Ehrenpforte Maximilians I.

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Die geplante Ehrenpforte Kaiser Maximilians I.
Triumphwagen mit dem Kaiser und seiner Familie; Skizze von Albrecht Dürer

Die Ehrenpforte Kaiser Maximilians I. war ein monumentales Holzschnittwerk, das Maximilian zur Inszenierung seiner Kaiser- und Reichsidee um 1512 in Auftrag gab; die Bögen hierfür wurden erstmals 1526 gedruckt, sieben Jahre nach seinem Tod.

Schauwand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Idee zu einer Ehrenpforte, ausgehend vom antiken Triumphbogen der Cäsaren, hatte sich Maximilian bereits seit 1505 beschäftigt. Vorarbeiten lieferte Jörg Kölderer. Geplant war eine monumentale Schauwand, ein Riesenholzschnitt, der aus 192 einzelnen Druckstöcken zusammengedruckt werden sollte. 1512 gab er den Auftrag an Albrecht Dürer, der zusammen mit weiteren Künstlern die Vorlagen für die Einzelbilder erstellte, die von dem Nürnberger Formschneider Hieronymus Andrae in Holz geschnitten wurden. Die Schriftgestaltung wird dem Nürnberger Schreibmeister Johann Neudörffer d. Ä. zugeschrieben; sie zeigt zum ersten Mal in Holz geschnittene Fraktur.[1]

Für die Ehrenpforte wurde ein Triumphzug gestaltet. Geplant waren 210 Holzschnitte von etwa 41 × 37 cm, mit deren Entwurf unter anderem Hans Burgkmair d. Ä., Leonhard Beck, Albrecht Dürer, Hans Schäufelin und Hans Springinklee betraut worden waren und deren Schnitt nach dem Tod Maximilians 1519 nicht weitergeführt wurde. 1526 erfolgte ein erster Abdruck der 137 fertiggestellten Holzstöcke; die Kolorierung stammt aus dem 18. Jahrhundert.[2]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gigantische Dekorationsprogramm der Ehrenpforte rundete, wenn auch unvollendet, Maximilians Idee, mithilfe der neuen Druckkunst seine Kaiserwürde zu inszenieren, ab. Mit seinen beiden autobiographischen Veröffentlichungen, dem Weißkunig und dem Theuerdank, für deren Ausgaben er Drucker und Künstler ersten Ranges verpflichtet hatte, zeigte er sich als maßgeblicher Förderer dieser neuen Kunst; anders als die antiken Vorbilder sah er seinen Triumph nicht in Stein gehauen, sondern in einem monumentalen, gedruckten Prospekt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Funke: Buchkunde. Ein Überblick über die Geschichte des Buch- und Schriftwesens. 3., unveränderte Auflage. Verlag Dokumentation, München-Pullach 1969, S. 105.
  • Sven Lüken: Kaiser Maximilian I. und seine Ehrenpforte. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte. Bd. 61, H. 4, 1998, S. 449–490, doi:10.2307/1482939.
  • Thomas Ulrich Schauerte: Die Ehrenpforte für Kaiser Maximilian I. Dürer und Altdorfer im Dienst des Herrschers (= Kunstwissenschaftliche Studien. Bd. 95). Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2001, ISBN 3-422-06331-5.
  • Mathias F. Müller: Der Ehrenbogen Kaiser Maximilians I. Stil und Inhalt. In: Unser Neustadt. Blätter des Wiener Neustädter Denkmalschutzvereines. Bd. 55, Nr. 1/2, 2011, ZDB-ID 2526505-2, S. 1-11.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fritz Funke: Buchkunde. 1969, S. 105.
  2. Universitätsbibliothek Graz: Triumphzug Maximilians I.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ehrenpforte Maximilians I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien