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Ein Lied für Stockholm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ein Lied für Stockholm
Deutschland beim Eurovision Song Contest
Land Deutschland Deutschland
Ausstrahlendes
Programm
Produzierender
Sender
Ort HR-Studio 1, Frankfurt am Main
Datum 3. Februar 1975
Uhrzeit 21:00 Uhr (MEZ)
Dauer ca. 63 Minuten
Teilnehmerzahl 15
Zahl der Beiträge 15
Abstimmung 100 % Juryvoting
Moderation Karin Tietze-Ludwig

Die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 1975 fand unter dem Titel Ein Lied für Stockholm statt.

Wie in den Vorjahren beauftragte der damalige Programmdirektor des Hessischen Rundfunks Hans-Otto Grünefeldt die Plattenfirmen, geeignete Interpreten und Lieder für den deutschen Vorentscheid einzureichen. Insgesamt traten 15 Interpreten mit ihren Titeln an.

In diesem Jahr wurden die Beiträge von den Interpreten live gesungen. Durch die Sendung führte die als Lottofee bekannt gewordene Moderatorin Karin Tietze-Ludwig, die bereits den Vorentscheid Ein Lied für Edinburgh 1972 für den hr moderierte.

Eine aus 36 Personen bestehende Jury stimmte über den Siegertitel ab. Deren Mitglieder kamen aus den neun folgenden Städten der damaligen Bundesrepublik: Baden-Baden, Berlin, Bremen, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München, Saarbrücken und Stuttgart. Jeder einzelnen der neun Städtejurys gehörten, mit einem Journalisten, einem Musiker, einem weiblichen musikinteressierten Laien und einem Fernseh-Unterhaltungschef, jeweils genau vier Personen an.

Jedes Jurymitglied konnte jedem Titel bis zu fünf Punkte als Höchstwertung vergeben. Aus der Addition der zugeteilten Punkte ergab sich jeweils die Gesamtsumme. Aus Zeitgründen wurden die Ergebnisse von Einzelwertungen im Detail nicht bekannt gegeben, sondern nur die von jedem Titel erreichte Gesamtpunktzahl veröffentlicht. Der Sieger wurde eine Stunde nach der Beendigung des Vorentscheids bekannt gegeben.

Unter den Teilnehmern fanden sich die jungen Sängerinnen Maggie Mae (Die total verrückte Zeit), und Marianne Rosenberg (Er gehört zu mir), die mit diesem Lied später die Charts stürmte.

Die gebürtige Französin Séverine mit Dreh Dich im Kreisel der Zeit war bereits für Monaco Siegerin des Eurovision Song Contest 1971 in Dublin.

Mary Roos (Eine Liebe ist wie ein Lied) vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest 1972 in Edinburgh und erreichte damals mit Nur die Liebe läßt uns leben den dritten Platz. Sie trat bereits im Vorentscheid 1970 mit "Bei jedem Kuss" als Ersatz für die erkrankte Edina Pop an und scheiterte auf Platz 2 von 6 an Katja Ebstein.

Katja Ebstein (Ich liebe Dich) vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest 1970 in Amsterdam (Wunder gibt es immer wieder) und beim Eurovision Song Contest 1971 in Dublin (Diese Welt). Sie erreichte damals jeweils den dritten Platz.

Auch bekannte Schlagerstars waren Teilnehmer, Jürgen Marcus mit Ein Lied zieht hinaus in die Welt und Peggy March mit Alles geht vorüber. March wollte bereits 1969 Deutschland vertreten. Mit ihrem Lied "Hey" gelang ihr aber nur ein Platz zwei im Vorentscheid hinter Siw Malmkvist. Marcus landete im Vorjahr auch in der internen Auswahl für den ESC. Mit seinem "Grand Prix d'amour" zog er aber gegen Cindy & Bert den Kürzeren.

Der österreichische Sänger, Musiker, Komponist und Buchautor Peter Horton trat mit dem Lied Am Fuß der Leiter an. Er stand schon beim ESC 1967 für Österreich auf der Bühne mit "Warum es hunderttausend Sterne gibt" und wollte Deutschland auch 1972 bereits mit "Wann kommt der Morgen?" vertreten, belegte jedoch im Vorentscheid lediglich einen geteilten Platz 6 von 12.

Norbert Daum vom Duo „Jokers“ trat ab 1979 insgesamt siebenmal beim Eurovision Song Contest als Dirigent an, von denen er fünfmal den deutschen Beitrag dirigierte.[1]

PlatzStartnr.InterpretLied
Musik (M) und Text (T)
Punkte
1.6Joy FlemingEin Lied kann eine Brücke sein
M: Rainer Pietsch; T: Michael Holm
134
2.2Peggy MarchAlles geht vorüber
M: Ralph Siegel; T: Kurt Hertha
128
3.9Mary RoosEine Liebe ist wie ein Lied
M: Hans Blum; T: Ingetraut Blum
115
3.13Love GenerationHör’ wieder Radio
M: Peter Schirmann; T: Gisela Kieler
115
5.14Katja EbsteinIch liebe Dich
M: Christian Bruhn; T: Michael Kunze
110
6.15Shuky & AvivaDu und ich und zwei Träume
M: Rainer Maria Erhardt; T: Jean Frankfurter
108
7.5SéverineDreh Dich im Kreisel der Zeit
M: Peter Orloff; T: Lilibert (eig. Elisabeth Bertram)
94
7Maggie MaeDie total verrückte Zeit
M: Henry Mayer; T: Georg Buschor
94
9.12Jürgen MarcusEin Lied zieht hinaus in die Welt
M: Jack White; T: Fred Jay
90
10.1Marianne RosenbergEr gehört zu mir
M: Joachim Heider; T: Christian Heilburg
86
11.3Peter HortonAm Fuß der Leiter
M: Günther Ress; T: Miriam Frances
79
12.4.Die JokersSan Francisco Symphonie
M: Peter Martin; T: Werner Schüller
57
13.8Werner W. BeckerHeut’ bin ich arm, heut’ bin ich reich
M: Klaus Munro; T: Werner W. Becker
54
14.10Ricci HohltDu
M: Chris Juwens; T: Jo Relin
38
15.11Ricky GordonSonja
M: Rudi Edelmann; T: Angie Richter
37

Während der Livesendung gab es vor dem Beitrag von Ricci Hohlt einen kurzzeitigen Stromausfall von ca. 30 Sekunden, über den die F.A.Z. im Nachhinein schrieb: „Die Tücke der Technik sorgte für einen einsamen Höhepunkt des Tralalas in Frankfurt. Inhalt und Form fielen zusammen“.[2]

Joy Flemings Beitrag Ein Lied kann eine Brücke sein erreichte in Stockholm nur den 17. Platz, trotzdem zählt es unter Fans zu den besten und beliebtesten deutschen ESC-Songs.

Einzelnachweise

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  1. Bas Tukker: And the conductor is: Norbert Daum. andtheconductoris.eu, abgerufen am 14. März 2018.
  2. "Finsternis", Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Februar 1975, S. 20.