Eimsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Eimsheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Eimsheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 48′ N, 8° 17′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Selz
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 4,61 km2
Einwohner: 523 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55278
Vorwahl: 06249
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 015
Adresse der Verbandsverwaltung: Sant’ Ambrogio-Ring 33
55276 Oppenheim
Website: www.vg-rhein-selz.de
Ortsbürgermeister: Dirk Hesse
Lage der Ortsgemeinde Eimsheim im Landkreis Mainz-Bingen
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Über dieses Bild

Eimsheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Selz an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Oppenheim hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eimsheim liegt in Rheinhessen etwa 15 km südlich von Mainz. Es grenzt im Westen an Dolgesheim, im Norden an Uelversheim, im Osten an Guntersblum und im Süden an Wintersheim. Die Fläche der Weinbaugemeinde beträgt etwa 451 ha, davon etwa 100 ha Weinberge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgrabungsfunde aus der Bronzezeit legen eine Besiedlung nahe, die mindestens bis 1800 bis 1000 v. Chr. zurückreicht. Die Reste eines Säulenkapitells aus einem Jupitertempel der Römerzeit wurden hier ebenfalls gefunden.

Etwa um 500 siedelten sich die Franken an, der Ortsname „Uminisheim“ geht auf den Sippenältesten „Umin“ zurück. Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung des im Wormsgau gelegenen Orts findet sich in einer Schenkungsurkunde von 762, mit der Egilolf einen Weinberg in der „Huminsheimer Marca“ an das Kloster Lorsch übertrug.

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts gehörte Eimsheim zum Bistum Worms, das es später an das ZisterzienserinnenklosterWeidas“ bei Dautenheim abtrat. Das Kloster Otterberg war im Ort begütert.[2]

1485 wurde die Hälfte des Dorfes dem pfälzischen Kurfürsten Philipp „der Edelmütige“ übergeben, die andere Hälfte des Dorfes fiel erst 1551 unter Philipps Sohn Friedrich „der Weise“ an die Kurpfalz.

1780 wurde die neue katholischen Kirche fertiggestellt. Wenig später fiel Eimsheim unter französische Verwaltung, auch Eimsheimer Bürger nahmen an den napoleonischen Feldzügen teil. Zur Erinnerung an diese Zeit entstand 1852 ein sogenannter Napoleonstein als Veteranendenkmal auf dem alten Friedhof.

In einer Phase starker Bautätigkeit zwischen 1890 und 1906 entstanden unter anderem die Alte Schule, die Neue Schule, das Rathaus sowie die evangelische Kirche. Die Einwohnerzahl betrug schon damals etwa 600.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Gemeinde zur französischen Besatzungszone und kam 1946 zu dem neugebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Im Jahr 1982 gewann Eimsheim den ersten Preis im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Von 1972 bis 2014 gehörte Eimsheim der Verbandsgemeinde Guntersblum und seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Rhein-Selz an.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Eimsheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Joachim Eller (SPD), 2002–2019
  • Dirk Hesse, seit 2019[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Eimsheim
Blasonierung: „In Schwarz über Blau geteiltem Schilde oben ein wachsender, rotbewehrter und -gekrönter, goldener Löwen, unten ein goldenes Brunnenbecken mit silbernem Wassersprudel. Dahinter ein nach links oben liegender, goldener Krummstab.“
Wappenbegründung: Eimsheim gehörte seit 1565 bis in die napoleonische Zeit zur Kurpfalz, deshalb in der oberen Wappenhälfte der kurpfälzische Löwe. Die katholische Kirche ist dem heiligen Pirminius geweiht. Dieser Heilige erscheint deshalb in dem 1546 nachweisbaren Gerichtssiegel von Eimsheim.

Ein zweites Gerichtssiegel mit dem gleichen Wappenschild stammt aus dem Jahre 1769. Auf beiden Siegeln erscheint der Heilige in ganzer Figur als Bischof mit Mitra und mit einem Krummstab in der Hand. Neben dem Heiligen sieht man auf dem Boden ein kleines Brunnenbecken mit einem Wassersprudel. Dieses Motiv erinnert daran, dass St. Pirminius nach der Legende mit seinem Bischofsstab eine Quelle aufsprudeln ließ, deren Wasser Augen- und Rheumakranke geheilt haben soll. Dies soll auf der Insel Reichenau im Bodensee geschehen sein – neben der Vertreibung giftiger Schlangen – auf der er ja das berühmte Kloster gründete. Der 753 in Hornbach bei Zweibrücken – seiner letzten Wirkungsstätte – gestorbene Heilige war einer der bedeutendsten Missionare Südwestdeutschlands, im Mittelrheingebiet erscheint er selten als Kirchenpatron. Dass er dies für eine Kirche in Eimsheim ist, erklärt sich aus der ehemaligen Zugehörigkeit des Ortes zur Pfalz, wo er häufig in Erscheinung tritt. Übrigens sprudeln in Eimsheim schon immer Quellen an Hängen und in vielen Höfen. Noch bis 1906 versorgten auch zehn ortseigene Brunnen die Bevölkerung mit Wasser.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Pirmin: Ausstattung Hochaltar aus 1660/1680, Marienaltar 1723, Antoniusaltar 1672. Hochaltar mit Bildnis des heiligen Augustinus und ein Bildnis der heiligen Theresia von Avila. Marienaltar aus Barock, mit Madonnafigur mit Jesuskind und Bild des heiligen Stephanus. Antoniusaltar aus 1672 – Baustil zwischen Renaissance und Frühbarock mit Bildnis des heiligen Antonius und des heiligen Jodokus. Bild an der Orgelempore – Beweinung Christi aus dem 18. Jahrhundert. Turmmadonna aus dem 19. Jahrhundert.
  • Evangelische Erlöserkirche, zweischiffiger Sandsteinquaderbau in barockisierenden Heimatstilformen, gebaut 1905/06, geweiht 1906[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eimsheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2021, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538).
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  4. Allgemeine Zeitung, 5. September 2019: Willkommen im Bürgermeister-Neuland. Abgerufen am 8. September 2019.
  5. Die Evangelische Erlöserkirche in Eimsheim. Evangelische Kirchengemeinden Uelversheim – Eimsheim, abgerufen am 8. November 2018.