Egon Ramms

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Egon Ramms (2008)

Egon Ramms (* 21. September 1948 in Datteln, Westfalen) ist ein General a. D. des Heeres der Bundeswehr und war vom 26. Januar 2007 bis zum 29. September 2010 Oberbefehlshaber des Allied Joint Force Command in Brunssum. Er war somit einer der ranghöchsten deutschen Soldaten in der NATO.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und erste Verwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramms trat am 1. Oktober 1968 als Offizieranwärter für eine Freiwilligen-Dienstzeit von drei Jahren in die Bundeswehr ein. Er diente zuerst beim Instandsetzungsbataillon 470 in Unna. Als Soldat auf Zeit (SaZ) für zwölf Jahre durchlief er später von 1968 bis 1971 die Offiziersausbildung an der Schule der Technischen Truppen in Aachen und an der Heeresoffizierschule I in Hannover. 1971 begann er als Leutnant sein Studium in Darmstadt, welches er 1975 als Diplom-Ingenieur für Maschinenbau mit Spezialisierung Automotoren- und Panzerbau abschloss. Danach war er von 1975 an als Instandsetzungsoffizier in der Instandsetzungskompanie 70 in Stade eingesetzt. Im selben Jahr wurde er zum Hauptmann befördert, später zum Kompaniechef dieser Kompanie ernannt und diente in dieser Verwendung bis 1978. Von 1978 bis 1980 war Ramms als Instandsetzungsoffizier in der Stabsabteilung G4 der 3. Panzerdivision in Buxtehude eingesetzt.

Dienst als Stabsoffizier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1980 bis 1982 absolvierte er den Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, erhielt hiernach die Ernennung zum Major und diente die nächsten zwei Jahre bis 1984 als Operationsoffizier (G3) der 6. Panzergrenadierdivision in Neumünster. Anschließend wurde er weitere zwei Jahre als Stabschef und G3 der Heimatschutzbrigade 51 in Eutin verwendet. Von 1986 bis 1988 war Oberstleutnant Ramms als Referent für Rüstungskontrolle und Abrüstung im Führungsstab der Streitkräfte (Fü S III 5) im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn eingesetzt.

1988 übernahm er dann für zwei Jahre, mit dem Instandsetzungsbataillon 120 in Rheine, wieder ein Truppenkommando. 1990 kehrte er nach Bonn ins Verteidigungsministerium zurück und diente dort unter Beförderung zum Oberst als Referatsleiter I 7 im Führungsstab des Heeres (Fü H I 7). Von 1990 bis 1992 war er dann als Referent im Büro des Staatssekretärs für Beschaffungen eingesetzt. In dieser Verwendung war er für die Rüstung und die Logistik des Heeres und der Luftwaffe verantwortlich. Danach diente er von 1992 bis 1994 unter Staatssekretär Jörg Schönbohm und wurde zum Direktor für Rüstungsfragen bestimmt, von 1994 bis 1996 dann im Führungsstab des Heeres.

Dienst als General[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1996 übernahm Ramms unter Ernennung zum Brigadegeneral für zweieinhalb Jahre das Kommando über die Logistikbrigade 1 in Lingen (Ems), um 1998 wieder eine Stabsstelle anzutreten, diesmal als stellvertretender Stabsabteilungsleiter für Logistik, Infrastruktur und Umweltschutz im Führungsstab der Streitkräfte (Fü S V). Von 2000 bis 2004 wurde Generalmajor Ramms dann der Posten des Chefs des Stabes des Führungsstabes der Streitkräfte übertragen. Diesen Posten gab er an Wolfram Kühn ab.

Am 18. Februar 2004 übernahm Generalleutnant Ramms in Stettin das Kommando über das Multinationale Korps Nordost, welches er bis zum 15. Dezember 2006 innehatte und an den polnischen Generalleutnant Zdzisław Goral abgab. Daraufhin wurde Ramms in die Niederlande versetzt, wo er am 26. Januar 2007 von General Gerhard Back das Kommando über das Allied Joint Force Command Brunssum der NATO in Brunssum übernahm.[1]

General Egon Ramms mit dem US-Generalleutnant David M. Rodriguez auf dem Kabul International Airport in Afghanistan (Oktober 2009)

In dieser Position unterstand Ramms dem damaligen NATO-Oberbefehlshaber Europa (Supreme Allied Commander Europe), US-General Bantz J. Craddock, und war wiederum Vorgesetzter des US-Generals und ISAF-Befehlshabers David D. McKiernan. Unterschiedliche Auffassungen zur Kriegführung und Drogenbekämpfung in Afghanistan führten dabei zu Konflikten auf der politischen Ebene.[2] Ramms war bis zu seiner Pensionierung Vorgesetzter von fünf ISAF-Befehlshabern und diente innerhalb der NATO-Kommandostruktur selbst zunächst unter US-General Craddock und schließlich unter US-Admiral James G. Stavridis.

Ramms übergab am 29. September 2010 das Brunssumer Kommando an General Wolf-Dieter Langheld und trat zum 30. September 2010 selbst in den Ruhestand.[3]

Orden und Ehrenzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egon Ramms ist unter anderem Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland,[4] des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Silber und Gold und des Komturkreuzes des Verdienstordens der Republik Polen.[5]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramms ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist der Sohn des FDP-Politikers und Bundestagsabgeordneten Egon Wilhelm Ramms.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Egon Ramms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BMVg Presse- und Informationsstab (Hrsg.): Personalveränderungen in militärischen Spitzenstellen. Pressemitteilung. Berlin 2. Januar 2007 (PDF (Memento vom 5. Februar 2007 im Internet Archive) [abgerufen am 4. April 2016]).
  2. Afghanistan,Nato streitet über Drogenbekämpfung, Bantz J. Craddock bringt Berlin gegen sich auf, FAZ vom 29. Januar 2009
  3. [1] Pressemitteilung des BMVg vom 6. September 2010
  4. BMVg: Verdienstorden der Bundesrepublik. Abgerufen am 7. September 2011.
  5. Monitor Polski 2007 nr 36 poz. 416 (punkt 4.)
Vorgänger Amt Nachfolger
Gerhard Back Kommandeur des Allied Joint Force Command Brunssum
2007–2010
Wolf-Dieter Langheld