Dieter A. Binder: Internationales Freimaurerlexikon, Überarbeitete und erweiterte Neuauflage der Ausgabe von 1932, München 2003, 951 S., ISBN 3-7766-2161-3
  9. Famous Freemasons Edward Jenner, Homepage: Grand Lodge of British Columbia and Yukon (Abgerufen am 7. Oktober 2012)
  10. http://e-monumen.net/patrimoine-monumental/monument-a-edward-jenner-boulogne-sur-mer/