Eichgraben

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Eichgraben
Wappen Österreichkarte
Wappen von Eichgraben
Eichgraben (Österreich)
Eichgraben
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 8,88 km²
Koordinaten: 48° 10′ N, 15° 59′ OKoordinaten: 48° 10′ 22″ N, 15° 59′ 0″ O
Höhe: 286 m ü. A.
Einwohner: 4.542 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 511 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3032
Vorwahl: 0 27 73
Gemeindekennziffer: 3 19 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
3032 Eichgraben
Website: www.eichgraben.at
Politik
Bürgermeister: Martin Michalitsch (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
4
4
3
2
1
11 
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Marktgemeinde Eichgraben im Bezirk Sankt Pölten-Land
AltlengbachAsperbachBöheimkirchenBrand-LaabenEichgrabenFrankenfelsGablitzGerersdorfHafnerbachHaunoldsteinHerzogenburgHofstetten-GrünauInzersdorf-GetzersdorfKapellnKarlstettenKasten bei BöheimkirchenKirchberg an der PielachKirchstettenLoichMarkersdorf-HaindorfMaria AnzbachMauerbachMichelbachNeidlingNeulengbachNeustift-InnermanzingNußdorf ob der TraisenObritzberg-RustOber-GrafendorfPerschlingPressbaumPrinzersdorfPurkersdorfPyhraRabenstein an der PielachSchwarzenbach an der PielachSt. Margarethen an der SierningSt. PöltenStatzendorfStössingTraismauerTullnerbachWeinburgWilhelmsburgWölblingWolfsgrabenLage der Gemeinde Eichgraben im Bezirk Sankt Pölten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Eichgraben ist eine Marktgemeinde mit 4542 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk St. Pölten-Land in Niederösterreich, Österreich. Eichgraben ist Mitglied der Wienerwald Initiativ Region und zertifizierte Klimabündnis−Gemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptportal der röm.-kath. Herz-Jesu-Friedenskirche „Wienerwalddom“ mit einer Kreuzigungsgruppe aus St. Margarethener Kalksandstein von Adolf Treberer-Treberspurg.
Blick vom Bahnhof Richtung Ortszentrum. Rechts oben der Jugendstil-Ballsaal, in der Mitte die evangelische Michaelskapelle, dahinter der Kirchturm des Wienerwalddoms.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde liegt an den nördlichen Ausläufern des Wienerwaldes an der Westbahn (Alte Westbahn, Strecke 1) 32,4 km westlich der Bundeshauptstadt Wien und 31,8 km östlich der Landeshauptstadt St. Pölten (jeweils von Stadtmitte gemessen). Der Autobahnknoten Steinhäusl (A1A21) befindet sich großteils auf Gemeindegebiet. Die nächstgelegene Stadt ist Neulengbach ungefähr 10 km westlich, wo sich das zuständige Bezirksgericht befindet. Eichgraben grenzt an Altlengbach, Furth (Gemeinde Maria Anzbach), Knagg (Gemeinde Maria Anzbach) und Rekawinkel (Gemeinde Pressbaum).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Eichgraben (205)
  • Hinterleiten (1261)
  • Hutten (1330)
  • Ottenheim (900)
  • Stein (548)
  • Winkl (109)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Eichgraben.

Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichgraben liegt westlich der Wasserscheide Rekawinkler Berg und wird durch den Nagelbach und den Anzbach, welcher in die Große Tulln mündet, entwässert. Kleinere Zubringer sind Dreiwasserlbach, Hummelbach, Paukhofgraben, Schattaubach, Waldbadbach und Wintengraben. Ein Überlauf der II. Wiener Hochquellenwasserleitung auf der Weiserwiese wird von einem Gehöft genutzt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eichgraben herrscht vorwiegend ein gemäßigtes Übergangsklima, das vom pannonischen Klima beeinflusst wird und durch die Lage im Wienerwald eine überdurchschnittlich hohe Luftfeuchtigkeit aufweist. Bedingt durch die hügelige Topologie der Region weht in Eichgraben meist leichter bis mittelstarker Westwind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von den Römerzeitlichen Hügelgräbern nach Süden auf den „Römerstern“, einen Kreuzungspunkt am „Cultura Trail Römerweg“. Rechts führt die Finsterleitenstraße nach Eichgraben.
Grenze zwischen den Römischen Provinzen Noricum und Pannonia

Im Altertum gehörte das Gebiet des heutigen Eichgraben zum keltischen Königreich Noricum, nach dessen Eingliederung ins Römische Reich zur Provinz Noricum. Im 1. oder 2. Jh. wurden an einem Römerweg am Ortsrand oberhalb der Finsterleitenstraße (Ortsteil Stein) 100 m nördlich des „Römersterns“ in sieben Hügelgräbern eingeäscherte Verstorbene in Grabkammern bestattet. Die spärlichen Grabbeigaben wurden für das Landesmuseum Niederösterreich in den Jahren 1896 und 1929 geborgen und weisen auf eine arme kelto-illyrische Bevölkerung hin. Von dieser Tumulus-Gruppe sind noch zwei Hügel am heutigen „Eichgrabner Höhenwanderweg“ erkennbar. Die Rekonstruktion eines derartigen Hügelgrabes befindet sich im Wienerwaldmuseum Eichgraben.[2] Ob das heutige Gemeindegebiet in der Zeit der Römer von weiteren Verkehrslinien berührt wurde, ist nicht klar. Jedenfalls lag die Grenze zwischen den Provinzen Noricum und Pannonia am Hauptkamm des Wienerwaldes (Cetius Mons). Bis heute hat sich diese Grenze als Grenze zwischen den katholischen Diözesen St. Pölten, zu der Eichgraben gehört, und Wien, zu der Rekawinkel gehört, erhalten.

