Eichenbühl

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Eichenbühl (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eichenbühl
Eichenbühl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eichenbühl hervorgehoben
Koordinaten: 49° 42′ N, 9° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 158 m ü. NHN
Fläche: 31,24 km²
Einwohner: 2545 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 63928,
97896 (Ebenheiderhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09371
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 119
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 97
63928 Eichenbühl
Webpräsenz: www.eichenbuehl.de
Bürgermeister: Günther Winkler (CSU)
Lage der Gemeinde Eichenbühl im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Eichenbühl ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichenbühl liegt in der Region Bayerischer Untermain am Nordostrand des Odenwaldes und am Südrand des Spessarts (Wertheimer Hochfläche). Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 407 m ü. NN am Gipfel der Guggenberger Höhe, der niedrigste liegt an der Erf auf 147 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Eichenbühl gehören 15 Ortsteile[2] auf vier Gemarkungen:

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Eichenbühl setzt sich zusammen aus den mittelhochdeutschen Wörtern eichîn, für Eichen, und buohel im Sinne von Hügel. Als Erklärung ergibt sich daraus ein von Eichen bewachsener Hügel.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1248 „Eichenbohel“
  • 1308 „Eichinbuhil“
  • 1344 „Eichenbuel“
  • 1357 „Eichenbüchel“
  • 1364 „Eychenbul“
  • 1379 „Eichinbohel“
  • 1395 „Eychenbuhel“
  • 1576 „Eichenbüell“
  • 1694 „Eychenbühl“
  • 1831 „Eichenbühl“

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Ortsteil Riedern entstammt das gleichnamige lokale Adelsgeschlecht der von Riedern, deren Wappenmotiv einer roten Kanne auch heute noch ein Element des Gemeindewappens bildet. [4] Der Ort im Erzstift Mainz wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Leiningen zugesprochen, 1806 durch Baden mediatisiert und 1810 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt abgetreten. Im Rezess Hessen/Bayern (Frankfurt 1816) fiel es schließlich an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Eichenbühl lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Eichenbühl war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Riedern und Windischbuchen eingegliedert. Heppdiel kam am 1. Januar 1976 hinzu.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2252[5]
  • 1970: 2553[5]
  • 1987: 2680
  • 2000: 2809
  • 2011: 2602
  • 2014: 2537

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Günther Winkler (CSU). Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern, die sich wie folgt aufteilen:

Romanische Kapelle St. Valentin

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 254 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 76 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1009. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 32 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1076 ha, davon waren 716 ha Ackerfläche und 351 ha Dauergrünfläche.

Erneuerbare Energien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 wurde in den Gemarkungen Heppdiel und Windischbuchen ein Windpark mit insgesamt fünf Windkraftanlagen des Typs Nordex N117/2400 errichtet. Die Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 12 MW wurden im Oktober 2013 in Betrieb genommen und sollen nach Angaben des Projektentwicklers Green City Energy jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Mit einer Nabenhöhe von 141 Metern Höhe und einen Rotordurchmesser von 117 Metern sind die Anlagen speziell für die Windbedingungungen von Binnenlandstandorten ausgelegt. Der Windpark wurde teilweise über einen besonderen Bürgerbeteiligungsfonds finanziert. Dieser soll durch finanzielle Beteiligung der Bürger vor Ort die Wertschöpfung der Anlagen in der Region halten und so die Wirtschaft vor Ort stärken.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • 75 Kindergartenplätze mit 107 Kindern
  • eine Volksschule mit 18 Lehrern und 309 Schülern

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichenbühl verfügt über zahlreiche sportliche Einrichtungen, einen Tennis- und Reitclub sowie den Golfclub Erftal e. V. Jährlich findet das Int. AvD/GAMSC Bergrennen Unterfranken statt. Das Bergrennen erfreut sich jedes Jahr großer Begeisterung. Die Bergrennstrecke Unterfranken ist 3,05 km lang und führt auf der Staatsstraße 507 von Eichenbühl nach Umpfenbach.

Ortsneckname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptnahrungsmittel zwischen Spessart und Odenwald waren die Kartoffeln (Krummbern). Sie werden „mitsammen der Montur“ (mit der Schale), als Schnitze, Brei und Suppe mit frischen Kräutern, püriert oder gewürfelt, aufgetischt. Der Ortsneckname „Krummbernsäck“ galt nicht nur für die Eichenbühler, sondern (im Dialekt unterschiedlich) in der ganzen Gegend.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eichenbühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/233640&attr=OBJ&val=1684
  3. a b Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 62 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Wappenbeschreibung für die Gemeinde Eichenbühl beim HdBG
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 750.
  6. Green City Energy AG: Windpark Bayerischer Odenwald. Abgerufen am 2. November 2013.
  7. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Landkreis Miltenberg 2003