Edzard zu Innhausen und Knyphausen

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Edzard zu Innhausen und Knyphausen, 1904.

Edzard Friedrich Ludwig Fürst zu Innhausen und Knyphausen (* 14. Dezember 1827 in Hannover; † 16. Januar 1908 auf Schloss Lütetsburg) war ein ostfriesischer Adliger und Politiker.

Er war der Sohn von Carl Wilhelm Georg von Innhausen und Knyphausen (1784-1860) und Luise Sophie Charlotte Friederike von Kielmansegg (1798-1874). Edzard Moritz zu Innhausen und Knyphausen war sein Großvater.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Besuch der Ritterakademie Lüneburg studierte Edzard von Innhausen und Knyphausen Jura in Bonn und Berlin, wo er 1851 seine erste juristische Staatsprüfung ablegte. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1860 wurde er zum größten Grundbesitzer in Ostfriesland. Im selben Jahr ernannte ihn Georg V. von Hannover zum Kammerherrn. 1862 kaufte Edzard vom Großherzogtum Oldenburg die 1624 verloren gegangene Burg Kniphausen zurück. Zudem erwarb er 1876 die Burg Innhausen.

Nach der Annektierung Hannovers durch Preußen im Jahre 1866 vertrat er die ostfriesischen Interessen vor der preußischen Regierung. 1867 erhielt er einen Sitz im Preußischen Herrenhaus, den er jedoch erst nach der Aufhebung des Welfenfonds im Jahre 1892 wahrnahm. Zudem gehörte er dem Provinziallandtag von Hannover an. Von 1885 bis 1908 war er Präsident der Gesamtsynode der Evangelisch-reformirten Kirche der Provinz Hannover. Nachdem er bereits bei der Wahl zum 1. Deutschen Reichstag im Jahre 1871 gescheitert war, wurde er 1893 für die Deutsch-Hannoversche Partei in den Reichstag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Zwar hatte er die Wahl 1898 in der Stichwahl gegen den nationalliberalen Kandidaten verloren, konnte jedoch nach dem Tode des Gewählten in einer Ersatzwahl am 8. Juni 1899 den Wahlkreis erneut gewinnen. Ab 1899 schloss er sich nicht mehr der Fraktion der Deutsch-Konservativen an, sondern hispitierte dort lediglich.[1] Am 1. Januar 1900 wurde Edzard in den Fürstenstand erhoben. 1902/03 war er Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, 1904 Präsident des Preußischen Herrenhauses.

Edzard starb am 16. Januar 1908 im Alter von 80 Jahren. Sein Grab befindet sich im Lütetsburger Park. Als einer der einflussreichsten Ostfriesen seiner Zeit war er unter anderem an der Gründung der Ostfriesischen Küstenbahn (Eröffnung 1883) und der Ostfriesischen Sparkasse (1871) beteiligt. Seit dem Jahr 1848 gehörte er dem Corps Borussia Bonn an.[2]

Familie[Bearbeiten]

Er war mit Freiin Luise von Krassow (* 31. Oktober 1843; † 7. Februar 1930), der Tochter von Carl Reinhold von Krassow, verheiratet. Das Paar hatte folgende Kinder:

  • Hedda Auguste Elma Karoline (* 26. Mai 1865) ∞ Walther von Jagow (* 19. August 1867; † 27. März 1928)
  • Theda Georgine Jeannette Pauline Julie Marie (* 2. Juni 1866; † 17. Mai 1943) ∞ Carl von der Bussche-Streithorst (* 22. März 1856; † 14. Juli 1934)
  • Elma Marie Luise (* 14. Oktober 1869; † 15. Oktober 1955) ∞ William von Oheimb (* 11. Mai 1868; † 30. April 1953)[3]
  • Adda Hyma Marie Hilma (* 18. September 1871; † 25. März 1949) ∞ Friedrich Karl von Reden (* 8. Februar 1864; † 22. Dezember 1925)
  • Dodo Karl Tido Albert Edzard (* 27. Oktober 1876; † 12. Mai 1931) ∞ Theda Elma Pauline Johanna Karoline Elisabeth (* 7. Dezember 1885; † 20. Januar 1969)
  • Elsa Klementine Hyma Selma (* 22. September 1878; † 1. Dezember 1945) ∞ Dodo Ernst Eduard von Innhausen und Knyphausen (* 6. Juli 1877: † 7. September 1967)
  • Geva Karoline Adelheid Franziska Henriette (* 16. Februar 1888; † 21. Januar 1979) ∞ Friedrich von Wallenberg-Pachaly (* 18. August 1878; † 25. September 1965)
  • Ebba Helene Marie Elisabeth (* 26. Oktober 1882; † 26. Juni 1947) ∞ Maximilian von Asseburg-Neindorf (* 2. Juli 1874; † 13. April 1945)

Werke[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 115f
  2. Kösener Korpslisten 1910, 19, 268
  3. Grabsteine

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]