Zur Zeit der Völkerwanderung war der Wienerwald und damit auch das Gemeindegebiet des heutigen Eichgraben zuerst Grenzgebiet der Hunnen und später des Reiches der Awaren.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert wurde der Raum Eichgraben von Neulengbach und Anzbach aus besiedelt. Die frühesten Höfe lagen auf den Höhen von Knagg, Stein, Ottenheim und Gschaid. Durch Hofteilungen entstanden kleine Ansiedlungen, über die die Urbare (Grundbücher) der Herrschaft Neulengbach und Wasen Auskunft geben.[3]

Am 24. August 1345 scheinen die Namen „Aichgrawe“ (ein mit Eichenwald bewachsener Graben – Eichgraben), „Utenhaim“ (Heim eines Ottos – Ottenheim) und „Stelz Hof“ in einer Stiftungsurkunde auf, die von Gotfried dem Wirsinch von Chirchsteten verfasst und besiegelt wurde. Diese Urkunde des Stiftes Sankt Andrä an der Traisen ist im Original im Archiv des Stiftes Herzogenburg sowie digital im Flash-Viewer von Monasterium.Net zu betrachten.

Um 1348 erreichte die Pest erstmals die Linie Nöstach-Alland-Pressbaum-Greifenstein und halbierte die ansässige Bevölkerung. Ein 10 bis 20 km breiter Streifen westlich dieser Linie war bis mindestens 1400 weiterhin unbewohnt (vgl. Geschichte des Wienerwalds). In Niederösterreich herrschten Krieg und Söldnerbanden. Verschiedene Krankheiten, die auf miserable hygienische Zustände zurückzuführen sind, töteten einen beachtlichen Teil der Bevölkerung. Die Kindersterblichkeitsrate war besonders hoch, da es durch Kriege kaum Nahrungsmittel gab.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am „Erchtag“ (mundartlich für Dienstag), wurde unterhalb der Burg Neulengbach ein Wochenmarkt abgehalten und damit die umgebenden Ortschaften mit den Erzeugnissen der Handwerker des Marktes versorgt. Eine Ansiedelung von Handwerkern in den Dörfern wurde möglichst unterbunden. Für die Zu- und Abfuhr von Waren wurde eine Maut berechnet. Am 15. April 1516 erlaubte Kaiser Maximilian I. den Bürgern von Neulengbach zusätzlich das Abhalten von 2 Jahrmärkten.[4]

Im Zuge der Ersten Wiener Türkenbelagerung im Jahre 1529 kam es in unserem Gebiet zu Brandschatzungen. Z.B. brannte damals der „Streitgerbauer“ (heute: Singerhof, auf der Hochstrass, südlich der Autobahn) nieder.[5]

Am Dienstag, den 15. September 1590 kam es gegen Mitternacht zu einem Jahrtausendbeben mit Epizentrum Neulengbach, das sogar noch im 40 km entfernten Wien neben vielen Rauchfängen auch die Türme der Michaelerkirche und der Schottenkirche einstürzen ließ und Menschen tötete. Das stärkste Erdbeben, das Wien und Niederösterreich jemals erlitten haben, brachte vermutlich auch für das 10 km vom Epizentrum entfernte, dünn besiedelte Gebiet des heutigen Eichgraben Schrecken und Zerstörung.

Der Wienerwald war bis 1701 ungefähr 500 Jahre herrschaftlicher Bannwald und damit nicht der Öffentlichkeit zugänglich, was auf Grund des Urwaldcharakters auch nicht leicht möglich war. Kaiser Maximilian II. ordnete 1572 erstmals eine dokumentarische Aufnahme des Gebietes in Form eines Waldbuches an; zuständig war das „Kayserliche Waldambt“ im Schloss Purkersdorf. Im Wienerwald entstand eine Anzahl von Holzhauersiedlungen. Eine dieser Hüttensiedlungen ist Namensgeber für den Ortsteil „Hutten“. Auf Teilen des „Anzbacher Amtes“ des insgesamt 12 Ämter umfassenden Wienerwaldes entwickelte sich im Laufe der Zeit das heutige Eichgraben. Abgesehen von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) und umherstreifenden Tataren und irreguläre Soldaten, sogenannten Akindsi während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung (1683) erlebte der Wienerwald im 17. Jahrhundert eine ruhige Entwicklung.

