Egesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Egesheim
Egesheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Egesheim hervorgehoben

Koordinaten: 48° 7′ N, 8° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 783 m ü. NHN
Fläche: 7,66 km2
Einwohner: 652 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 78592, 78580
Vorwahl: 07429
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 10
78592 Egesheim
Website: www.egesheim.de
Bürgermeister: Hans Marquart (parteilos)
Lage der Gemeinde Egesheim im Landkreis Tuttlingen
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Über dieses Bild

Egesheim ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Egesheim

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egesheim liegt auf dem Großen Heuberg im Südwesten der Schwäbischen Alb auf einer Höhe von 690 m ü. NN an der südlichen Gemeindegrenze im Bäratal und erstreckt sich bis auf eine Höhen von 930 m ü. NN an einer Hochfläche im östlichen Gemeindegebiet.

Der südliche Flussarm der Bära, die so genannte Untere Bära, durchfließt die Gemeinde. Zwei Drittel der Gemeindefläche ist von Wald bedeckt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Reichenbach am Heuberg, im Osten an Nusplingen im Zollernalbkreis, im Südosten an Bärenthal, im Süden an Königsheim und im Westen an Bubsheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Egesheim gehören das Dorf Egesheim und der Weiler Bärental (Hammer). Im Gemeindegebiet liegen die abgegangene Burg Granegg (auch Michelstein) und der abgegangene Aussiedlerhof Mauchenhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Egesheim ist eine der ältesten Gemeinden der Region, sie wurde bereits im Jahre 770 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erwähnt. Verschiedene geistliche und weltliche Herrschaften hatten Besitz am Ort. 1381 kam das Dorf zu Vorderösterreich und blieb dort, bis es 1805 württembergisch wurde. Im Königreich Württemberg wurde es dem Oberamt Spaichingen zugeordnet. Bei der Gebietsreform 1938 gelangte der Ort zum Landkreis Tuttlingen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverbandes Heuberg mit Sitz in Wehingen.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wahl 2019 hat der Gemeinderat 8 Mitglieder.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schultheißen (bis 1930) bzw. Bürgermeister waren:[4]

  • 1832–1869: Leonhard Reiser (1801–1875), Vater von Wilhelm von Reiser
  • 1869–1879: Josef Sauter (1842–1900), Bauer
  • 1879–1907: Johann Baptist Blikle (1842–1913), Schreiner
  • 1908–1931: Jakob Keller (1868–1950), Buchbinder
  • 1931–1945: Franz Josef Sauter (1894–1967), Zimmermeister
  • 1946–1952: Josef Paul (1896–1983), Wagner
  • 1952–1970: Gallus Stier (1914–1990), Landwirt und Säger
  • 1970–1982: Eugen Weber (1915–1987), zuvor Bürgermeister von Gosheim 1949–1967
  • 1982–2018: Josef Bär (* 1952, CDU), Dipl.-Verwaltungswirt (FH), zugleich Bürgermeister in Wehingen 1981–2016 und Reichenbach am Heuberg seit 1988
  • seit 2018: Hans Marquart (* 1959, parteilos), Dipl.-Verwaltungsbetriebswirt, 2002–2018 Wirtschaftsförderer der Stadt Hechingen[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Egesheim COA.svg
Blasonierung: „In Rot eine schräglinks gestellte silberne (weiße) Egge, oben rechts ein sechsstrahliger goldener (gelber) Stern.“
Wappenbegründung: Das am 10. Januar 1958 vom Innenministerium verliehene Wappen ist abgeleitet von einem Siegel aus dem Jahre 1747, welches die Egge als redendes Bild zeigte. Sie ist ein Symbol für die Landwirtschaft, welche den Ort Jahrhunderte lang prägte. Die Farben Silber und Rot wurden in Erinnerung an die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Hohenberg gewählt, deren Wappen ein von Silber und Rot geteilter Schild war. Zur Unterscheidung von anderen Gemeindewappen mit einer Egge wurde der Stern als Beizeichen hinzugefügt. Er kann auch als Symbol für Maria, die Kirchenpatronin in Egesheim, gedeutet werden.

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Banner Egesheim.svg 00Banner: „Das Banner ist weiß-rot längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“
Flagge Egesheim.svg 00Hissflagge: „Die Flagge ist weiß-rot quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidentor
  • Heidentor, ein frühkeltischer Kultplatz, auf dem während der älteren Bronzezeit (ca. 1500–1300 v. Chr.) und der jüngeren Urnenfeldzeit (ca. 10.-9. Jahrhundert v. Ch.) wohl eine befestigte Höhensiedlung bestand. Besonders eindrucksvoll ist die natürliche torartige Felsformation dicht unter dem nördlichen Plateaurand, die dem „Heidentor“ seinen Namen gibt. Das Heidentor liegt nordwestlich über Egesheim auf dem Höhenrücken des Oberburgs und wird gerne als Wanderziel besucht.
  • Das Naturdenkmal Beilsteinhöhle bei Egesheim war wichtiger altsteinzeitlicher (10.000 v. Chr.) Lebensraum im Gebiet des Großen Heubergs. Der Name Beilsteinhöhle leitet sich von den in der Höhle gefunden steinernen Beilköpfen ab. Durch Funde von Stein-, Knochen- und Keramikgeräten konnte eine Nutzung durch den Steinzeitmensch bis 2000 v. Chr. nachgewiesen werden.
  • Burgruine Granegg auch Graneck oder Michelstein genannt, ist die Ruine einer Felsenburg auf dem Schlossfelsen 921 m ü. NN in Egesheim.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heubergbahn sollte nach der ursprünglichen Planung bis Nusplingen gebaut werden und damit auch Egesheim erreichen. Die Bahn wurde dann aber nur bis zum fast drei Kilometer entfernten Reichenbach am Heuberg gebaut und 1966 stillgelegt.

Aus einer armen, landwirtschaftlich geprägten Gemeinde wurde eine Industrie- und Arbeiterwohngemeinde. Die Landwirtschaft wird heute nur noch im Nebenerwerb betrieben. Egesheim hat eine ausgeglichene Pendlerbilanz, das heißt, es kommen gleich viele Arbeitskräfte von außerhalb zur Arbeit in die Gemeinde wie Egesheimer ihren Lebensunterhalt außerhalb der Gemeinde verdienen. Egesheim verfügt über rund 290 Arbeitsplätze.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm von Reiser (1835–1898), Bischof von Rottenburg, stiftete eine Schwesternstation und einen Kindergarten für Egesheim[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Egesheimer Heimatbuch. Eine Heuberggemeinde in Geschichte und Gegenwart, 1998, ISBN 3-89570-449-0

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2019 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 633–634.
  3. http://www.egesheim.de/index.php?id=100
  4. Egesheimer Heimatbuch, S. 121–125; dort sind lückenhaft weitere Schultheißen seit 1451 aufgelistet
  5. Hans Marquart kandidiert in Egesheim, swp.de, 3. April 2018
  6. http://www.egesheim.de/index.php?id=75
  7. http://www.egesheim.de/index.php?id=74

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Egesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Egesheim – in der Beschreibung des Oberamts Spaichingen von 1876