Ein Goldfisch an der Leine

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Filmdaten
Deutscher TitelEin Goldfisch an der Leine
OriginaltitelMan’s Favorite Sport?
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1964
Länge120 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieHoward Hawks
DrehbuchPat Frank
John Fenton Murray
Steve McNeil
ProduktionHoward Hawks
MusikHenry Mancini
KameraRussell Harlan
SchnittStuart Gilmore
Besetzung

Ein Goldfisch an der Leine (Originaltitel: Man’s Favorite Sport?) ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Howard Hawks aus dem Jahr 1964 mit Rock Hudson und Paula Prentiss in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roger Willoughby, Verkäufer in der Angelabteilung eines Sportgeschäfts und Autor eines erfolgreichen Fachbuchs für Angler, soll auf Initiative der PR-Expertin Abigail Page an einem Angelwettbewerb teilnehmen. Roger lehnt jedoch ab. Er muss eingestehen, dass er selbst noch nie in seinem Leben geangelt hat. Das Wissen in seinem Buch habe er ausschließlich von seinen Kunden erworben.

Abigail besteht jedoch darauf, dass Roger am Wettangeln teilnimmt. Sein Chef sieht darin einen großen Werbeerfolg für sein Unternehmen. Roger erweist sich dabei als ausgesprochen unfähig. Trotzdem gelingt es ihm, weil der Zufall immer auf seiner Seite ist, an den drei Tagen des Wettangelns stets den größten oder zumindest fast größten Fisch zu fangen, so dass er am Ende den Pokal gewinnt. Nachdem Abigail tränenreich Roger davon überzeugt hat, den Siegerpokal wieder zurückzugeben, da er ihn ja nicht rechtmäßig gewonnen habe, erklärt Roger seinen Anglerkollegen und Kunden die Situation und verzichtet auf den Pokal. Sein Chef fühlt sich hintergangen und entlässt seinen Angestellten. Die Anglerkollegen kommen jedoch zu der Auffassung, dass Roger ein absoluter Ehrenmann sei und bedrängen den Chef, die Kündigung rückgängig zu machen.

Obwohl Roger anfangs alles andere als Abigail zugetan war, hat er sich inzwischen in die überdrehte, emanzipierte Frau verliebt. Noch in der Annahme, gekündigt zu sein, will er ihr seine Liebe offenbaren. Abigail aber hat sich über den See zurückgezogen, so dass Roger sich von einem befreundeten Indianer dorthin rudern lässt. Es kommt zu einer von scheinbar gegenseitiger Abneigung geprägten Nachtszene, die in einer gemeinsamen Übernachtung auf einer Luftmatratze führt - denn Rogers Kahn ist längst wieder verschwunden. Durch starken Regen treibt die Luftmatratze auf den See, wo sich die beiden am kommenden Morgen gemeinsam dahintreibend wiederfinden. Rettung - und für das Happy-end sorgt Rogers Chef, der den See absucht, um seinen Angelexperten wieder einzustellen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Premiere am 5. Februar 1964 in den USA lief Ein Goldfisch an der Leine akzeptabel an, jedoch nicht außergewöhnlich gut wie etwa Hawks Vorgängerfilm Hatari! (1962). Die Reaktion der Kritik war ebenfalls verhalten, gemessen an Hawks früheren Erfolgen.[1]

Sieben Jahre später schrieb die Filmkritikerin Molly Haskell eine triumphierende Rezension über den Film in der New Yorker Wochenzeitung The Village Voice. Sie gestand ein, den Film 1964 eher mit Desinteresse verfolgt zu haben, doch nun sei sie „erfreut und tief berührt von dem Film. Erfreut von der Anmut und der Authentizität des Humors, mit denen die Geschichte erzählt werde, und bewegt vom Nachwirken der ganzen Grundidee des Films, vom sexuellen Antagonismus, Begehren und Verzweifeln.“[2]

„Eine mit Routine und Charme anspruchslos-launig entwickelte Komödie, die mit vielen hübschen Einfällen angenehm unterhält und vor allem durch ihren entspannten erzählerischen Rhythmus auffällt.“

„Der Sport, um den es geht, ist das Angeln, und der Film spart durchaus nicht mit eindeutigen Vergleichen. ‚Immer, wenn ich eine Geschichte höre, ist mein erster Gedanke: Wie kann ich sie in eine Komödie verwandeln?‘, hat Regisseur Howard Hawks bekannt. Auch hier ist es ihm gelungen, eine banale und normale Ausgangssituation zu einer rasanten Situationskomödie zu machen – über Sport und Sex, Freizeit und Geschäfte, Theorie und Praxis. Die hinreißende Obszönität des Films entwaffnet jeden Zensor.“

„Ab 16 zur heiteren Entspannung bestens geeignet.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Todd McCarthy: Howard Hawks: The Grey Fox of Hollywood. Grove Press, , ISBN 0-8021-1598-5, S. 596, 602.
  2. Joseph McBride, Haskell, Molly: Man's Favorite Sport? (Revisited). In:Focus on Howard Hawks. Prentice-Hall Inc, , ISBN 0-133-84289-4, S. 135-138.
  3. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
  4. "Ein Goldfisch an der Leine" in der WDR-Kinozeit, abgerufen am 19. Juli 2008
  5. Kritik Nr. 176/1964