Edwin Hawkins

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Edwin Hawkins Singers (1970)

Edwin Hawkins (* 18. August 1943 in Oakland, Kalifornien; † 15. Januar 2018 in Pleasanton, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Gospelmusiker. Mit seinem Namen ist vor allem der Welthit Oh Happy Day verbunden, 1969 gesungen von dem seinen Namen tragenden Gospelchor Edwin Hawkins Singers.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hawkins stammte aus einer Familie mit ausgeprägtem musikalischen Hintergrund. Schon als Siebenjähriger begleitete er den Gospelchor seiner Familie bei dessen Auftritten während des gesamten Programms auf dem Klavier. Im Mai 1967 gründete er den 46 Personen (im Alter zwischen 17 und 25 Jahren) umfassenden Gospel-Chor Northern California State Choir. Dieser brauchte Geld für eine Reise zum „Annual Youth Congress of the Churches of God in Christ“ (jährlicher Jugend-Kirchenkongress) im Juni 1968 in Washington, D.C.[1] Der Chor bat deshalb Century Record Productions, eine Aufnahme von ihren Chorgesängen zu machen. Mit ersparten 1.800 Dollar finanzierten sie die Aufnahme der Gospel-LP Let Us Go Into the House of the Lord in der Kirche Ephesian Church of Christ in Berkeley mit einer Auflage von 500 Stück.[2] Mit einem veralteten Ampex-Zweispurtonband (modern waren Achtspurgeräte) wurden 8 Kirchenlieder lediglich mit Piano, Bass und Schlagzeug aufgenommen, Leadsängerin Dorothy Combs Morrison sang mit empathischer kehliger Altstimme. Darunter befand sich auch der längst gemeinfrei gewordene Titel Oh Happy Day.

Die kleine Plattenfirma Pavilion Records in Oakland gehörte LaMont Bench. Er erhielt die Erlaubnis, 1.000 weitere Exemplare zum gewerblichen Verkauf zu pressen. Nur 600 Exemplare davon wurden verkauft. Eines kam im Februar 1969 in die Hände des Radio-DJ Abe „Voco“ Kesh bei KSAN FM in San Francisco. Der Sender war zwar als Underground-Station bekannt, doch entschloss sich Kesh, Oh Happy Day ein intensives Airplay zu geben.[3] Auch der Sender KOIT in San Francisco übernahm den Song in seine Playlist. Neil Bogert von Buddah Records hörte die Platte am Radio und schloss einen Vertriebsvertrag mit Pavilion Records. Der Gospel-Chor wurde von Buddah Records vermarktet und in Edwin Hawkins Singers umbenannt. Oh Happy Day wurde vorweg aus der LP als Single ausgekoppelt und im April 1969 als Oh Happy Day / Jesus, Lover of My Soul (Pavilion 20001) veröffentlicht. Die Single erhielt in der Billboard-Ausgabe vom 19. April 1969 eine Top20-Empfehlung.[4] Sie erreichte als massiver Crossover-Hit sowohl die US-Rhythm and Blues- (Rang 2) als auch die US-Pop-Hitparade (Rang 4) und verkaufte sich innerhalb von nur zwei Wochen seit Veröffentlichung mit einer Million Exemplare.[5] Nach der Veröffentlichung in Großbritannien am 18. Mai 1969 erreichte sie dort Rang 2 der Hitparade. Am 3. Juni wurde ihr von der RIAA die Goldene Schallplatte verliehen und damit wurde sie die erste zertifizierte Single im Gospel-Sektor. Insgesamt wurden weltweit 7 Millionen Platten verkauft und in den USA 4 Grammy Awards verliehen.[6] In Deutschland und in der Schweiz kam sie sogar auf Rang 1 der nationalen Charts.

Etwa ein Jahr nach Oh Happy Day begleitete der Chor Melanie bei den Aufnahmen zu ihrem ersten Erfolgstitel Lay Down (Candles in the Rain).

Hawkins bekam die Auszeichnung unter anderem für eine Produktion mit dem weltberühmten Oakland Symphony Orchestra und für die LP Every Man Wants to be Free. Oh Happy Day schaffte es auf die Liste der Songs of the Century.

1979 gewann der christliche Musiker Siegfried Fietz die Edwin Hawkins Singers für eine Aufnahme von Psalm-Nachdichtungen in modernem, rockigem Gewand. Die LP trug den Titel „Nach dem Dunkel kommt ein neuer Morgen“, im Jahr 2000 erschien die Produktion auch als CD im Verlag Abakus Musik.

Im Jahr 1982 gründete Hawkins das Edwin Hawkins Music and Arts Seminar. Das Seminar läuft jedes Jahr für eine Woche und dient dazu, den Ideenaustausch unter Gospelmusikern zu fördern und neue Talente zu entdecken.

Edwin Hawkins verstarb am 15. Januar 2018 in seinem Haus in Pleasanton, Kalifornien an einem Krebsleiden.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ‘Oh Happy Day’ changed Edwin Hawkins’ life, San Francisco Chronicle vom 23. Oktober 2009.
  2. Emmelt George Price, Encyclopedia of African American Music, Band 3, 2011, S. 381.
  3. Joseph Murrells, Million Selling Records, 1985, S. 284 f.
  4. 1969 – Gospel Makes Great Industry Strides, Billboard-Magazin vom 16. August 1969, S. 34.
  5. Joseph Murrells, Million Selling Records, 1985, S. 254.
  6. Robert Dimery, 1001 Songs: You Must Hear Before You Die, 2011, ohne Seitenangabe
  7. Gospel star Edwin Hawkins, known for ‘Oh Happy Day,’ dies in: The Washington Post vom 15. Januar 2018