Edwin Marian

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Edwin Marian (rechts, 1957)

Edwin Marian, eigentlich Marian Kmieczak (* 14. Juni 1928 in Łódź, Polen) ist ein deutscher Regisseur, Autor und Schauspieler polnischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marian wuchs in Łódź auf und besuchte dort die Volksschule. Er wurde noch als Schüler 1945 zum Reichsarbeitsdienst eingezogen und befand sich zum Zeitpunkt des Kriegsendes in Oberbayern. Er ließ sich in Bad Kösen nieder und nahm Gelegenheitsarbeiten an, unter anderem war er als Dolmetscher für Russisch tätig. Im Jahr 1946 begann er eine Ausbildung am Deutschen Theater-Institut Weimar, die er 1950 beendete. Im gleichen Jahr gab er am Staatstheater Leipzig sein Bühnendebüt, wurde 1952 Teil des Berliner Ensembles unter Bertolt Brecht und gehörte schließlich bis 1980 der Volksbühne Berlin an, wo er unter anderem mit Armin Mueller-Stahl zusammenarbeitete.

Bereits 1950 hatte Marian sein Leinwanddebüt im DEFA-Film Jacke wie Hose gegeben. Es folgten zahlreiche Auftritt in Film und Fernsehen. Zudem verfasste er ab 1970 auch mehrere Drehbücher für Fernsehfilme. Ende der 1970er-Jahre häuften sich Marians Konflikte mit dem Regime der DDR, so wurden Filme Marians aus politischen Gründen nicht mehr aufgeführt oder von der Zensur verboten. Im Jahr 1980 kehrte er von einer Gastspielreise in die Bundesrepublik nicht mehr in die DDR zurück.[1] In der Bundesrepublik war er in der Folge in zahlreichen Fernsehfilmen und -serien, darunter Derrick und Der Alte, zu sehen. Zudem spielte er erneut Theater, und trat unter anderem 1983 als Domingo in Don Carlos bei den Bad Hersfelder Festspielen, und an den Städtischen Bühnen Bonn auf. Hier war er unter anderem als Johann Wolfgang von Goethe in Martin Walsers In Goethes Hand zu sehen, wobei er mit Peter Eschberg zudem die Regie übernahm. Am Ernst-Deutsch-Theater inszenierte Marian zudem 1985 Jean Anouilhs Eurydike. Erst 1990 war Marian erneut in einem DFF-Film zu sehen: Er übernahm eine Rolle im Film Das Trio. Nach der Wende wurde Marian in Fernsehserien und Filmen besetzt; sein bisher letzter Film wurde 2001 Der Solist – Niemandsland. Seither widmet er sich verstärkt dem Hörspiel.

Marian ist geschieden. Der Ehe entstammen zwei Töchter, darunter die Schauspielerin Michèle Marian.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981: Wie würden Sie entscheiden, Folge: Der lachende Erbe (TV-Serie)
  • 1982: Der Androjäger (TV-Serie, eine Folge)
  • 1982: Besuch von drüben (TV)
  • 1982: Rächer, Retter und Rapiere (TV-Serie, zwei Folgen)
  • 1982: Derrick, Folge: Der Mann aus Kiel (TV-Serie)
  • 1982–1989: Der Alte (TV-Serie, vier Folgen)
  • 1983: Heimat, die ich meine (TV)
  • 1983: Der Kunstfehler (TV)
  • 1984: Der Sohn des Bullen
  • 1985: Levin un Gutman, Folge: Die Sprüche der Väter (TV-Serie)
  • 1985: Joan Lui – Eines Tages werde ich kommen und es wird Montag sein (Joan Lui – ma un giorno nel paese arrivo io di lunedì)
  • 1985: Derrick, Folge: Der Mann aus Antibes (TV-Serie)
  • 1986: Hans im Glück (TV-Serie)
  • 1988: Der Fahnder, Folge: Im Zwielicht (TV-Serie)
  • 1988: Die Gunst der Sterne (TV)
  • 1988: Liebling Kreuzberg, Folge: Die Fehler der anderen (TV-Serie)
  • 1988: Der Fahnder, Folge: Intriganten (TV-Serie)
  • 1989: Molle mit Korn (TV-Serie, 2 Folgen)
  • 1989: Forsthaus Falkenau (TV-Serie, elf Folgen)
  • 1990: Das Trio (TV)
  • 1991: Fremde, liebe Fremde (TV)
  • 1991: Ein Fall für zwei, Folge: Eiskalt (TV-Serie)
  • 1991: Ein Heim für Tiere, Folge: Ein Rabe in Trauer (TV-Serie)
  • 1992: Felix und 2x Kuckuck (TV-Serie)
  • 1992: Rotlicht (TV)
  • 1993: Derrick, Folge: Die Lebensgefährtin (TV-Serie)
  • 1993: Barmherzige Schwestern
  • 1994: Cornelius hilft (TV-Serie)
  • 1994: Tödliches Erbe (TV)
  • 1994: Im Namen des Gesetzes, Folge: Kalaschnikow frei Haus (TV-Serie)
  • 1995: Tatort: Mordauftrag (Fernsehreihe)
  • 1995: Mobbing: Die lieben Kollegen (TV)
  • 1996: Blinde Augen klagen an (TV)
  • 1997: Sexy Lissy (TV)
  • 1998: Blutiger Ernst (TV)
  • 1999: E-m@il an Gott (TV)
  • 2000: Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen - Geschwisterliebe
  • 2001: Der Solist – Niemandsland (TV)

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schauspieler Edwin Marian Anfang der 90er Jahre im Hörspielstudio, Porträtaufnahme: Werner Bethsold

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edwin Marian. In: Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars: Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8, S. 245–246.
  • Edwin Marian. In: Albert Langen: Langen Müller’s Schauspieler-Lexikon der Gegenwart. Deutschland Österreich Schweiz. Georg Müller, München und Wien 1986, S. 631.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Edwin Marian auf steffi-line.de