Efrata (Siedlung)

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Efrat ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum israelischen Konzeptkünstler, Maler, Plastiker und Experimentalfilmer siehe Benni Efrat.
Efrata
אֶפְרָת, אֶפְרָתָה
أفرات
Wappen
Wappen
Efrat winter.jpg
Efrata im Winter, 2008
Gebiet: Westjordanland
(Judäa und Samaria)
Gegründet: 1980
Koordinaten: 31° 39′ N, 35° 9′ OKoordinaten: 31° 39′ 28″ N, 35° 9′ 11″ O
Fläche: 6,280 km²
 
Einwohner: 7.454 (2010[1])
Bevölkerungsdichte: 1.187 Einwohner je km²
 
Bürgermeister: Oded Revivi
Efrata (Palästinensische Autonomiegebiete)
Efrata
Efrata

Efrata (meist jedoch Efrat, hebräisch אפרת oder אפרתה) ist eine israelische Siedlung im Westjordanland. Sie gehört zum israelischen Bezirk Judäa und Samaria.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Efrata liegt südlich von Jerusalem auf mehreren Hügeln, die alle eigene Namen tragen, östlich des Highways 60, der die palästinensischen Ortschaften im Westjordanland verbindet. Sie liegt auf dem Gebiet des Siedlungsblocks Gusch Etzion, ist jedoch eine unabhängige Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Efrata wurde 1980 gegründet und ist nach dem biblischen Efrata benannt, dem zweiten Namen für das nahegelegene Bethlehem (Genesis 35,19; Micha 5,1).

Ende 2010 zählte Efrata 7454 Einwohner,[1] 1994 hatte die Siedlung 4650 Einwohner.

Im Dezember 2011 wurde bekannt, dass das Verteidigungsministerium den Bau eines neuen Ortsteils außerhalb der heutigen bebauten Zone Efrats genehmigt hat. Nach Fertigstellung der neuen Überbauung am nördlichen Rand von Efrat in Givat Hadagan, wenige Hundert Meter vom Dheisheh Flüchtlingslager entfernt, für die 40 Einfamilienhäuser vorgesehen sind, die eine früher geplante Überbauung ersetzen sollen, werden die israelischen Siedlungen im nördlichen Gusch Etzion Block direkt an Bethlehems südliche Außenquartiere angrenzen. Daneben wurde in Givat Eitam die Errichtung einer 1700-Dunam-Farm genehmigt, die eine zukünftige Ausbreitung von Efrat mit 2500 geplanten neuen Wohneinheiten gewährleisten soll. Bereits kurz zuvor waren in Efrat auf einem weiteren Hügel der Bau neuer Wohnbauten genehmigt worden.[2]

Rechtliche Fragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bezeichnete die israelischen Siedlungen in den seit 1967 besetzten Gebieten gemäß dem Völkerrecht als illegal, Israel bestreitet dies jedoch.[3]

Nach einem Bericht der israelischen Organisation Schalom Achschaw befinden sich 29,34 % des Landes, auf dem die Stadt errichtet wurde, in palästinensischem Privatbesitz.[4][5][6] Laut israelischem Recht darf auf Land, das sich in palästinensischem Privatbesitz befindet, nicht gebaut werden.[6][7][8] Der Bericht wird vom Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America (CAMERA) kritisiert,[9] die sowohl die Quellen wie auch die Ergebnisse für fragwürdig erachtet.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Efrata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Settlements in the West Bank. Foundation for Middle East Peace
  2. Chaim Levinson: IDF agrees to expansion of West Bank settlement. In: Haaretz. 12. Dezember 2011, abgerufen am 13. Dezember 2011 (englisch).
  3. «Völkerrechtlich illegal». In: NZZ Online. 17. Oktober 2011, abgerufen am 25. November 2011.
  4. Settlements 'violate Israeli law'. In: BBC. 21. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch).
  5. Rory McCarthy: 39% of Israeli settlements 'on private land'. In: The Guardian. 22. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch).
  6. a b Breaking the Law in the West Bank. Peace Now, abgerufen am 9. Mai 2012 (PDF; 379 kB, englisch).
  7. Nadav Shragai: Peace Now: 40 percent of settlements' land is owned by private Palestinians. In: Haaretz. 22. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch).
  8. Nadav Shragai: Blow to settlement movement. In: Haaretz. 21. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch).
  9. Peace Now’s Report on Settlement Land. CAMERA, 22. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch).
  10. Ashley Rindsberg: Watchdog: Peace Now report on 'stolen' settlement land false, misleading. 22. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch).