Eichberg SG

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SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Eichberg zu vermeiden.
Eichberg
Wappen von Eichberg
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton St. GallenKanton St. Gallen Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Rheintalw
BFS-Nr.: 3252i1f3f4
Postleitzahl: 9453 (Eichberg)
9452 (Hinterforst)
Koordinaten: 757557 / 245951Koordinaten: 47° 20′ 44″ N, 9° 31′ 26″ O; CH1903: 757557 / 245951
Höhe: 519 m ü. M.
Höhenbereich: 436–910 m ü. M.
Fläche: 5,44 km²
Einwohner: 1535 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 282 Einw. pro km²
Gemeindepräsident: Alex Arnold (CVP)
Website: www.eichberg.ch
Kirche von Eichberg

Kirche von Eichberg

Lage der Gemeinde
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Eichberg ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft im St. Galler Rheintal im Kanton St. Gallen in der Ostschweiz und gehört politisch zum Wahlkreis Rheintal.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichberg liegt südlich der Stadt Altstätten am Südosthang des Hirschbergs und zeichnet sich durch Streusiedlung aus mit den Kernen Eichberg-Dorf, Au, Hölzlisberg und einem Teil Hinterforsts; der andere gehört zu Altstätten.[2] Nachbargemeinden von Eichberg sind im Norden und Osten Altstätten, im Süden Oberriet, im Südwesten Rüte (AI) und im Nordwesten Gais (AR).

Der im Norden Eichbergs liegende der Gemeindeteil Hinterforst bildet zusammen mit dem Altstätter Hinterforst eine Schulgemeinde.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

891 wurde der Ort noch rätoromanisch als Hermentines, 1282 als Aichilberch und 1290 als Aitberge erwähnt. Als Teil des Hofes Altstätten war Eichberg ab dem 13. Jahrhundert im Besitz des Klosters St. Gallen. Die von Altstätten getrennte niedere Gerichtsbarkeit bildete ein Vogtei, die im Spätmittelalter klösterliche Ministerialen zu Lehen hatten. 1491 wird erstmals ein Amann von Aydberg erwähnt, 1521 entstand die erste Offnung sowie die beiden sogenannten Rhoden Vorderlocher zwischen Chapf und Hinterforst und Hinterlocher hinter dem Chapf.[2]

Bei der Kantonsgründung 1803 wurde Eichberg zunächst der Gemeinde Oberriet zugeteilt, bald darauf aber mit den Weilern Unter-Chobelwies und Hard zu einer eigenen politischen Gemeinde erhoben. 1833 kamen die genannten Weiler zu Altstätten bzw. Oberriet.[2]

Eichberg war zu Altstätten pfarrgenössig. Nach der Reformation traten die meisten Einwohner zum neuen Glauben über. 1712/13 bauten sie mit Hilfe der Stadt Zürich eine reformierte Kirche. Zürich war 1729 bis 1803 im Besitz der Kollatur. 1717 wurden auch die Reformierten von Hinterforst in die neue Pfarrei eingebunden. 1951 erfolgten der Bau der Bruder-Klausen-Kirche und die Errichtung der katholischen Pfarrei Eichberg-Hinterforst.[2]

Bis in die neueste Zeit dominieren in Eichberg im ersten Wirtschaftssektor Holz- und Viehwirtschaft. Weinbau gibt es am Hochchapf seit dem 16. Jahrhundert. Der steile Rebhang ist heute die grösste geschlossene Terrassenanlage im Kanton St. Gallen. Die Terrassierung erfolgte im Jahr 1983. 1844 wurde die Gemeindestrasse gebaut. Vermutlich weil Eichberg abseits des Eisenbahnverkehrs lag, kam es im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts nur zu einer mässigen Industrialisierung, die Heimstickerei ging in der gleichen Zeit stark zurück. Bis in die 1970er Jahre stagnierte die wirtschaftliche und demografische Entwicklung. Danach zog die Bautätigkeit mit der Erstellung von Einfamilienhäuser kräftig an und das bisherige Siedlungsbild mit verschiedenen als schützenswert verzeichneten Bauten veränderte sich markant.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Alex Arnold (CVP). Er setzte sich bei der Direktwahl im September 2012 als Mitglied der Piratenpartei mit 62,9 % der Stimmen gegen zwei Vertreter der SVP durch.[4] Im April 2014 wechselte er zur CVP.[5]

Gemeindepräsident(inn)en/-ammänner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Amtszeit Bemerkung
Fenk-Beerli Paul
Haltinner Willi (Mesmer's Willi) 1968–1980 FDP
Benz Robert 1981–2000 FDP
Eggenberger Andreas 2001–2009 FDP
Kaiser Eliane 2010–2012 SVP
Arnold Alex 2013– Piratenpartei / CVP

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 1980 1990 2000
Einwohner[2] 847 873 766 719 1011 1266
Jahr 2005 2010 2015 2019
Einwohner[6] 1314 1435 1539 1520

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Sonderegger: Das Rheintal um 1900. Band 2. Appenzeller Verlag, Herisau 1990, ISBN 3-85882-266-3, S. 184.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eichberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b c d e f Johannes Vogel: Eichberg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Website der Primarschulgemeinde Hinterforst
  4. Coup in Eichberg In: nzz.ch vom 24. September 2012
  5. Ein Überläufer In: Tages-Anzeiger.ch vom 3. April 2014
  6. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton (-) / Bezirk (>>) / Gemeinde (......), Bevölkerungstyp, Geburtsort und Staatsangehörigkeit. Abgerufen am 28. Dezember 2020.