Die Pest wütete von 1712 bis 1715 in Eichgraben, wodurch ein Drittel der Bevölkerung starb. Die Toten wurden in Pestgruben beerdigt. Eine Grube befand sich im Bereich des ehemaligen Klosters im Ortsteil Stein, eine weitere, bisher nicht gefundene Grube soll sich oberhalb eines Gasthauses an der Hauptstraße befinden. Nach den hohen Bevölkerungsverlusten durch Pest und Türkenkriege wurden Siedler aus allen Teilen des deutschsprachigen Raumes in das Gebiet von Eichgraben geholt.[3]

Neuere Geschichte und Zeitgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmalspur-Tenderlokomotive Yv 598.01 als Denkmal unterhalb des Bahnviadukts

Als Folge der Revolution von 1848 wurde die Abhängigkeit der Landbevölkerung von der Grundherrschaft aufgehoben. Das Gebiet von Eichgraben wurde von der k. k. Waldamtsherrschaft im Schloss Purkersdorf bzw. von der Grundherrschaft Neulengbach unabhängig. Ab 1850 hatte Eichgraben einen freigewählten Bürgermeister, gehörte aber noch zur Gemeinde Maria Anzbach.

Der Aufschwung des Ortes begann 1851 mit dem Bau der Kaiserin Elisabeth-Bahn, die in einer omegaförmigen Schleife mit dem 26,4 m hohen Eichgrabner Bahnviadukt den „Graben“ überspannt. Nach Inbetriebnahme am 15. Dezember 1858 folgten den Bauarbeiterhütten ab ca. 1880 die vielfach noch erhaltenen Villen der Sommerfrischler aus Wien. Das Bahnhofsviertel mit seinen Ausflugslokalen wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt. 1883 kostete eine Hin-und-Retour-Karte Wien – Eichgraben in der 1. Klasse 180 Kreuzer, in der 2. Klasse 140 Kreuzer und in der 3. Klasse 90 Kreuzer (100 Kreuzer = 1 Gulden ≈ Tageslohn eines Wiener Fabrikarbeiters oder Handwerkers). Laut Fahrplan brauchte einer der täglichen 7 bis 8 Züge für die 30 km zwischen 57 und 68 min.[6]

Auf Correspondenz-Karten um 1910 ist „Eichgraben an der Westbahn“ häufig als Sommerfrische dargestellt. Seit 1923 ist Eichgraben selbständige Gemeinde.

Die Novemberpogrome 1938 sind in der Chronik des Gendarmeriepostenkommandos Eichgraben wie folgt verzeichnet: Über Auftrag der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten wurden 28 Juden am 10. November 1938 von Rev. Insp. Josef Waiz festgenommen und dem Amtsgericht in Neulengbach überstellt.[7] Im Zweiten Weltkrieg sollen in Eichgraben drei russischen Soldaten ermordet und deren Leichen im Wald oberhalb des heutigen Hochbehälters vergraben worden sein. Bisher wurden keine Überreste gefunden. Nach Berichten von Zeitzeugen soll Pfarrprovisor Kaplan Josef Seiwald in den Jahren 1943–1944 zwei Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose im Ortsteil Schattau versteckt haben.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts siedelten immer mehr Zweitwohnsitzer aus Wien. Auf Grund der stark steigenden Einwohnerzahl wurde Eichgraben 1973 zum Markt erhoben. Heute zählt Eichgraben zum Speckgürtel der Metropolregion Wien. Um die Villenstruktur aufrechtzuerhalten und die unkontrollierte Errichtung von großvolumigen Bauten mit einer hohen Anzahl von Wohnungen in einem Gebäude (jedenfalls mehr als drei Wohnungen) zu verhindern wurde zuerst eine begrenzte Bausperre erlassen und in weiterer Folge die Raumordnung geändert. Eine Folge des Bevölkerungswachstums ist vermehrtes Verkehrsaufkommen. Um Pendler zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu veranlassen, wurde beim Bahnhof der ehemalige Gasthof Son abgetragen und gemeinsam mit ÖBB und Land NÖ eine doppelstöckige Park-and-Ride Anlage mit 236 PKW- und etwa 20 Zweirad-Stellplätze errichtet. Etwa 900 Fahrgäste täglich nutzen die Bahn für ihre Fahrt zur Arbeitsstätte.[8][9]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Bevölkerung ist römisch-katholisch. In den zwei römisch-katholischen und in der evangelischen Kirche finden regelmäßig Gottesdienste statt. (Mai-)Andachten und Feldmessen werden gelegentlich bei der Waldkapelle in Ottenheim gefeiert. Weiters existiert eine islamische Gemeinschaft, die im Frühjahr 2007 in einem Einfamilienhaus im Ortsteil Hutten offiziell einen Gebetsraum eingerichtet hat. Zeugen Jehovas treffen sich im Königreichssaal, der sich in Rekawinkel 150 m von der Eichgrabener Gemeindegrenze entfernt befindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile – Gebäude und Bevölkerung – Vergleich 2001 zu 1830[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1830 unterstand das Dorf Eichgraben dem Kaiserlichen Waldamt im Schloss Purkersdorf, alle anderen heutigen Ortsteile der Herrschaft Neulengbach – wobei „Unterthanen“ auch von anderen Herrschaften besessen wurden (siehe Grundherrschaft in Tabelle). Für Eichgraben war die k.k. Waldamtsherrschaft Purkersdorf, für alle andern Ortsteile war die Herrschaft Neulengbach Landgericht, Conscriptions- und Ortsobrigkeit. Nächste Poststation war das mehrere Gehstunden entfernte Sieghartskirchen. Alle Ortsteile gehörten mit Pfarre und Schule nach Anzbach. Bei Personensteuern (Leibsteuern) waren Kinder (meist unter 12 Jahren) in der Regel ausgenommen, die schulfähigen Kinder wurden daher nicht zur Einwohnerzahl gerechnet und z.B. im Dorf Eichgraben erst gar nicht erhoben.[10][11][12]

