Egbert Brieskorn

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Egbert Brieskorn auf der Konferenz “Singularities and Computer Algebra” in Kaiserslautern, 2004

Egbert Valentin Brieskorn (* 7. Juli 1936 in Rostock; † 11. Juli 2013 in Bonn) war ein deutscher Mathematiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brieskorn wurde 1936 als Sohn eines Mühlenbau-Ingenieurs aus Ostpreußen geboren. Er wuchs in Freudenberg (Siegerland) auf und studierte Mathematik und Physik in München und ab 1959 an der Bonn. 1963 wurde er in Bonn bei Friedrich Hirzebruch über Singularitäten promoviert (Zur differentialtopologischen und analytischen Klassifizierung gewisser algebraischer Mannigfaltigkeiten)[1], gefolgt von der Habilitation 1968. Von 1969 bis 1973 war er ordentlicher Professor in Göttingen. Da er als aktiver Linker dort nicht mit seinen Kollegen zurechtkam[2] und er dort außerdem von seiner Frau getrennt war, die beim Orchester des Westdeutschen Rundfunks in Köln war, gab er die Professur in Göttingen auf. 1973 bis 1975 war er am Sonderforschungsbereich Theoretische Mathematik in Bonn (seit 1980 Max-Planck-Institut für Mathematik). 1975 bis zur Emeritierung 2001 war er ordentlicher Professor in Bonn. Dazu kamen Auslandsaufenthalte u. a. am Massachusetts Institute of Technology (MIT) (wo er 1965 Moore-Instructor war) und am Institut des Hautes Études Scientifiques (IHES), wo er Kontakte zu Alexander Grothendieck hatte, an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich), der Universität Leiden, der Universität Oxford, der Universität Warwick, der Universität Liverpool und der Universität Nizza.

Brieskorn befasste sich mit der Geometrie von Singularitäten in der Differentialtopologie, bei holomorphen Abbildungen und in der algebraischen Geometrie, mit Zusammenhängen z. B. zu Dynkin-Diagrammen von Liegruppen, bestimmten endlichen Gruppen, Theorie der Zöpfe, exotischen Sphären (das heisst mit unterschiedlichen Differenzierbarkeitsstrukturen), Monodromiematrizen hypergeometrischer Differentialgleichungen.

Seit den siebziger Jahren engagierte er sich in der Friedensbewegung, seit den achtziger Jahren in der Umwelt- und Naturschutzbewegung.[3] Er gründete mit seiner Frau eine Stiftung zum Schutz gefährdeter Schmetterlinge und verzichtete später auf ein Drittel seiner Stelle um sich dem Naturschutz zu widmen.

Brieskorn arbeitete am Editionsprojekt „Felix Hausdorff – Gesammelte Werke“ der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste mit. 1970 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Nizza (Singular elements of semi-simple algebraic groups).

Zu seinen Doktoranden zählen Horst Knörrer, Erhard Scholz, Wolfgang Ebeling, Kyoji Saito und Gert-Martin Greuel.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wladimir Arnold, Gert-Martin Greuel, J.H.M. Steenbrink (Herausgeber): Singularities. The Brieskorn Anniversary Volume. Birkhäuser, Progress in Mathematics, Bd. 162, 1998, doi:10.1007/978-3-0348-8770-0 darin: Greuel Some aspects of Brieskorn’s mathematical work[4] (Oberwolfach Seminar 1996),

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Egbert Brieskorn im Mathematics Genealogy Project (englisch) Vorlage:MathGenealogyProject/Wartung/name verwendet
  2. Winfried Scharlau, Das Glück, Mathematiker zu sein, Springer 2016, S. 128ff
  3. Maculinea-Stiftung NRW. Ein Vermächtnis für die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge.
  4. Online auf der Webseite von Greuel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]