Eigeltingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eigeltingen
Eigeltingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eigeltingen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 52′ N, 8° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Konstanz
Höhe: 483 m ü. NHN
Fläche: 59,29 km2
Einwohner: 3751 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78253
Vorwahl: 07774
Kfz-Kennzeichen: KN
Gemeindeschlüssel: 08 3 35 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Krumme Straße 1
78253 Eigeltingen
Webpräsenz: www.eigeltingen.de
Bürgermeister: Alois Fritschi (CDU)
Lage der Gemeinde Eigeltingen im Landkreis Konstanz
Bodensee Bodenseekreis Landkreis Waldshut Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Tuttlingen Landkreis Sigmaringen Aach (Hegau) Allensbach Bodman-Ludwigshafen Büsingen am Hochrhein Stockach Eigeltingen Engen Gaienhofen Gailingen am Hochrhein Gottmadingen Hilzingen Hohenfels (bei Stockach) Konstanz Mainau Moos (am Bodensee) Mühlhausen-Ehingen Mühlingen Öhningen Orsingen-Nenzingen Radolfzell am Bodensee Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Rielasingen-Worblingen Singen (Hohentwiel) Steißlingen Stockach Tengen Volkertshausen SchweizKarte
Über dieses Bild

Eigeltingen ist eine Gemeinde im Landkreis Konstanz im Süden von Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigeltingen liegt im Hegau, etwa 15 Kilometer nordwestlich vom Bodensee.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Emmingen-Liptingen im Landkreis Tuttlingen, im Osten an Mühlingen und die Stadt Stockach, im Süden an Orsingen-Nenzingen und die Stadt Aach und im Westen an die Stadt Engen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Eigeltingen mit den früher selbstständigen Gemeinden Heudorf im Hegau, Honstetten, Münchhöf, Reute im Hegau und Rorgenwies gehören 37 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.

Zur Gemeinde Eigeltingen in den Grenzen vom 31. Dezember 1972 gehören das Dorf Eigeltingen und die Höfe Dauenberg, Lochmühle, Mittel Dornsberg, Ober Dornsberg und Unter (Vorder) Dornsberg. Zur ehemaligen Gemeinde Heudorf im Hegau gehören das Dorf Heudorf im Hegau, die Höfe Gereuthof, Im Bohl und Krätlermühlhöfe (vormals Dreihöfe) und die Häuser An den Halden und Ziegelhütte. Zur ehemaligen Gemeinde Honstetten gehören die Dörfer Honstetten und Eckartsbrunn, der Weiler Glashüttenhöfe und die Höfe Hägelehof und Wasserburgerhof auch Bittelbrunner Schlössle genannt und die angrenzende Ruine der Wasserburg. Zur ehemaligen Gemeinde Münchhof gehören die Dörfer Münchhof und Homberg und die Höfe Brielholz, Dürrenbühl, Hirschlanden, Minkenmühle, Schweingruben (Vordere und Hintere), Stählemühle und Unterer Kästle. Zur ehemaligen Gemeinde Rorgenwies gehören das Dorf Rorgenwies, die Weiler Glashütte, Guggenhausen und Öhle, die Höfe Geistermühle, Hochbuchhof und Thälehof und die Häuser Gumpenhof und Kappellösch.

In der Gemeinde Eigeltingen im Gebietsstand vom 31. Dezember 1972 liegt die abgegangene Ortschaft Brandenburg. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Heudorf im Hegau liegen die in Heudorf im Hegau aufgegangene Ortschaft Higgenhof und die Wüstungen Homburg und Libertshäuser. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Rorgenwies liegen die abgegangenen Ortschaften Altweiler, Burgholz und Sommerhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aigeldingen auf einer Karte der Grafschaft Nellenburg aus dem 18. Jahrhundert

Eigeltingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Eigeltingen geht auf einen Sippenführer namens „Aigold“ zurück, der sich im 3. oder 4. Jahrhundert hier niederließ.

Eigeltingen wurde im Jahre 764 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erstmals erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten wechselten geistliche und weltliche Herrschaften häufig, bis der Ort 1806 zu Württemberg und 1810 endlich zum Großherzogtum Baden kam. Dort gehörte der Ort, wie auch die später eingemeindeten Ortsteile, lange zum Landkreis Stockach, bevor er bei der Kreisreform 1973 zum Landkreis Konstanz kam.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heudorf im Hegau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heudorf wurde erstmals 1173 urkundlich erwähnt. 1665 kommt der Ort mit der Landgrafschaft Nellenburg an Vorderösterreich. Im Zuge der Mediatisierung fällt die Gemeinde dann 1806 zunächst an das Königreich Württemberg, vier Jahre später an das Großherzogtum Baden.

Honstetten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Honstetten ist möglicherweise bereits um das Jahr 700 erstmals urkundlich als "Hohunstati" erwähnt und ist somit der älteste Teil der Gemeinde. Mit Hohunstati könnte jedoch auch der Weiler Hornstaad am Bodensee gemeint sein.[3] Selbst Hauenstein bei Waldshut könnte dafür in Frage kommen. So nennt sich beispielsweise das in Waldshut ansässige und in der Grafschaft Hauenstein begüterte Adelsgeschlecht von Griessen (auch Griessheim) in einer Urkunde aus dem Jahre 1347 "Johans von Griesshein genannt von Honstetten".[4]

Der Ortsteil ist geprägt durch seine vielen Vereine, wie den Musikverein, den Rasensportverein Honstetten, die Freiwillige Feuerwehr, den Kirchenchor, die Frauengemeinschaft, die Jugendgruppe, den Narrenverein Wasserburger Talgeister und die Guggenmusik Schtäggenäschter. In der Nähe des Dorfes befinden sich die Überreste der Tudoburg, der Stammburg der ehemaligen Ortsherren. Im Ortskern ist der Speicher (Spiecher) als mittelalterlicher Wehr- und Wohnturm erhalten. Des Weiteren befindet sich im Ortsgebiet von Honstetten die Ruine der Wasserburg.