In Eichgraben gab es eine Mahlmühle (heute Hauptstr. 93 gegenüber Einmündung der Wallnerstraße). In Hutten standen die Liamühle (heute Höhe Wienerstr. 83), die Sturmmühle (heute Hauptstraße gegenüber Einmündung der Sturmmühlstraße), 2 Wirtshäuser und wo sich beim „Wirthshaus Rußhof“ die Straßen von Alt- und Neulengbach vereinigten (heute Kreisverkehr) zwei „Mauthen“.

Ortsteil Gebäude
2001
Häuser
1830
Einwohner
2001
Einwohner
1830
männl.
1830
weibl.
1830
Kinder
1830
Familien
1830
Grundherrschaft Bewohner
waren
Eichgraben
(damals Dorf)
128 15 187 93 51 42 0 [Anm. 1] 22 k.k. Waldamts-
herrschaft
Purkersdorf
Bauern, Häusler
und Holzhauer
Hinterleithen
(damals Rotte)
608 12 970 55 27 28 7 12 Neulengbach,
Melk, St.Andrä
Waldbauern
Hutten
(damals Dorf)
622 20 1.268 126 60 66 20 28 Neulengbach,
Murstetten
Ganzbauern
und Häusler
Ottenheim
(damals Rotte)
406 6 746 30 14 16 12 8 Neulengbach
Stein
(damals Rotte)
319 5 464 34 15 19 8 6 Neulengbach
Winkel
(nur 3 Häuser)
51 3 113 16 9 7 3 3 Neulengbach,
Murstetten
gesamt 2.134 61 3.748 354 176 178 50 79

Anmerkung:

  1. Kinder wurden im Dorf Eichgraben damals nicht erhoben.

Bevölkerungsentwicklung der Marktgemeinde Eichgraben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungs- und
Gebäudeentwicklung
Jahr Einwohner Gebäude
1590  ? 21
1751  ? 43
1794 346 58
1830 354 61
1869 578 73
1880 583 89
1890 636 97
1900 874 150
1910 1.303 250
1923 1.380 306
1934 1.737 519
1939 1.822  ?
1951 2.118 763
1961 2.050 882
1971 2.321 1.278
1981 2.642 1.797
1991 3.344 2.009
2001 3.748 2.134
2011 4.309 2.245

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zukünftige Mandatsverteilung im Eichgrabner Gemeinderat
      
Insgesamt 25 Sitze
  • Volkspartei Eichgraben (ÖVP): 11
  • SPÖ: 3
  • Gemeinsam Eichgrabens Zukunft gestalten (GEMSAM): 4
  • Grünlandsterne Liste Umweltschutz (GLU): 2
  • Die Grünen Eichgraben (GRÜNE): 4
  • FPÖ: 1

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Martin Michalitsch, Jurist und Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag.

Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 25 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung:

Volkspartei Eichgraben (ÖVP) 11, Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) 3, Gemeinsam Eichgrabens Zukunft gestalten (GEMSAM) 4, Grünlandsterne Liste Umweltschutz (GLU) 2, Die Grünen Eichgraben (Grüne) 4, Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ).

Gemeinderatswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2015: Wahlberechtigte 4.887, Wahlbeteiligung 56,13 %. Ungültige Stimmen 28. Volkspartei Eichgraben (= ÖVP-Liste) 38,08 % (1.034 Stimmen), GEMSAM (Gemeinsam Eichgrabens Zukunft gestalten) 15,25 % (414 Stimmen), GRÜNE (Die Grünen Eichgraben) 14,18 % (385 Stimmen), SPÖ 12,56 % (341 Stimmen), GLU (Grünlandsterne Liste Umweltschutz) 10,20 % (277 Stimmen), FPÖ 6,85 % (186 Stimmen), NEOS 2,87 % (78 Stimmen).

Gemeinderatswahl 2010: Wahlberechtigte 4.796, Wahlbeteiligung 56,80 %. Ungültige Stimmen 42. Volkspartei Eichgraben (= ÖVP-Liste) 53,24 % (1.428 Stimmen), SPÖ 18,38 % (493 Stimmen), GEMSAM (= Liste Gemeinsam) 11 % (295 Stimmen), GLU (= Grünlandsterne Liste Umweltschutz) 9,21 % (247 Stimmen), Grünen Eichgraben (= Grüne-Liste) 8,17 % (219 Stimmen).

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DeutschlandDeutschland Eichgraben, Ortsteil der Kreisstadt Zittau nahe dem Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien im deutschen Bundesland Sachsen. Eine Delegation aus der deutschen Partnergemeinde ist immer wieder bei Veranstaltungen im Ort zugegen.
  • RumänienRumänien Alma Vii, eine kleine Gemeinde in Siebenbürgen, Rumänien. Bei der Partnerschaft ging es in erster Linie um kleine wirtschaftliche Hilfestellungen nach der Öffnung des Ostens, wobei die Initiative ursprünglich von der römisch-katholischen Kirche Eichgraben ausging.

