Ein Gespenst auf Freiersfüßen

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The Ghost and Mrs. Muir (1947) trailer title.jpg
Filmdaten
Deutscher Titel Ein Gespenst auf Freiersfüßen
Originaltitel The Ghost and Mrs. Muir
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1947
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK 0 Jahre
Stab
Regie Joseph L. Mankiewicz
Drehbuch Philip Dunne
Produktion Fred Kohlmar und Twentieth Century Fox
Musik Bernard Herrmann
Kamera Charles Lang
Schnitt Dorothy Spencer
Besetzung

Ein Gespenst auf Freiersfüßen ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahre 1947. Der nach dem Roman Der Geist des Captain Gregg (Originaltitel: The Ghost and Mrs. Muir) von R. A. Dick (ein Pseudonym Josephine A. C. Leslies) von Joseph L. Mankiewicz inszenierte Unterhaltungsfilm mit Gene Tierney und Rex Harrison in den Titelrollen dreht sich um die romantische Beziehung einer Frau zu dem Geist eines verstorbenen Seekapitäns.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

London um die Wende zum 20. Jahrhundert: Die junge Witwe Lucy Muir und ihre kleine Tochter leben nach dem Tod ihres Mannes bei dessen Mutter und seiner Schwester. Lucy leidet jedoch unter dem Zusammenleben, sodass sie sich entschließt, an die Küste zu ziehen und ein eigenständiges Leben zu führen. In dem kleinen Städtchen Whitecliff-by-the-Sea mietet sie die Villa Gull cottage direkt an der Steilküste, deren früherer Eigentümer Selbstmord begangen haben soll. Der Makler will Lucy von der Wahl dieses zu einem besonders niedrigen Mietzins angebotenen Hauses abbringen, doch Mrs. Muir ist wegen der niedrigen Miete und des maritimen Ambientes bereit, auch ein mögliches Spukhaus in Kauf zu nehmen. Mit ihrer achtjährigen Tochter Anna und der Haushälterin zieht sie noch am selben Tag ein.

Der Geist des früheren Besitzers, eines Schiffskapitäns namens Daniel Gregg, versucht sie zuerst, wie schon vier Mietparteien zuvor, aus dem Haus zu vergraulen. Er lässt allerdings davon ab, als er merkt, dass Lucy sich davon nicht beeindrucken lässt und außerdem attraktiv ist. Er gibt sich als rauhbeiniger, bärbeißiger Seemann, der für Landratten im Allgemeinen nicht viel übrig hat. Es stellt sich heraus, dass Gregg nicht etwa Selbstmord begangen hat, sondern versehentlich durch einen Unfall mit der Gasheizung zu Tode kam, bevor er noch ein Testament aufsetzen konnte, das die Villa in eine Stiftung für bedürftigen Seeleute umgewandelt hätte. Gregg will sich jedoch fürs erste mit der neuen Mieterin arrangieren. Als einzige Bedingung soll sie sein Porträt, das bisher im Wohnzimmer hing, bei sich im Schlafzimmer aufhängen, er verspricht im Gegenzug, sich nur in seinem früheren Salon und Schlafzimmer aufzuhalten. Mit der Zeit verbindet die beiden eine Freundschaft.

Als Lucy mitgeteilt wird, dass den Eignern der Goldmine, an der ihr verstorbener Mann Anteile besaß, mangels Erträgen keine Dividende mehr ausgezahlt wird, ist ihre einzige Geldquelle versiegt und ihre Verwandten drängen sie, zu ihnen zurückzukehren. Der Kapitän bietet jedoch an, ihr zu helfen, indem er ihr seine aufregende Lebensgeschichte diktiert, die sie dann in London als Buchmanuskript eines „Captain X.“ anbieten soll. Als das Manuskript fertig ist und Lucy es erfolgreich einem Londoner Verleger anbieten kann, lernt sie dort den erfolgreichen Schriftsteller Miles Fairley kennen, der unter einem Pseudonym Kinderbücher schreibt. Fairley macht Lucy den Hof; nach kurzer Zeit beabsichtigt sie, ihn zu heiraten, sobald er ihr einen Antrag macht. Captain Gregg reagiert auf diese Beziehung eifersüchtig, erkennt jedoch, dass Lucy sich für ein Leben mit einem lebendigen Mann entschieden hat. Daraufhin verschwindet er und zeigt sich nicht wieder. Als letztes gibt er ihr die Idee ein, die Begegnung mit ihm und die gemeinsame Arbeit an dem Buch seien ein Traum gewesen.

Als Lucy bei einem Überraschungsbesuch bei Miles Fairley in London zufällig erfährt, dass dieser verheiratet ist, zwei Kinder hat und schon öfter eine Liaison eingegangen ist, bricht sie die Beziehung ab. Sie denkt in der Folgezeit immer wieder an Captain Gregg, aber er zeigt sich nicht mehr.

Das Lucy von Kapitän Gregg diktierte Buch Mut und Blut (im Original Blood and Swash) wird ein Erfolg und Lucy kann mit dem Erlös Gull Cottage erwerben. Die Jahre vergehen, ihre Tochter ist inzwischen erwachsen, heiratet und hat selbst eine Tochter. Bei einem Gespräch mit ihrer erwachsenen Tochter erkennt Lucy, dass Captain Gregg im ersten Jahr in Gull cottage auch Anna oft erschienen ist und ihr Gute-Nacht-Geschichten erzählt hat. Lucy stirbt als ältere Frau schließlich eines Tages im Schlaf. In diesem Augenblick erscheint Captain Gregg und reicht ihr die Hand, sie erhebt sich, wieder jung, und die Geister der beiden verlassen das Haus.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die weibliche Hauptrolle war von Gene Tierney zunächst wesentlich komödiantischer angelegt worden. Nachdem das den Fox-Studioboss Darryl F. Zanuck nicht überzeugte, wurden die ersten beiden Drehtage wiederholt und die Schauspielerin gab ihrer Figur ernstere Züge.
  • Die Romanvorlage wurde von der Autorin Josephine Leslie im Jahre 1945 unter dem Pseudonym „R. A. Dick“ veröffentlicht.[1]
  • Der Film zog eine 50-teilige Fernsehserie aus den Jahren 1968–1970 nach sich, die in Deutschland ab 1970 unter dem Titel Der Geist und Mrs. Muir ausgestrahlt wurde. Die Hauptrollen spielten Edward Mulhare und Hope Lange.
  • Der Film lief in Deutschland nicht im Kino, sondern feierte seine Premiere erst 1989 mit einer frischen Synchronfassung im ZDF.

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • film-dienst: „Romantisch-wehmütige Komödie mit ausgezeichneten Darstellern, die aus der dünnen Fabel eine qualitätsvoll-vergnügliche Unterhaltung machen.“[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. A. Dick (d. i. Josephine A. C. Leslie): Der Geist des Captain Gregg. Roman (Originaltitel: The Ghost and Mrs. Muir). Deutsch von Renate Hertenstein. Sumatra-Verlag, Zürich 1947, 306 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trivia. Internet Movie Database, abgerufen am 24. Juni 2015 (englisch).
  2. Ein Gespenst auf Freiersfüßen. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.