Ehre, Freiheit, Vaterland

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Der Burschenschafterzirkel zeigt in stilisierter Form die drei Anfangsbuchstaben des Wahlspruchs: E F V ! [1]
Der Wahlspruch an einem Studentenwappen

Ehre, Freiheit, Vaterland war der Wahlspruch der Jenaer Urburschenschaft von 1815 und ist noch heute der Wahlspruch der meisten Burschenschaften sowie des Korporationsverbandes Deutsche Burschenschaft. Das Studentenlied Schwört bei dieser blanken Wehre, auch Burschenschafterlied genannt, ist auf diesem „Dreiklang“ aufgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im 18. Jahrhundert lässt sich der Spruch in wechselnder Wortfolge nachweisen. Als studentischer Wahlspruch wurde er 1814 in der Fassung „Freiheit, Ehre, Vaterland“ erstmals von der Landsmannschaft Teutonia Halle verwendet.

Die Urburschenschaft, die zunächst den Wahlspruch „Dem Biedern Ehre und Achtung“ geführt hatte, übernahm den Wahlspruch in der Fassung „Ehre, Freiheit, Vaterland“ am 18. März 1816. In dieser Form wurde er schließlich von der Mehrzahl der Burschenschaften übernommen.

Die frühburschenschaftliche Gemeinschaft der Gießener Schwarzen führte den Wahlspruch „Gott, Freiheit, Vaterland“. Aus einer Kombination der beiden Wahlsprüche wurde schließlich das von mehreren Burschenschaften bis heute geführte „Gott, Ehre, Freiheit, Vaterland“.[2]

Laut einem Wörterbuch von 1846 ist „Ehre, Freiheit, Vaterland“ unter anderem „die Zusammenstellung der höchsten Erdengüter, der persönlichen Ehre, der göttlichen Freiheit und des irdischen Vaterlandes, von der deutschen Jugend nach der Rükkunft aus den Freiheitskämpfen“.[3]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Studentenverbindungen führen oder führten „Gott, Ehre, Freiheit, Vaterland“, die Neue Deutsche Burschenschaft verwendet den Wahlspruch „Freiheit, Ehre, Vaterland“, der Schwarzburgbund „Gott, Freiheit, Vaterland“, der Coburger Convent „Ehre, Freiheit, Freundschaft, Vaterland“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gunnar Auth: Der burschenschaftliche Dreiklang „Gott–Freiheit–Vaterland“ und seine Bedeutung für den Schwarzburgbund. In: Die Schwarzburg. 3/4, Karlsruhe 2003, S. 11–12 (PDF; 78 kB).
  • Harald Lönnecker: Das Burschenschafterlied. Frankfurt am Main 2003 (PDF; 129 kB).
  • Paul Wentzke: Geschichte der Deutschen Burschenschaft. I. Band: Vor- und Frühzeit bis zu den Karlsbader Beschlüssen. Heidelberg 1965, ISBN 3825313387.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Kaupp: Freimaurerei und Burschenbrauch. Kontinuität von Ordensbräuchen im Korporationsstudententum. In: Einst und Jetzt. Bd. 46. (= Jahrbuch 2001 des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung.). S. 33–68, hier: S. 61.
  2. Harald Lönnecker: Das Burschenschafterlied. Frankfurt am Main 2003, S. 3 f.
  3. J. Vollmann: Burschicoses Woerterbuch. Unteregger, 1846, S. 146.