Eichgraben ist außerdem Mitglied der Wienerwald Initiativ Region.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleine Kirche, alte röm.-kath. Kirche
Kirchturm der röm.-kath. Pfarrkirche mit den Symbolen der vier Evangelisten. Diese Köpfe – eines Menschen im Osten versinnbildlicht Matthäus, eines Löwen im Süden Markus, eines Stieres im Norden Lukas und der Adler im Westen Johannes – sind aus St. Margarethener Kalksandstein und stammen vom Bildhauer Adolf Treberer-Treberspurg.
Von Eichgraben führt die Klosterallee zur Kirche des Annunziataklosters „Am Stein“ in Maria-Anzbach.
Das Wienerwaldmuseeum entstand 1999 aus den Gebäuden des Auhofes, der auf das 15. Jahrhundert zurückgeht.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Eichgraben

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kleine Kirche: 1891 erfolgte der Spatenstich zur Herz-Jesu-Kirche in der Kirchenstraße 2, die Einweihung erfolgte 1896. Die kleine Kirche wurde Pfarrkirche der mit 1. März 1939 von Maria Anzbach abgetrennten Pfarr-Expositur unter hochw. Hrn. Karl Schwaigart.[13]
  • Kath. Pfarrkirche: Unter Pfarrer Josef Seiwald begann der Bau der Herzen-Jesu-Friedenskirche in der Kirchenstraße 1, deren Weihe Bischof Memelauer am 21. Oktober 1951 im Beisein von Bundeskanzler Leopold Figl vornahm. Der von Architekt Josef Friedl 1948 geplante gewaltige Hallenbau wird wegen seiner Größe und Schönheit oft Wienerwalddom genannt.[14]
  • Evangelische Kapelle: Im Advent 1967 wurde die Evangelische Michaelskapelle in der Kirchenstraße 13 durch Superintendent Georg Traar eingeweiht, ein Jahr später von Bischof Oskar Sakrausky visitiert. Pfarrer jener Zeit war Dr. Walter Stökl (1897–1976), der gemeinsam mit der Ökumenischen Schwesterngemeinschaft die Michaelskapelle weit über die Grenzen Eichgrabens bekannt gemacht hat.[15]
  • Gebäude mit Jugendstilelementen: Der ehemalige Ausflugsgasthof „Ruzicka“ beim Bahnhof – heute Sitz des Vereins für Kunst und Kultur – weist ebenso wie das ehemalige Friseurhäuschen „Schöndorfer“ unterhalb der Park-and-Ride-Anlage Elemente des Jugendstils auf.

Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bücherei Eichgraben: In der Bücherei im neuen Gemeindezentrum stehen Di 08:00 – 12:00 Uhr und 16:00-19:00 Uhr, Do 12:00 - 15:00 Uhr sowie Fr 14:00 - 17:00 Uhr ca. 13.000 Medien zum Schmökern und Ausleihen bereit. Regelmäßig lesen Autoren aus ihren Werken.[16]
  • Kurdische Bibliothek Casme Calil: Seit Mai 2008 besteht in der Berggasse 42 eine Sammlung kurdischer Literatur und Volkskultur der Mittel-Ost-Expertin Birgit Cerha.[17]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wienerwaldmuseum Eichgraben: Angesiedelt im Fuhrwerkerhaus in der Hauptstr. 17 wird das Museum seit 1999 vom Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Eichgraben betrieben. Neben einer volkskundlichen Sammlung sowie Exponaten aus den Bereichen Geologie, Ur- und Frühgeschichte, Römerzeit und Mittelalter finden regelmäßig themenspezifische Veranstaltungen im Fuhrwerkerhaus statt.[2]
  • privater Reptilien-Zoo: In der Zyklamenstraße wurde von 1976 bis 1984 ein privater Zoo mit seltenen exotischen Fröschen, Schlangen und Schildkröten betrieben.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der NÖ Regionalmusikschule des am 16. November 1992 gegründeten Musikschulverbandes Maria Anzbach – Eichgraben unterrichten 23 Lehrkräfte 24 verschiedene Instrumente sowie Tanz und Gesang. Zahlreiche daraus hervorgegangene Ensembles wie die Jazz-Gruppe „long her“ treten auf.
  • Der im März 2008 gegründete Musikverein Eichgraben – Maria Anzbach war 2011 bei der Konzertwertung in Rabenstein mit 91,83 von 100 möglichen Punkten zweitbeste Musikkapelle im Bezirk Sankt Pölten-Land. Das Repertoire unter Kapellmeister Mihály Bojti umfasst sowohl traditionelle Blasmusik als auch moderne Stücke.
  • Die Mitglieder des im Jahre 2000 gegründeten Chors Eichgraben Vokal treffen sich jeden Dienstag im Gemeindezentrum, um unter Chorleiterin Katja Scheibenpflug für Veranstaltungen zu proben. Auf dem Repertoire stehen weltliche und geistliche Stücke quer durch alle Jahrhunderte und Nationen.
  • Seit September 2010 trifft sich der Jugendchor pro.vocant (Chorleiterin Karin Rankl) einmal wöchentlich im Fuhrwerkerhaus Eichgraben.
  • Zudem gibt es den Eichgrabner Kinderchor unter der Leitung von Tina Hofer-Leeb.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Eichgraben
  • Verein für Kunst und Kultur Eichgraben
  • Lions Wienerwald West
  • Sportverein Eichgraben – mit den Sektionen Fußball und Tennis

