Egelsbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Egelsbach
Egelsbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Egelsbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 58′ N, 8° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Offenbach
Höhe: 125 m ü. NHN
Fläche: 14,82 km2
Einwohner: 11.494 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 776 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63329
Vorwahl: 06103
Kfz-Kennzeichen: OF
Gemeindeschlüssel: 06 4 38 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Freiherr-vom-Stein-Straße 13
63329 Egelsbach
Webpräsenz: www.egelsbach.de
Bürgermeister: Jürgen Sieling (SPD)
Lage der Gemeinde Egelsbach im Landkreis Offenbach
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Über dieses Bild

Egelsbach ist eine Gemeinde mit etwa 11.000 Einwohnern im Landkreis Offenbach in Südhessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme der Gemeinde Egelsbach

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egelsbach ist eine von 13 Gemeinden im Landkreis Offenbach. Die Gemeinde liegt im Rhein-Main-Gebiet südlich des Mains zwischen Frankfurt am Main und Darmstadt auf einer Höhe von 117 m ü NN und wird von dem Tränkbach durchflossen.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet Egelsbachs erstreckt sich über 14,82 km², wobei hiervon etwa 10 km² auf Wald- und Grünflächen und Ackerland entfallen.

Egelsbach umfasst nur eine Gemarkung (Gmk.-Nr. 60732) und hat offiziell keine Ortsteile, es werden aber die Wohnplätze Bayerseich, Im Brühl, Egelsbach West und der Egelsbach Ortskern unterschieden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egelsbach grenzt im Norden und Osten an die Stadt Langen, im Süden an die kreisfreie Stadt Darmstadt und die Gemeinde Erzhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg), sowie im Westen an die Stadt Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche in der Ortsmitte

Im Jahr 1275 wurde Egelsbach erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf gehörte damals den Herren von Falkenstein, welche den Ort wahrscheinlich 1255 von den Herren von Hagen-Münzenberg geerbt hatten. Nach dem Aussterben der Falkensteiner im Mannesstamme 1486 erbten die Grafen von Isenburg Egelsbach.

1526 wurde die Reformation im Dorf eingeführt. 1600 verkaufte der Graf von Isenburg das Amt Kelsterbach mit Egelsbach und Langen an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Seither ist Egelsbach hessisch. Im Jahr 1705 wurde Egelsbach eigene Pfarrei, nachdem es von der Langener Pfarrei getrennt wurde. Bei der Aufteilung der Länger Mark im Jahr 1732, welcher Egelsbach seit alters her angehörte, erhielt Egelsbach ein Drittel des Markbodens. Im Jahr 1821 wurde das Amt Kelsterbach aufgehoben und Egelsbach gehörte bis 1832 dem Landratsbezirk Langen an. Seitdem ist Egelsbach Teil des Kreises Offenbach. Im Jahr 1873 erhielt der Ort einen Bahnhof auf der Strecke Frankfurt am Main-Darmstadt, und 1955 wurde der Flugplatz Egelsbach eingerichtet.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den 1970er Jahren wurde Egelsbach als eine von wenigen Gemeinden nicht verändert und konnte seine Eigenständigkeit bewahren.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[2]

  • Elsbach (1275)
  • Eygelspach (1336)
  • Egelßbach (1396)
  • Egelspach (1411)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Egelsbach im Jahr 1834 1291 Einwohner zählte, hat sich die Bevölkerung stark vermehrt. Bereits 1939 waren es 3695 Einwohner. Im Jahr 1987 hatte Egelsbach 9089 Einwohner. Die Gemeinde zählte am 31. Dezember 2003 eine Einwohnerzahl von 9689. Somit ergibt sich ein Bevölkerungszuwachs von 600 Personen oder etwa 6,7 Prozent in den Jahren 1987 bis 2003. Mitte März 2008 überschritt die Einwohnerzahl die 10.000er Marke. Dies war vor allem durch den Ausbau des Neubaugebietes „Im Brühl“ bedingt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
      
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 20,9 6 31,0 10 12,3 4 13,6 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,4 8 30,7 9 33,2 10 36,8 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 18,3 6 21,0 7 30,1 9 29,4 9
WGE Wahlgemeinschaft Egelsbach seit 1956 17,9 6 12,5 4 16,1 5 13,6 4
FDP Freie Demokratische Partei 11,4 4 4,9 1 8,2 3 6,6 2
LINKE DIE LINKE 4,2 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 48,3 50,4 59,0 54,4
Rathaus von Egelsbach

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Egelsbach
Amtszeit Name Person
1956–1968 Lorenz Wannemacher[6]
1968–1972 Wilhelm Thomin[7] SPD
1972–1976 Günter Simon[6] SPD
1977–1988 Hans Dürner[6]
1988–2000 Heiz Eyßen[6] SPD
2000–2012 Rudolf Moritz[6] parteilos
2012-heute Jürgen Sieling SPD

