Eilvese

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Eilvese
Wappen von Eilvese
Koordinaten: 52° 32′ 47″ N, 9° 24′ 53″ O
Höhe: 47 m
Fläche: 16,59 km²[1]
Einwohner: 1517 (2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05034
Eilvese (Niedersachsen)
Eilvese

Lage von Eilvese in Niedersachsen

Eilvese ist ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eilvese liegt im Nordostteil des Naturparks Steinhuder Meer zwischen dem Grinderwald im Westen und dem Toten Moor im Süden. Die höchsten Erhebungen nahe dem Dorf sind mit 91 m ü. NN die im Grinderwald befindlichen Eckberge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung ist unter dem Namen elyvessen für das Jahr 1215 belegt.[2] Im Jahre 1281 wurde Eilvese, das damals Eyluessen hieß, im Calenberger Urkundenbuch V. erwähnt. Kaiser Konrad II. erwähnte jedoch schon 1033 in einer Eigentumsurkunde das Drubbel Helingaburstalla (Heiligenborstel), welches in der Gemarkung von Eilvese lag. Möglicherweise bestand zu dieser Zeit weiter östlich schon ein Alt-Eilvese.

Im Jahre 1376 wurde die Brandschatzung Eilveses im Zuge des Lüneburger Erbfolgekrieges folgendermaßen urkundlich erwähnt: „..dat dorp to eyluessen geschinnet und gebrandt ward..“.

Südlich von Eilvese und der heutigen B 6 wurde nach zweijähriger Bauzeit 1913 im Toten Moor der 260 m hohe Überseesender Eilvese, auch „Funkenturm“ genannt, fertiggestellt. Er war seinerzeit das höchste deutsche Bauwerk. Zu diesem Ereignis reiste Kaiser Wilhelm II nach Neustadt und Eilvese an. Die Station sendete letztmals am 15. April 1929 und wurde 1931 abgerissen.

Eilvese war bis zum 1. März 1974 eine eigenständige Gemeinde, die jedoch im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Neustadt am Rübenberge eingemeindet wurde.[3]

Am 10. November 2009 nahm sich der Fußball-Torwart Robert Enke in Eilvese durch Schienensuizid das Leben.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eilvese war seit dem Mittelalter nach Hagen eingepfarrt. 1821/22 erbauten die Einwohner – zunächst ohne Genehmigung des Konsistoriums – eine eigene Kapelle. Erst zum 1. Januar 1958 wurde die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Eilvese von Hagen gelöst und verselbständigt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Christina Schlicker (SPD).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Eilvese stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften[5] entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 15. Februar 1965 erteilt.

Wappen von Eilvese
Wappenbeschreibung: „Von Schwarz und Gold zweiundzwanzigmal geständert, belegt mit einer schwarzen Scheibe, darin eine goldene Urne.“
Wappenbegründung: Die Urne gibt Zeugnis davon, dass seit Jahrtausenden Menschen auf Eilveser Boden siedeln. Die Fächerung in elf schwarze und elf goldene Felder gewinnt für die Eilveser symbolische Bedeutung durch die Zahl elf aus der Ortsnamenssage, durch die Entstehung des heutigen Ortsnamens im Mittelalter (in dessen Mitte ja das 11. Jahrhundert liegt) und durch die Zahl der elf heutigen Gemeinderatsmitglieder. Die von der Mitte ausgehenden Strahlen der schwarzen Fächer erinnern an die Heimaterde. Aus den goldenen Feldern strahlen Licht, Wärme, Geborgenheit und Segen - Geschenke, die es in der Heimat immer wieder gibt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren einige Sagen über die Region um Eilvese. Die bekannteste ist die von den Elf am See. Sie erzählt von der Gründung eines Elf-Hütten-Dorfes am Ufer des Steinhuder Meers. Das von Fischern gegründete Dorf „Eilf am See“ soll nach der Sage von H. W. Ottens Namensstifter des heutigen Stadtteils Eilvese sein.

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Eilvese liegt zwischen der westlich verlaufenden B 6 und der östlich verlaufenden Landesstraße L 192. Der Bahnhof Eilvese, der Bahnhofskategorie 6[6] an der Hauptstrecke Bremen-WunstorfHannover gelegen, wird im Stundentakt von der S-Bahn Hannover bedient.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfchronik Eilvese. hrsg. vom Dorfchronik Eilvese e. V., Eilvese 2008
  • Kalenderbuch „Der Schütting“, Heinrich Wilhelm Ottens

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eilvese – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Unsere Ortschaften stellen sich vor – Eilvese. Auf: Internetseite der Stadt Neustadt a. Rbge, von 2016, abgerufen am 13. Oktober 2017.
  2. Ehlich, Hans: Bauern Bürger brennende Dörfer, Nr. 4 der Calenberger Blätter, Wunstorf: Oppermann Verlag, S. 130
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  4. Ortsbürgermeisterin auf Eilvese.de
  5. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  6. Bahnhofskategorieliste 2017. DB Station&Service AG, 16. Dezember 2016, abgerufen am 14. Februar 2017 (PDF).