Es gibt zahlreiche weitere Clubs und Vereine. Eine vollständige Aufstellung ist dem Vereinsregister auf der Website der Marktgemeinde Eichgraben zu entnehmen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Monatsmarkt (jeden 1. Samstag im Monat)
  • 1. Maifeier mit Maibaumkraxeln
  • Weinkost der Freiwilligen Feuerwehr Eichgraben (je nach Saison)
  • Riesenflohmarkt des Fremdenverkehr- und Verschönerungsvereins (jeweils Anfang September)
  • Adventmarkt (meist Ende November)

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschule Eichgraben
  • NÖ Mittelschule Eichgraben (Modellversuch seit dem Schuljahr 2009/2010)
  • „Die Neue Schule“ (Montessori-Privatschule)
  • Zwei Kindergärten des Landes Niederösterreich
  • In der am 17. Jänner 2011 eröffneten Einrichtung „Zwergenland“ werden Kleinstkinder betreut.

Gastronomie und Beherbergung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der gastronomischen Betriebe hat sich in den letzten Jahrzehnten reduziert. Derzeit gibt es ein Kaffeehaus, eine Konditorei, drei Gasthäuser, zwei Kantinen, ein Pub und ein Hotel.

War Eichgraben vor 120 Jahren ein beliebter Sommerfrischeort der Wiener, so setzten heute Hotel und Pensionen auf Bus- bzw. Individualtourismus. Besonders Wienbesucher aus den Niederlanden und den neuen deutschen Bundesländern, denen eine Unterkunft in Wien zu teuer und zu laut ist, schätzen die Nähe zur Stadt.

Gemeindezentrum von Westen, mit den Türmen der beiden römisch-katholischen Kirchen im Hintergrund. Im Erdgeschoß links die Kaffee-Konditorei rechts die Bibliothek.
Gemeindezentrum von Nordosten. Im Vordergrund der bronzene Lebensbaum von Architekt Walter Son.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eichgraben gibt es sechs praktische Ärzte, einen Facharzt für Innere Medizin, eine Kinderärztin, eine Lungenfachärztin, einen Unfallchirurgen, zwei Zahnärzte sowie zwei Tierärztinnen. Die nächsten Spitäler befinden sich in St. Pölten, Tulln und Wien.

Im Ort gibt es eine Dienststelle des Samariterbundes. Die nächsten Notarztwagenstützpunkte befinden sich in Purkersdorf und St. Pölten, weiters ist in Neulengbach bzw. Altlengbach (im wöchentlichen Wechsel) ein Notarzteinsatzfahrzeug stationiert. Es gibt auch zwei Praxen für Physiotherapie und eine für Psychotherapie. Es existieren verschiedene Betriebe, die sich mit gesundheitsverwandten Themen wie der Farbtherapie, Kinesiologie oder Shiatsu beschäftigen. Erwähnenswert sind noch zwei medizinisch diplomierte Fußpflegebetriebe.

Nahversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gab es im Eichgraben der 1980er Jahre noch vier Supermärkte, zwei Bäckereien, drei Fleischereien, ein Obst- und Gemüsegeschäft sowie zwei kleine Gemischtwarenläden und zwei Drogerien, hat sich seither die Anzahl der Nahversorger deutlich reduziert. Heute (Stand März 2013) befinden sich in Eichgraben ein Postamt, eine Trafik, zwei Bankfilialen, ein Supermarkt, eine Apotheke, eine Bäckerei, ein Bio-Hofladen[18] und eine Tankstelle. Auf dem Bahnhofsvorplatz findet von April bis Dezember an jedem 1. Samstag im Monat ein Monatsmarkt statt. Zusätzlich wird die Gemeinde von diversen Lieferservices für Backwaren, Tiefkühlkost, Biogemüse und Getränke versorgt. Der im Oktober 2010 wiedereröffnete Kiosk im Bahnhof wurde nach kurzer Zeit wieder geschlossen.

Im Oktober 2009 wurde mit dem Bau eines neuen Gemeindezentrums in zentraler Lage begonnen, das 2011 eröffnet wurde. In diesem Gebäude sind das Gemeindeamt, ein Bürgerservice, die Elternberatung, ein Vereinsraum, das Gemeindearchiv, die Gemeindebücherei sowie eine Café-Konditorei untergebracht.[19]

Leitungsgebundene Netze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Strom- und Gasnetz wird vom Netzbetreiber EVN Netz GmbH im regulierten Bereich betrieben. Bei der Verlegung der Gasleitungen wurden von einer Tochterfirma der EVN AG Glasfaserkabeln mitgezogen, wodurch neben dem ADSL-Festnetz der A1 (Telekom Austria Group) weitgehend flächendeckend Glasfaseranschlüsse für HD-TV, Internet und Telefonie der EVN-Tochter kabelplus GmbH möglich sind.