Eckartsbrunn, rund zwei Kilometer von Honstetten entfernt, ist ein Weiler, der zu Honstetten gehört. Im Zuge von Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden hier römische Reste einer Siedlung gefunden. Die Römer suchten sich hierbei einen Fleck mit Fernsicht aus: Neben dem Bodensee, dem Bodanrück und dem Untersee hat man westlich auch einen guten Blick auf die Hegauberge. Die Kirche (Kapelle), die Kosmas und Damian geweiht ist, war bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts eine Wallfahrtskirche und Treffpunkt für Ärzte und Apotheker.

Münchhöf-Homberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Homberg wurde 1202 erstmals urkundlich erwähnt. In Homberg fanden sich römische Baureste. Eine bei Münchhöf entdeckte römische Fundmünze datiert in eine Nachlimeszeit zwischen 341 und 354 n. Chr.[5]

Reute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reute im Hegau wurde 1101 erstmals urkundlich erwähnt. Es hat 198 Einwohner. In den 1990er Jahren wurde im Rahmen einer Luftbildprospektion der Burgstall der Burg Reute im Hegau entdeckt.

Rorgenwies[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rorgenwies wurde 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1862 gehörte es zu Heudorf, erst dann wurde der Ort für 115 Jahre eine selbständige Gemeinde.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigeltingen ist von jeher überwiegend römisch-katholisch geprägt. So gibt es auch heute noch im Hauptort und in Honstetten ein katholisches Pfarramt. Für evangelische Christen ist die Gemeinde in Steißlingen zuständig.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der baden-württembergischen Gebietsreform in den 1970er Jahren kamen die Gemeinden Reute im Hegau (am 1. Januar 1973), Honstetten (am 1. Juli 1974), Münchhöf (am 1. Januar 1975) sowie Heudorf im Hegau und Rorgenwies (beide am 1. Januar 1977) zur Gemeinde Eigeltingen.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1105 Einwohner
  • 1970: 1367 Einwohner
  • 1987: 2834 Einwohner
  • 1991: 2991 Einwohner
  • 1995: 3235 Einwohner
  • 2005: 3516 Einwohner
  • 2010: 3572 Einwohner
  • 2015: 3751 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 23. Mai 2014 ergab sich die folgende Sitzverteilung[7]. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,8 % (2009: 56,5 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei / Liste  % Sitze Ergebnis 2009
Freie Wählervereinigung 50,4 % 7 Sitze 52,4 %, 7 Sitze
CDU 49,6 % 7 Sitze 47,6 %, 7 Sitze

Die eingemeindeten, früher selbstständigen Gemeinden bilden Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1957–1975: Johann Wissler
  • 1975–1977: Bruno Braun (Amtsverweser)
  • 1977–1993: Werner Bart
  • 1993–1999: Armin Müller
  • 1999–2008: Ralf Bendl
  • seit 2008: Alois Fritschi (CDU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten von Gold und Blau, vorne ein halber, rot-bezungter schwarzer Adler am Spalt, im roten Fang eine schräge vierendige blaue Hirschstange, die Enden nach unten gekehrt, hinten eine silberne Lilie.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oberhalb von Eigeltingen fand man bei Anlegung von Feldwegen in dem nordöstlich vom Orte gelegenen „Oesch - Haitenberg“ in 60 Zentimeter Tiefe einen dem Gott Silvanus gewidmeten Weihestein.[8] In den Jahren 2001 und 2002 wurde im Gewann „Hinter der Mühle“ gegen Eigeltingen hin das Fundament eines viereckigen römischen Gutshofs (villa rustica)[9] durch eine archäologische Ausgrabung erfasst. 2004 wurde der Förderverein Römischer Gutshof Eigeltingen e.V. gegründet, der sich um dessen Freilegung, Konservierung und Dokumentation bemüht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Außerdem gibt es zwei römisch-katholische Kindergärten und einen kommunalen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eigeltingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Heim - Eigeltingen im 18. Jahrhundert, erschienen im Hegau Jahrbuch 1961

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 718–802
  3. Quellen zur Schweizer Geschichte, Bd. 3, 1883, Urkunde Nr. aus dem Jahr 1083, S. 23
  4. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 5, S. 227
  5. Liste 3: Enddatierung der nachlimeszeitlichen Münzen in Südwestdeutschland. S. 423–430, hier S. 427. in: Claudia Theune: Germanen und Romanen in der Alamannia: Strukturveränderungen aufgrund der archäologischen Quellen vom 3. bis zum 7. Jahrhundert. Verlag Walter de Gruyter, 2004. ISBN 3-11-017866-4
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 502 und 519 f.
  7. Endgültiges Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg - abgerufen am 16. Juli 2015.
  8. Wilhelm Fröhner: Römische Inschriften. 1. Aus Baden. In: Eduard Gerhard: Denkmäler, Forschungen und Berichte als Fortsetzung der Archäologischen Zeitung. Berlin 1859. S. 28
  9. Jörg Aufdermauer, Hans Stather: Eine römische Villa rustica bei Eigeltingen, Kreis Konstanz. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1988. S. 191–193.