Jürgen Sieling (SPD) übernahm am 20. Juni 2012 das Bürgermeisteramt von Rudolf (genannt Rudi) Moritz (parteilos), der nach zwölfjähriger Amtszeit in den Ruhestand trat.[8] Sieling hatte sich in einer Stichwahl am 5. Februar 2012 mit 61,9 Prozent gegenüber Harald Eßer (Grüne) durchgesetzt, der auf 38,1 Prozent kam. Im ersten Wahlgang war Axel Vogt (FDP, trat als Unabhängiger an) ausgeschieden.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Egelsbach
Blasonierung: „In Silber ein grüner Eichenzweig mit drei Eicheln aus einem roten Herz wachsend.“[10]

Am 9. Mai 1953 wurde der Gemeinde Egelsbach durch den Hessischen Minister des Innern die Führung eines Wappens genehmigt.[11]

Wappenbegründung: Das inschriftlich auf 1622 datierte Gerichtssiegel zeigt den Eichenzweig aus einem Aststück wachsend, womit es dem Gerichtssiegel von Langen vom gleichen Jahre sehr ähnlich sieht, während ein Stuckwappen von 1615 in der Kirche einen stilisierten Eichbaum mit drei Eicheln in einem Kranze hat, beides Hinweise auf die Zugehörigkeit zum Reichsforst Dreieich.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egelsbach ging 1991 eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Pont-Saint-Esprit ein. Darüber hinaus besteht seit 2005 eine Partnerschaft mit der polnischen Stadt Chojnów.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Egelsbach e. V.
  • Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main e. V.
  • Förderverein Freibad Egelsbach e. V.
  • Jugend für Egelsbach e. V.
  • Karneval-Gesellschaft 1937 Egelsbach e. V.
  • Elschbächer Kerbgemeinschaft e. V.
  • SG Egelsbach e. V.
  • Kanincheninsel Egelsbach
  • Geschichtsverein Egelsbach e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Egelsbacher Bahnhof auf der Main-Neckar-Eisenbahn

Von der zentralen Lage im Rhein-Main-Gebiet und der guten Verkehrsanbindung profitiert die Gemeinde. Sie ist über die Trasse Main-Neckar-Eisenbahn auf dem Abschnitt Frankfurt–Darmstadt an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Direkt an den Bundesautobahnen A 661 und A 5 gelegen, ist der Flughafen Frankfurt mit dem Frankfurter Kreuz in kurzer Zeit zu erreichen.

Der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach ist der verkehrsreichste Verkehrslandeplatz in der Bundesrepublik Deutschland. Von hier starten Maschinen in das In- und Ausland. Mit seinen gut 72.000 Flugbewegungen (2015)[12] entlastet und ergänzt der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach den Frankfurter Flughafen im Segment der allgemeinen Luftfahrt. Betreiber ist die Hessische Flugplatz GmbH Egelsbach. Seit März 2008 ist die Firma NetJets Hauptgesellschafter der HFG, die anderen Gesellschafter sind die Gemeinde Egelsbach und die Stadt Langen, die nach zwei einseitig von NetJets bestrittenen Kapitalerhöhungen zusammen noch 15,82 Prozent der Anteile halten.[13]

Wirtschaftskraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaufkraft lag in Egelsbach 2013 bei 24.724 Euro/Einwohner. Das entspricht einer Quote von 119,9 Prozent im Bundesdurchschnitt.

Sendeanlage der US-Streitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Baggersees befindet sich die Egelsbach Transmitter Facility,[14] eine US-amerikanische militärische Sendeanlage mit diversen Antennenanlagen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen

  • Wilhelm-Leuschner-Schule, fünfzügig mit knapp 420 Kindern und zzt. 21 Lehrkräften.

Volkshochschulen

  • Volkshochschule Egelsbach

Die Ernst-Reuter-Schule (Haupt- und Realschule) wurde zum Ende des Schuljahres 2003/2004 aufgelöst und die zu dieser Zeit noch bestehenden Klassen in die Langener Albert-Einstein-Schule eingegliedert.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine Wittrock: Egelsbach in politisch bewegter Zeit 1914–1950, Frankfurt am Main 1991. ISBN 3-925798-99-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Egelsbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Egelsbach, Landkreis Offenbach. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL); abgerufen am 10. Juli 2014 (Stand: 25. Juni 2014).
  3. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. a b c d e Die Geschichte der WGE. Wahlgemeinschaft Egelsbach; abgerufen am 23. September 2017.
  7. Holger Borchard: Hoch angesehen als Mensch und Politiker - Alt-Bürgermeister Wilhelm Thomin (87) verstorben in Egelsbach. Langener Zeitung (Offenbach Post), 31. August 2011; abgerufen am 23. September 2017.
  8. Artikel in der Online-Ausgabe der Offenbach-Post vom 1. Juni 2012
  9. Artikel in der Online-Ausgabe der Offenbach-Post vom 5. Februar 2012
  10. Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 86
  11. Der Hessische Minister des Innern: Genehmigung zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Egelsbach im Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt. In: Staats-Anzeiger für das Land Hessen. Nr. 21/1953, 9. Mai 1953, S. 467 (Scan [PDF]).
  12. Artikel in der Online-Ausgabe der Offenbach-Post vom 13. Februar 2016
  13. Artikel in der Online-Ausgabe der Offenbach-Post vom 28. Mai 2011
  14. Department Of Defense: Base Structure Report (PDF; 606 kB), 2003