Das gemeindeeigene Wasserortsnetz bezieht das Wasser über die EVN Wasser Gesellschaft m.b.H. aus einem Brunnenfeld in der Region Böheimkirchen, das durch die dort vorherrschende Flyschzone sehr hartes Wasser liefert. Abwässer werden getrennt von Niederschlagswasser (Regen) in die Ortskanalisation eingeleitet, durch die Kläranlage des Abwasserverband Anzbach-Laabental in Markersdorf mechanisch-biologisch gereinigt und in die Große Tulln eingeleitet.[20]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobahnknoten Steinhäusl. Links im Bild (im Norden) befindet sich Eichgraben.

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt einerseits direkt an der Station Eichgraben-Altlengach, wo stündlich S-Bahn Züge der Linie S50 sowie auch halbstündlich REX in Richtung Wien Westbahnhof bzw. St. Pölten Hauptbahnhof Alte Westbahn (Strecke 1) halten, und andererseits in unmittelbarer Nähe der Westautobahn A1-AT.svg (Exit 23, Ausfahrt Pressbaum oder Exit 35, Ausfahrt Altlengbach) und der Wiener Außenringautobahn A21-AT.svg E60-AT.svg (Exit 3, Ausfahrt Hochstraß) und wird zusätzlich auch von mehreren Linienbussen angefahren. Mit Inbetriebnahme der Neuen Westbahn (Strecke 30), der Hochleistungsbahnstrecke über das Tullnerfeld, am 9. Dezember 2012 wurde auf der Alten Westbahn (Strecke 1) der Fernverkehr reduziert und das Regionalverkehr-Angebot ausgeweitet. Die Eisenbahn-Haltestelle heißt Eichgraben-Altlengbach und verfügt über eine große Park & Ride Anlage. Mehrere Taxiunternehmen bringen rund um die Uhr Fahrgäste in entlegenere Ortsteile. Das Anrufsammeltaxi wurde durch ein Gutscheinsystem abgelöst, bei dem Bezieher von Heizkostenzuschüssen bzw. der bedarfsorientierten Mindestsicherung pro Fahrt mit Taxi-Pleyer von der Gemeinde mit EUR 2,50 subventioniert werden.[21]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Der Eichgrabner“, Periodikum des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins.
  • Neulengbacher NÖN, Regionalzeitung, die über Ereignisse in Eichgraben und Umgebung berichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger
  • Bürgermeister a.D. Kurt Müller
Ehrenringträger
  • Lothar Bruckmeier, für sein langjähriges Engagement für die Eichgrabner Kultur.[22]
  • Vizebürgermeister a.D. Werner Füzer, langjähriger ASBÖ-Obmann und Zivilschutzbeauftragter
  • Bürgermeister a.D. Wilhelm Groiss
  • Brandrat Gerhard Hajek, langjähriger Kommandant der FF Eichgraben und des Feuerwehrabschnittes Neulengbach[23]
  • Adolf Plank, für sein langjähriges Engagement als Obmann des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins
Künstler
  • In Eichgraben lebte von 1961 bis zu seinem Tod 2017 Lothar Bruckmeier (* 1927 in München). Der Künstler arbeitete mit Wasserfarben auf grundiertem Papier, mit Acryl- und Ölfarben, mit Sand, Leim und Dispersion. In den achtziger Jahren erregte er mit überdimensionalen Aquarellen Aufmerksamkeit. „Parallel zur Natur“ heißt sein letzter Zyklus kleinformatiger Mischtechniken. Gemeinsam mit seiner Frau, der Schriftstellerin Elfriede Bruckmeier (* 1940 in Wien) leitete er die „Galerie am Bahnhof“ und seit 1974 den „Verein für Kunst und Kultur Eichgraben“.[22]
  • Der Regisseur, Schauspieler und Autor Stephan Bruckmeier (* 1962), Sohn von Elfriede und Lothar Bruckmeier ist gebürtiger Eichgrabner.
  • Der Bildhauer Franz Anton Coufal (* 1927; † 1999) wurde im Ortsteil Winkl geboren.[24] 1963 Förderungspreis des Landes Niederösterreich. Werke: Imaginäre Figur (~1964), NÖ Landesmuseum in Sankt Pölten; Pieta (1964), Schöngrabern, NÖ.
  • Der Grafiker, Schriftsteller und Verleger Erich Fitzbauer (* 1927) lebt und arbeitet seit 1991 in der Roseggerstraße.[25]
  • Der in Kirchstetten ansässig gewesene Dichter Wystan Hugh Auden (* 1907; † 1973) nannte Eichgraben – bezugnehmend auf die hohe Lebensqualität in dieser Gemeinde – in mehreren seiner Essays.
  • Heimito von Doderer (* 1896; † 1966) war hier mit einer Witwe befreundet. Seine Freunde fragten sich, wem er mehr zugetan war, der Witwe oder der Tatsache, dass sie ein Häuschen direkt an der Westbahn mit Ausblick auf die vorbeifahrenden Züge besaß. Ihm ist auch der Heimito-von-Doderer-Park westlich des Bahnhofs gewidmet.
  • Ernst Jandl (* 1925; † 2000) verwendete 'Eichgraben' einige Male in seinen Gstanzln.
Sportler
  • Der mit nur 26 Jahren in Afrika gefallene Leichtathlet Karl Kotratschek (* 1914; ⚔ 1941) hatte sich am Grundstück in der Nagelbergstrasse eine bergaufführende Aschenbahn für das Training angelegt. Er nahm an der Olympiade 1936 in Berlin teil, wurde 3. bei der Europameisterschaft 1938 in Paris und war mehrfacher Österreichischer Meister, nach dem Anschluss auch Deutscher Meister. Sein österreichischer Dreisprung-Rekord von 15,28 m, aufgestellt am 19. Juli 1938 in Berlin, hielt bis 1974.
  • Der Sportkletterer Georg Parma (* 15. April 1997) wurde am 15. Juni 2014 in Edinburgh, Schottland in der Disziplin Vorstieg Jugend-Europameister.[26]
Wissenschaftler

