Eichen (Kreuztal)

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Eichen (Bockenbach, Stendenbach)
Stadt Kreuztal
Wappen von Eichen (Bockenbach, Stendenbach)
Koordinaten: 50° 58′ 45″ N, 7° 58′ 10″ O
Höhe: 350 m ü. NN
Fläche: 6,63 km²
Einwohner: 3260 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 492 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57223
Vorwahl: 02732
Ein Teil von Eichen von oben
Alte Brücke über die Littfe in Eichen
Ortsschild Kreuztal-Bockenbach
Wegweiser Kreuztal-Stendenbach

Eichen ist ein Stadtteil von Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen. Er liegt zwischen den Stadtteilen Krombach im Norden und Kreuztal im Süden. Westlich schließt sich der Stadtteil Bockenbach an, östlich der Stadtteil Stendenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ältesten Diözesanregister werden um das Jahr 1300 Buckenbach und Stentenbach als zur „Sedes Siegen“ gehörig verzeichnet, und im ältesten Siegener Renteiverzeichnis von 1414/1419 ist ein „Gut zu Stendenbach“ abgabepflichtig. Bockenbach liegt an der Uerdinger und der Benrather Linie, die hier gemeinsam die Sprachgrenze zum niederdeutsch sprechenden Sauerland bilden.

1461 zählte Bockenbach neun und Stendenbach drei schatzungspflichtige Personen. Um 1690 zahlten beide Gemeinden Abgaben an den Landesherrn. Bockenbach war frei vom Feldzehnten, Stendenbach zahlte an die Burg Holdinghausen. Beiden Gemeinden war von jeher der bäuerliche Grundzug gemeinsam.

Anders verlief die Entwicklung des wesentlich jüngeren Eichens. Das Schatzungsregister von 1461 verzeichnet „zon Eichen“ sechs schatzungspflichtige Personen. Schultheiß des Amt Ferndorf war von 1467 bis 1482 ein „Hannes zon Eichen“. Um 1690 zahlte das Dorf Abgaben und Dienstgeld an die nassauischen Landesherrschaft, war aber frei vom Zehnten und bereits zu diesem Zeitpunkt das größte der drei Dörfer.

Im Jahr 1855 war der Eichener Eisenhammer mit einer Jahresproduktion von 2.218 Zentner Rohstahl der bedeutendste Stahlhammer im Kreis Siegen-Wittgenstein. Er ernährte 12 Arbeiter mit 42 Familienmitgliedern. Ab 1884 bildete sich das „Eichener Walzwerk Stähler & Co.“, dem eine Verzinkerei und Blechverarbeitung angeschlossen waren. Nach mehrfachen Veränderungen in der Betriebsform ging das Werk 1916/1917 an die „Charlottenhütte AG“ über, der Vorläuferin der „Hüttenwerke Siegerland AG“. Der Betrieb firmiert heute unter „ThyssenKrupp Steel“ und ist nach wie vor einer der größten Industriebetriebe des Siegerlandes.

Wappen 1960 bis 1968 Aufgrund eines Landesgesetzes vom 8. November 1960 wurden am 1. Dezember 1960 die bis dahin noch selbstständigen Gemeinden Bockenbach und Stendenbach in die Gemeinde Eichen eingegliedert.[1] Sinn dieser Entwicklung war, "zu einer Verwaltungsvereinfachung zu kommen und die öffentlichen Anliegen sinnvoller zu ordnen."[2]

Bis zur kommunalen Neugliederung und Gründung der Stadt Kreuztal am 1. Januar 1969 gehörte die Gemeinde Eichen zum Amt Ferndorf.[3] Seitdem sind sowohl Eichen (3340 Einwohner, Stand 30. Juni 2008) als auch Bockenbach (464 Einwohner, Stand: 30. Juni 2008) und Stendenbach (694 Einwohner, Stand: 30. Juni 2008) Stadtteile von Kreuztal.[4]

Eichen ist an die Bundesstraße 517 und die Hüttentalstraße (Anschlussstellen Krombach und Kreuztal) sowie die Ruhr-Sieg-Strecke der DB, die in Eichen einen Haltepunkt hat, angebunden.

Besonders geprägt wird das Ortsbild der drei Dörfer durch das Feinblechwalzwerk der ThyssenKrupp AG im Westen des Littfetals und die Eichener Brauerei südöstlich der Ortsmitte von Eichen.

In dem größten Verein des Ortes, dem TV Eichen, treiben viele der Bewohner Eichens sowie der Nachbarorte Sport.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Wied: Kreuztal, junge Stadt am Kindelsberg. Zimmermann, Kreuztal 1969.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 229.
  2. Siegerländer Heimatkalender 1998, S. 127
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 71.
  4. Imagebroschüre Stadt Kreuztal, Ausgabe September 2008.