Edward Kennard Rand

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Edward Kennard Rand (* 20. Dezember 1871 in South Boston, Massachusetts; † 28. Oktober 1945 in Cambridge) war ein US-amerikanischer Klassischer Philologe, der von 1901 bis 1942 an der Harvard University lehrte. Er beschäftigte sich mit der lateinischen Literatur von der Antike bis zur Frühen Neuzeit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edward Kennard Rand, war der Sohn des Geistlichen Edward Augustus Rand und Mary Frances, geborene Abbott. Nach seinem High-School-Abschluss in Watertown, Massachusetts, begann er sein Studium an der Harvard University (Bachelor 1894), setzte es an der Harvard Divinity School (1894–1895), an der Universität von Chicago (1895–1897) und an der Episcopal Theological School (1897–1898) fort und schloss es schließlich an der Universität München in Deutschland ab. Hier wurde er 1900 bei Ludwig Traube mit einer Arbeit über den spätantiken Philosophen und Theologen Boëthius promoviert, die 1901 gedruckt wurde.

Nach seiner Rückkehr in die USA lehrte Rand an der Harvard University Lateinische Literatur und Sprache, zunächst als Instructor, ab 1905 als Assistant Professor, seit 1909 als Full Professor. Von 1931 bis zu seiner Emeritierung (1942) war er Pope Professor of Latin.

Rand war einer der ersten Philologen in den USA, die die lateinische Literatur des Mittelalters in Lehre und Forschung vertraten. Besonderes Interesse widmete er den Schnittstellen zwischen der Spätantike und dem Frühmittelalter. Sein Standardwerk Founders of the Middle Ages (1928) entstand aus einer Vorlesungsreihe. Auch dem Skriptorium von Tours widmete er zahlreiche Studien. Darüber hinaus berücksichtigte er auch in verschiedenen Arbeiten das Nachleben antiker Autoren.

Als Forscher war Rand landesweit anerkannt. 1913 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Er wurde 1919/1920 zum Sather Professor an der University of California, Berkeley ernannt und war Mitglied der American Philological Association (Präsident 1922/1923) und der Classical Association of New England (Präsident 1934/1935). Er war außerdem ein Gründungsmitglied und der erste Präsident der Medieval Academy of America (1925). Seit 1937 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der dem Boethius zugeschriebene Traktat de fide catholica. Leipzig 1901
  • Johannes Scotus. München 1906
  • mit E. H. Wilkins und H. F. White: Dantis Alagherii operum latinorum concordantiae. Oxford 1912
  • Ovid and his influence. Boston 1925 (Our Debt to Greece and Rome)
  • Founders of the Middle Ages. Cambridge 1928 (Lowell Institute Lectures). Nachdruck New York 1957
  • Studies in the Script of Tours. Zwei Bände, Cambridge 1929–1934
  • In Quest of Virgil’s Birthplace. Cambridge 1930
  • A Walk to Horace’s Form. Boston/New York 1930
  • The Magical Art of Virgil. Boston 1931. Nachdruck Hamden (Connecticut) 1966
  • mit L. W. Jones: The Earliest Book of Tours. Cambridge 1934
  • Les esprits souverains: dans la littérature romaine. Paris 1936
  • The Ancient Classics and the New Humanism. New York 1938
  • The Building of Eternal Rome. Boston 1943
  • Cicero in the Courtroom of St. Thomas Aquinas. Milwaukee 1946
  • mit anderen: Servianorum in Vergilii carmina commentariorum editionis Harvardianae Volumen II. Lancaster (Pennsylvania) 1946

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Berrigan: Rand, Edward Kennard. In: Ward W. Briggs (Hrsg.): Biographical Dictionary of North American Classicists. Greenwood Press, Westport CT u. a. 1994, ISBN 0-313-24560-6, S. 515–517.
  • Harvard University. Class of 1894. Report

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]