Ehringen (Volkmarsen)

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Koordinaten: 51° 22′ 50″ N, 9° 8′ 50″ O

Ehringen
Höhe: 197 (192–225) m ü. NHN
Fläche: 9,67 km²[1]
Einwohner: 722 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 34471
Vorwahl: 05693

Ehringen (Plattdeutsch: Eiringen) ist ein Stadtteil von Volkmarsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehringen liegt etwa 4 km südöstlich der Kernstadt von Volkmarsen am Twiste-Zufluss Erpe, in den beim Einfluss in die Ortschaft der Viesebeckerbach mündet. Etwas oberhalb des Orts befindet sich an der Erpe das Hochwasserrückhaltebecken Ehringen. Zu den Nachbarortschaften gehören Viesebeck im Südsüdwesten, Niederelsungen im Ostnordosten und die Kernstadt von Wolfhagen im Südsüdosten (alle im Landkreis Kassel).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wird erstmals im Jahre 1018 in der Vita Meinwerci, der Lebensbeschreibung des Bischofs Meinwerk von Paderborn, erwähnt.

Der Ortsname wechselte mehrmals: Ehrungen, Heringen, Eringen, Iringen und später Ehringen an der Erpe zum heutigen Ehringen.

Die im Jahre 1431 von Graf Otto III. von Waldeck an den hessischen Landgrafen Ludwig I. getätigte Verpfändung des Dorfs (von Otto III. 1455 noch einmal erhöht, 1472 durch Otto IV. und 1534 durch Philipp III. noch jeweils ein weiteres mal erhöht) führte zu viel Streit zwischen Waldeck und Hessen und wurde erst in einem 1635 erreichten und 1648 mit dem Westfälischen Frieden bestätigten Vergleich beendet, indem Waldeck die landesherrlichen Rechte an Hessen-Kassel abtrat, alle anderen Rechte (Mühlen, Kirchensatz, usw.) aber weiterhin behielt.

Die Kirche ist im gotischen Baustil erbaut worden. Sie hat einen nahezu quadratischen Westturm, einen romanischen Wehrturm. Das gotische Schiff in der Fluchtseite der Nordwand schließt sich an und ist in seiner Achse etwas nach Süden abgebogen. Vom Bistum Paderborn über das Erzbistum Mainz kam sie nach der Einführung der Reformation zu Waldeck.

Im Jahr 1852 hat das Dorf Ehringen eine schwere Wassernot miterlebt. Am 19. Juli des Jahres wurde das Dorf katastrophal überflutet. An diesem Tag kamen vier Menschen um und der größte Teil Ehringens wurde zerstört. Bis heute wird in Ehringen am 19. Juli das "Wasserfest" gefeiert als ein Tag der Besinnung. In zwei gut besuchten Gottesdiensten und einer Vortragsveranstaltung am Nachmittag wird der Katastrophe des 19. Jahrhunderts gedacht.

Am 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige im Landkreis Wolfhagen gelegene Gemeinde Ehringen in die Stadt Volkmarsen eingegliedert.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Ehringen führt zwischen Volkmarsen und Wolfhagen die Landesstraße 3075. Von dieser Straße zweigt oberhalb der Mündung des Viesebeckerbachs die Kreisstraße 24 ab, die in die K 92 (Landkreis Kassel) übergeht und durch Viesebeck nach Gasterfeld verläuft. Im Dorf zweigt von der L 3075 die K 11 ab, die ostwärts zur Grenze des Landkreises Kassel in den nahen Naturpark Habichtswald und nach Niederelsungen verläuft. Der Haltepunkt Ehringen liegt an der Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rita Kunold, Günter Kunold und Hans-Georg Schmidt: Ehringen. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 2008 (Waldeckische Ortssippenbücher 85)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ehringen, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 5. Dezember 2014)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Volkmarsen, abgerufen im Februar 2016.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]