Eimen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eimen
Eimen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eimen hervorgehoben

Koordinaten: 51° 53′ N, 9° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Eschershausen-Stadtoldendorf
Höhe: 266 m ü. NHN
Fläche: 16,32 km2
Einwohner: 837 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37632
Vorwahlen: 05534, 05565
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 012
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 4
37627 Stadtoldendorf
Website: www.eschershausen-stadtoldendorf.de
Bürgermeister: Werner Allerkamp (SPD)
Lage der Gemeinde Eimen im Landkreis Holzminden
HessenNordrhein-WestfalenLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis HildesheimLandkreis NortheimArholzenBevern (Landkreis Holzminden)Bevern (Landkreis Holzminden)BodenwerderBoffzenBoffzenDerentalDerentalDerentalDerentalBoffzen (gemeindefreies Gebiet)BrevördeDeensenDeensenDeensenGrünenplan (gemeindefreies Gebiet)Grünenplan (gemeindefreies Gebiet)Grünenplan (gemeindefreies Gebiet)DelligsenDielmissenEimenEimen (gemeindefreies Gebiet)EschershausenEschershausen (gemeindefreies Gebiet)Eschershausen (gemeindefreies Gebiet)Fürstenberg (Weser)GolmbachHalle (Weserbergland)HehlenHehlenHeinadeHeinadeHeinadeHeinsenHeyenHolenbergHolzen (bei Eschershausen)HolzmindenHolzmindenHolzminden (gemeindefreies Gebiet)KirchbrakLauenfördeLenne (Niedersachsen)LüerdissenMerxhausen (gemeindefreies Gebiet)NegenbornOttenstein (Niedersachsen)PegestorfPolleStadtoldendorfVahlbruchWangelnstedtWenzen (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild

Eimen ist eine Gemeinde im östlichen Teil des niedersächsischen Landkreises Holzminden und gehört zur Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Eimen gliedert sich in folgende Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit Heinrichs II. wurde um 1564 die St.-Georg-Kirche aus Fachwerkholz erbaut.[2] Um 1667 war der Ort als „Hexendorf“ verschrien und wandte sich „aus hochdringender Noth“ mit dem Wunsch nach Hexenverfolgungen an den Herzog Rudolf August.[3] Auf dem Elfas in Mainzholzen befand sich von 1832 bis 1849 eine Station des preußischen optischen Telegrafen. Im Jahre 1872 gründete Godhard Prüssing in Vorwohle die Portland-Cement-Fabrik Prüssing, Planck & Co.

Während der Zeit des Nationalsozialismus bestand bei Vorwohle das Arbeitslager Lenne, welches unter der OT-Verwaltung stand. Dort verstarb unter anderem der Metallurge und Physiker Benno Strauß.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1183 Einem, um 1200 Eynin, 1224 Henrico de Eynem, 1228 in Einem, um 1267 Eynem und um 1290 Eynem. Der Name leitet sich aus dem Niederdeutschen und dem Grundwort -hem für „Heim, Siedlung“ ab.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. Januar 1973 stattfand, wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Mainzholzen und Vorwohle in die Gemeinde Eimen eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 435 [6]
1925 433 [7]
1933 418
1939 374
1950 733 [8]
1956 537
1973 12170 [9]
1975 1143 ¹ [10]
1980 1114 ¹
Jahr Einwohner Quelle
1985 1066 ¹ [10]
1990 1103 ¹
1995 1123 ¹
2000 1127 ¹
2005 1097 ¹
2010 1001 ¹
2015 0889 ¹
2019 0837 ¹
0 0 0

¹ jeweils zum 31. Dezember

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2016[11]
Wahlbeteiligung: 65,56 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
74,56 %
n. k. %
11,71 %
6,87 %
6,87 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+1,39 %p
−11,72 %p
+2,93 %p
+0,54 %p
+6,87 %p

Der Gemeinderat setzt sich nach der Kommunalwahl vom 11. September 2016 zusammen aus:[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Linde (Vorwohle, unmittelbar nördlich der Kirche)
  • Feldahorngruppe (im Außenbereich von Vorwohle, ca. 100 m südlich der Siedlung Wietholz)

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Ludwig Paulmann (1728–1807), evangelisch-lutherischer Pastor in Braunschweig, Mitherausgeber eines Kirchengesangbuches und Kirchenlieddichter, er ist vor allem durch die Beschreibung des „Predigers P…“ in dem Roman Anton Reiser von Karl Philipp Moritz in Erinnerung geblieben, im eingemeindeten Vorwohle geboren
  • Manfred Hennecke (* 1948), Materialwissenschaftler, er war der wissenschaftliche Direktor des Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung und war von 2002 bis 2013 Präsident der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin, am 15. Juli 2014 erhielt Hennecke für seine Verdienste um die Entwicklung der BAM zu einer „weltweit führenden Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Sicherheit in Technik und Chemie“ das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Godhard Prüssing (1828–1903), Ingenieur und Zementfabrikant, mm 19. Juli 1872 war er Mitbegründer und persönlich haftender Gesellschafter der Portland-Cement-Fabrik Prüssing, Planck & Co. im eingemeindeten Vorwohle
  • Bernhard Liebold (1843–1916), Architekt, Baubeamter, Lehrer, Bauunternehmer und Politiker, er gründete 1881 die Vorwohler Zementbaugesellschaft B. Liebold & Co.
  • Richard Lattorf (1864–1959), Kaufmann, Industrie-Manager und Generaldirektor der Naturasphalt AG, er war vor 1903 in das britische Unternehmen The United Limmer und Vorwohle Rock Asphalt Ltd. eingetreten
  • Benno Strauß (1873–1944), Metallurg und Physiker, zusammen mit Eduard Maurer war er einer der Wegbereiter für den industriellen Einsatz von rostfreiem Stahl in Deutschland, verstarb im eingemeindeten Vorwohle
  • Lothar Urbanczyk (1903–1986), Politiker (SPD) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages, er war als Zwangsarbeiter bei dem Bauunternehmen Ernst Kohlrautz KG für die Baustelle Vorwohle tätig
  • Rudolf Janke (* 1930), Orgelbauer in Bovenden, der durch seine konsequente Restaurierungspraxis historischer Orgeln in Norddeutschland bekannt wurde, daneben hat die Firma beachtenswerte Neubauten geschaffen, die sich vielfach an Vorbildern der norddeutschen Barockorgel orientieren, er schuf 1963 die Orgel der Ev.-luth. St. Nicolaikirche in Vorwohle

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eimen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Hans Luxner: Fachwerk-Häuser. Hrsg.: Reinhard Welz. Welz Vermittlerverlag, Mannheim 2005, ISBN 3-938622-07-5, S. 175 (536 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 24. Oktober 2020]).
  3. Joachim Lehrmann: Hexen- und Dämonenglaube im Lande Braunschweig. Die Geschichte einer Verfolgung unter regionalem Aspekt. 2. Auflage. Eigenverlag, Lehrte 2009, ISBN 3-9803642-8-3, S. 168 ff. (432 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 24. Oktober 2020]).
  4. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 3. Dezember 2016; abgerufen am 4. August 2019.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 211.
  6. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Holzminden. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Holzminden. (Siehe unter: Nr. 20; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 168 (Digitalisat).
  9. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 31, Landkreis Holzminden (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 24. Oktober 2020]).
  10. a b Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  11. a b Ergebnis zur Gemeindewahl Eimen vom 11. September 2016. In: Webseite Kommunale Dienste Göttingen (KDG). 30. September 2016, abgerufen am 24. Oktober 2020.