Eibach (Dillenburg)

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Eibach
Wappen von Eibach
Koordinaten: 50° 44′ 51″ N, 8° 19′ 29″ O
Höhe: 290 m ü. NHN
Einwohner: 1113 (31. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 35689
Vorwahl: 02771
Eibach, Ansicht von Süden
Eibach, Ansicht von Süden

Eibach ist ein Ortsteil der hessischen Oranien-Stadt Dillenburg mit rund 1100 Einwohnern.

Der durch den früheren Bergbau geprägte Ort liegt im Schelder Wald zwischen den Ortsteilen Nanzenbach, Oberscheld und Niederscheld am namensgebenden Eibach, einem Nebenfluss der Schelde. Durch die vorhandene Heilquelle, deren Wasser sehr eisenhaltig ist, ist das Dorf ein beliebter Ort der näheren Umgebung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bäuerinnen aus Eibach um 1880

Die Geschichte Eibachs beginnt mit der „nassauischen Zeit“ im 13. Jahrhundert. 1313 wird das Dorf in einer Urkunde als „Ibach“ zum ersten Mal erwähnt. Es war eins von ursprünglich drei Dörfern, die sich in den drei Tälern um Eibach befanden. Die beiden anderen wurden beinahe vollständig von der Pest dahingerafft und aufgegeben.

Wie in vielen Orten in der Region wurde auch um Eibach Bergbau betrieben. Im Zweiten Weltkrieg blieben dem Dorf größere Schäden erspart, im Gegensatz zu den Nachbarorten Niederscheld und Dillenburg, die von den Alliierten mehrfach angegriffen wurden.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Eibach am 1. Oktober 1971 auf freiwilliger Basis nach Dillenburg eingegliedert.[2]

2004 wurde die Heilquelle erneuert und ein Gradierwerk errichtet. Am 17. September 2006 wurde das Dorf vom schlimmsten Hochwasser seit über 100 Jahren heimgesucht. Ein Wetter-Tief regnete im Bereich Dillenburg komplett ab. Die Folge waren sintflutartige Regenfälle mit bis zu 103 l/m². Das Wasser stand stellenweise mehr als 50 cm hoch, sodass viele Häuser und Keller überschwemmt wurden. Nur drei Tage später fand eine Familie in einer Scheune 100 kg des hochgiftigen Stoffes Arsen aus dem Jahr 1932. Auch vom Orkan Kyrill blieb das Dorf nicht verschont; an vielen Stellen wurde der Wald beschädigt.

2007 wurde ein Gesundheitspfad eröffnet, der zu einem Tretbecken und dem Gradierwerk führt. 2008 wurde die Dorfscheune als Ergänzung zum Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht; der Brunnen in der Ortsmitte und die umliegenden Straßen wurden erneuert.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Eibach unterstand im Überblick:[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[3]

  • 1840: 0508 Einwohner
  • 1905: 0609 Einwohner
  • 1939: 0748 Einwohner
  • 1961: 1043 Einwohner
  • 1970: 1229 Einwohner
Eibach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
495
1840
  
508
1846
  
515
1852
  
505
1858
  
523
1864
  
551
1871
  
609
1875
  
543
1885
  
563
1895
  
591
1905
  
609
1910
  
612
1925
  
719
1939
  
748
1946
  
1.013
1950
  
994
1956
  
984
1961
  
1.043
1967
  
1.176
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat von Eibach besteht aus fünf Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 besteht er aus drei Mitgliedern der CDU und zwei Mitgliedern der SPD. Ortsvorsteher ist Matthias Wege (CDU).[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eibacher Wappen zeigt Hammer und Schlegel. Damit wird auf die jahrhundertelange Bergbautradition des Ortes verwiesen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jedes Jahr in der Osterzeit wird der Eibacher Dorfbrunnen als Osterbrunnen geschmückt.
  • Anfang Mai findet (ebenfalls am Dorfbrunnen) das Maibaumfest statt. Höhepunkt dieser Veranstaltung ist das Aufstellen des Maibaums durch die Freiwillige Feuerwehr.
  • Das kleine Musikfest Rocknacht findet jährlich im Sommer statt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gradierwerk und die Eibacher Heilquelle befinden sich vor der Ortseinfahrt von Richtung Dillenburg und Niederscheld. Seit 2007 gibt es in Eibach den Gesundheitspfad, der von der Heilquelle bis zum Tretbecken bei der Mühle führt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Dorfkirche, die schon vor der Dillenburger Kirche existierte. Sie wurde bereits 1533 evangelisch und 1584 reformiert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Dillenburg aus wird der Ort von den Buslinien 150 (Nanzenbach) und 491 (Oberscheld) bedient. Es führen Fahrradwege nach Dillenburg, Richtung Niederscheld und Oberscheld. Die ehemalige Buslinie 101 wurde Anfang 2013 eingestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Zahlen, Daten & Fakten“ im Internetauftritt der Stadt Dillenburg, abgerufen im August 2016.
  2. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 288
  3. a b Eibach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 12. Dezember 2016)
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Ortsbeirat Eibach im Internetauftritt der Stadt Dillenburg, abgerufen im Februar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]