Edwin Johnson (Historiker)

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Edwin Johnson (* 9. November 1842 Upton nahe Andover (Hampshire); † 3. Oktober 1901) war ein britischer Theologe und Historiker. Seinen Forschungsergebnissen zufolge gibt es im Sinne des Jesus-Mythos keine Beweis für die historische Existenz Jesu Christi. Auch die Echtheit der Paulusbriefe wurden von ihm in Frage gestellt, die er in die Nähe von Markion brachte[1], ähnlich einiger Autoren der niederländischen Radikalkritik, die sich zum Teil auf ihn beriefen.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edwin Johnson wurde als zweiter Sohn von Reverend Alfred Johnson, einem kongregationalistischen Pfarrer geboren. 1859 studierte er zunächst am New College (London), St. John´s Wood. Er erwarb drei Stipendien und setzte seine Studien in London fort, wo er einen Master in „Classics“ erwarb. Seinen ersten pastoralen Auftrag erhielt er in Forest Hill bei London. 1865 folgte die Heirat. Ein Reise führte ihn auf das kontinentale Europa, er besuchte Frankreich, die Schweiz, Norditalien und Deutschland. Nach seiner Rückkehr 1870 erhielt er in Borough of Boston eine Berufung, wo ihm genügend Zeit für seine historischen Forschungen blieben.[3] In Antiqua Mater (1887) befasst sich Johnson ausführlich mit den Anfängen des Christentums. Hierin legt er dar, dass es keine Beweis für die historische Existenz Jesu Christi und der Apostel gebe, eine Ansicht ähnlich der von Bruno Bauer. Vielmehr habe sich das Christentum aus einer Bewegung der jüdischen Diaspora entwickelt, die er Hagioi nennt, die eine liberale Auslegung der Torah, vereinfachten Ritualen und eine hohe Spiritualität vertraten. Sowohl Ideen der Gnosis als auch über Bacchus spielten in das Christentum ein.

In The Pauline Epistles und The Rise of English Culture geht Johnson davon aus, dass die Kirche die Geschichte ganzer Jahrhunderte gefälscht habe, namentlich die Dunklen Jahrhunderte. Ähnlich kritische Ansichten über das Christentum vertraten auch Isaac Newton, Wilhelm Kammeier, Jean Hardouin, Robert Baldauf und Christoph Marx. Seine Thesen gehören zu den Grundlagen der heutigen Chronologiekritik.

Werk (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edwin Johnson: Antiqua Mater. Wer waren die ersten Christen? Frans-Joris Fabri, Books on Demand, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-839163146, S. 242 f.
  2. Hermann Detering: Inszenierte Fälschungen. Die Paulusbriefe in der holländischen Radikalkritik. Independently published, 2017, ISBN 978-1-980-21225-6, S. 199; 216
  3. Edwin Johnson: Antiqua Mater. Wer waren die ersten Christen? übersetzt von Frans-Joris Fabri, Books on Demand, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-839163146, S. 10.