Egon Hartmann

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Egon Hartmann (* 24. August 1919 in Reichenberg, Tschechoslowakei; † 6. Dezember 2009 in München) war ein deutscher Architekt und Stadtplaner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Studium an der Hochschule für Baukunst und Bildende Kunst in Weimar (unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg) war Hartmann an zahlreichen städtebaulichen Wiederaufbaustudien und Generalbebauungsplanungen in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR beteiligt. 1951 gewann er den ersten Preis im Wettbewerb für die städtebauliche und architektonische Gestaltung der Ost-Berliner Stalinallee. Als Chefarchitekt und technischer Leiter des staatlichen Projektierungsbüros für Stadt- und Dorfplanung in Weimar verantwortete er die Erarbeitung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen für über 30 thüringische Städte und Stadtzentren. 1954 übersiedelte er in die Bundesrepublik, wo er zunächst im Hochbauamt Mainz angestellt war. 1958 errang er auch beim wichtigen westdeutschen Wettbewerb „Hauptstadt Berlin“ einen zweiten Platz. Nach seiner Promotion an der Technischen Hochschule Darmstadt zog er 1959 nach München, wo er 1964 Baudirektor im städtischen Baureferat wurde. Ab 1963 leitete er dort die Konzeption der Satellitenstadt Neuperlach. 1981 erhielt Hartmann die Liebieg-Medaille des Heimatkreises Reichenberg in Augsburg.

Hartmanns „vier berufliche Stationen Weimar/Erfurt, Berlin, Mainz und München sind alle paradigmatisch für den Städtebau der Moderne in Deutschland“, so Sophie Wolfrum 2010 in ihrem Nachruf in der Bauwelt, und Hartmann eine „Schlüsselperson des Nachkriegsstädtebaus in Deutschland“, doch „eine präzise architekturkritische Würdigung seiner Arbeiten steht noch aus“.[1]

Hartmanns Nachlass befindet sich in den Wissenschaftlichen Sammlungen des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner, ein kleinerer Teilnachlass außerdem im Architekturmuseum der Technischen Universität München.[2] Eine Wanderausstellung des IRS über Hartmann wird seit 2018 gezeigt, zuerst im Thüringer Landtag in Erfurt, dessen Verwaltungshochhaus 1950/51 von Hartmann entworfen und ausgeführt wurde.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Leißling: Anspruch und Wirklichkeit. Porträts der Architekten W. Pook und E. Hartmann sowie des Bauingenieurs L. Lamprecht. In: Thüringer Landtag (Hrsg.): Der Thüringer Landtag. Politisches Zentrum eines neuen Bundeslandes. Erfurt 1994, S. 63–76.
  • Jörn Düwel: Egon Hartmann. In: Holger Barth, Thomas Topfstedt u. a. (Hrsg.): Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Dokumentation eines IRS-Sammlungsbestandes biografischer Daten. (= Dokumentenreihe des IRS, Nr. 3.) Erkner 2000, ISBN 3-934669-00-X, S. 100 f.
  • Rainer Metzendorf: Beim Wiederaufbau Meilensteine gesetzt. Porträt eines Mainzer Stadtplaners. Egon Hartmann zum 75. Geburtstag. In: Mainz, Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte, ISSN 0720-5945, 14. Jahrgang 1994, Heft 3, S. 114–120.
  • Sophie Wolfrum: Urbanist der Moderne. Egon Hartmann 1919–2009. In: Bauwelt, ISSN 0005-6855, Jahrgang 2010, Heft 4, S. 3.
  • Rainer Metzendorf: Egon Hartmann und das neue Mainz. In: Mainzer Zeitschrift, Mittelrheinisches Jahrbuch für Archäologie, Kunst und Geschichte, Band 106/107 (2011/2012), S. 309–326. (online als PDF)
  • Christoph Bernhardt (Hrsg.): Die Wissenschaftlichen Sammlungen des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR. (= Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Band 25.) Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-631-62325-1, S. 46 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfrum, Urbanist der Moderne, S. 3
  2. Angaben zum Teilnachlass in der Beständeübersicht des Architekturmuseums der TU München
  3. Faltblatt zur Ausstellung Egon Hartmann 1919–2009. Architekt und Stadtplaner in Ost und West vom 2. Mai bis zum 3. Juni 2018 im Thüringer Landtag