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der ORF-Fernsehfilm „Der schwarze Löwe“ (Regie: Wolfgang Murnberger) basiert auf einer wahren Begebenheit aus Eichgraben: behandelt wird das Schicksal des aus Nigeria stammenden Emmanuel Antiga, der als erfolgreicher Libero im SV Eichgraben spielte und als „Tiger von Eichgraben“ bekannt wurde. Trotz großer Proteste zahlreicher Gemeindebürger wurde er im Jahr 2006 abgeschoben.[27]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Eichgraben (Hrsg.): Eichgraben in alten Ansichten. Eigenverlag, Eichgraben 2009 (126 Seiten).
  • Diözese St. Pölten, Pfarr- und Filialkirchen südlich der Donau. In: Wilhelm Zotti (Hrsg.): Kirchliche Kunst in Niederösterreich. 1. Auflage. Band 1. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten/Wien 1983, ISBN 3-85326-651-7 (416 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eichgraben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. a b Webseite des Wienerwaldmuseums Eichgraben
  3. a b Vgl. Marktgemeinde Eichgraben (Hrsg.): Gemeindeinformation, Neubürgerempfang Jänner 2010.
  4. Daniel Schmatz: Die Geschichte der Stadtgemeinde Neulengbach.
  5. Ing. Tassilo Kuhn:@1@2Vorlage:Toter Link/www.hochstrass.at Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Die Geschichte Hochstrass.
  6. Localfahrplan der Kaiserin Elisabethbahn giltig vom 1. Juni 1883. In: Internationale Reise-Zeitung. Nr. 7 vom 1. August 1883, S. 5.
  7. Widerstand und Verfolgung in Niederösterreich 1934–1945. Eine Dokumentation, herausgegeben vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien 1987, Band 3, S. 370–375 (doew.at).
  8. Punkt 2 der Gemeinderatssitzung vom 7. September 2011 eichgraben.at (PDF).
  9. weitere 20 überdachte Radabstellplätze am Bahnsteig Richtung Wien.
  10. Friedrich Schweickhardt Ritter von Sickingen: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, Viertel untern Wienerwald, 1. Band, Teil 2. Gedruckt bei den PP. Mechitaristen, 1832 (Dorfbeschreibung Eichgraben 1830 in der Google-Buchsuche).
  11. Friedrich Schweickhardt Ritter von Sickingen: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, Viertel Ober Wienerwald, 1. Band, 1. Heft. Gedruckt bei den PP. Mechitaristen, 1835 (Hinterleithen, Hutten, Ottenheim, Stein und Winkel 1830 in der Google-Buchsuche).
  12. Klein Kurt: Historisches Ortslexikon (Niederösterreich) 3.Teil, Seite 75 (Datenbestand: 30. Juni 2011).
  13. Errichtung einer Pfarr-Expositur in Eichgraben St. Pöltner Diözesanblatt III vom 21. März 1938, Seite 29 Punkt 34.
  14. 70 Jahre Pfarre Eichgraben (PDF).
  15. Kirchen in Eichgraben.
  16. Siehe Website der Bücherei Eichgraben
  17. @1@2Vorlage:Toter Link/www.schasching.spoe.at Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: IFAMO – Information.Forschung.Analyse.Mittlerer Osten.
  18. Bio-Hofladen der Familie Lingler Website des Bio-Hofladens am Burweg. Abgerufen am 11. März 2013.
  19. Spatenstichfeier für unser Gemeindehaus. In: Eichgraben Konkret (Informationsblatt der SPÖ-Eichgraben), Winter 2009
  20. Abwasserreinigungsanlage Markersdorf. AWV Anzbach-Laabental; abgerufen am 11. Mai 2013.
  21. Punkt 5 der Gemeinderatssitzung vom 7. September 2011 eichgraben.at (PDF).
  22. a b Kurzbiographie Lothar Bruckmeier Website des Vereins für Kunst und Kultur Eichgraben. Abgerufen am 11. November 2012.
  23. Punkt 2 der Gemeinderatssitzung vom 19. Oktober 2011 eichgraben.at (PDF).
  24. geschichte.landesmuseum.net Niederösterreichisches Landesmuseum.
  25. Kurzbiographie Erich Fitzbauer alias Hieronymus Zyx. Abgerufen am 2. März 2013.
  26. Parma holt Gold NÖN Niederösterreichische Nachrichten. Abgerufen am 20. Juni 2014.
  27. Information zur Produktion auf der Webseite des ORF: