Einbecker Brauhaus

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Koordinaten: 51° 48′ 58″ N, 9° 51′ 49″ O

Einbecker Brauhaus
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Rechtsform AG
ISIN DE0006058001
Gründung 1967
Sitz Einbeck
Leitung Lothar Gauß, Martin Deutsch
Mitarbeiter 147 (2014)[1]
Umsatz 40,0 Mio Euro (2014)[1]
Branche Brauereien
Website www.einbecker-brauhaus.de
Das Einbecker Brauhaus während des Hoffestes in der Neustadt.

Das Einbecker Brauhaus ist eine Brauerei in der niedersächsischen Stadt Einbeck, in der seit dem Mittelalter Bier gebraut wird.

Unternehmerische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Brauhaus ist eine Aktiengesellschaft und beschäftigte 2010 180 Mitarbeiter und 16 Auszubildende. Bei einem Bierabsatz von über 664.000 Hektolitern wurde 2014 ein Umsatz von 42,4 Millionen Euro erzielt. Der Absatz mit den Eigenmarken Einbecker, Göttinger und Kasseler Marken betrug im Jahr 2014 mehr als 464.000 Hektoliter. Tochtergesellschaften sind unter anderem das Kasseler Brauhaus und die Martini Brauerei in Kassel sowie das Göttinger Brauhaus.[1]

Die Aktie der Einbecker Brauhaus AG ist im Segment "Mittelstandsbörse" der Börse Hannover sowie im Freiverkehr der Börse Berlin notiert und im niedersächsischen Aktienindex Nisax20 enthalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einbecker Bier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einbecker Bier ist seit 1378 bekannt, wie eine Urkunde über einen Bierverkauf berichtet. Auch liegt der Ursprung des Bockbieres in der Hansestadt Einbeck. Mit der Vergabe des Stadtrechtes 1240 durch die Söhne Heinrich des Löwen war auch ein Braurecht für die Bürger verbunden. Das dort im Mittelalter gebraute obergärige Bier galt als Luxusware und wurde über weite Strecken, u. a. bis nach Italien, exportiert. Um die dafür nötige Haltbarkeit zu erreichen, braute man es mit einer ungewöhnlich hohen Stammwürze. Das Resultat war ein schweres, alkoholreiches Bier.

Am 17. April 1521 soll Martin Luther von Herzog Erich auf dem Reichstag zu Worms einen Krug Einbecker Bier erhalten haben, worauf er gesagt haben soll: „Der beste Trank, den einer kennt, der wird Einbecker Bier genennt“. Folgend ließ er sich zu seiner späteren Hochzeit einige Fässer Einbecker Bier heranschaffen.[2]

Auch der herzogliche Hof der Wittelsbacher in München ließ sich seit 1555 aus Einbeck beliefern, bis man 1573 das erste bayerische Hofbräuhaus zunächst auf der Landshuter Burg Trausnitz gründete und 1589 nach München verlegte, um selbst Bier zu brauen. 1614 wurde der Braumeister Elias Pichler von Einbeck an das Hofbräuhaus abgeworben, der fortan sein Ainpöckisch Bier in München braute. In der Münchner Mundart wurde daraus im Lauf der Zeit die Bezeichnung Bockbier.

Einbecker Brauhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1794 wurden die Einbecker Braurechte zusammengefügt, wodurch eine einzige Stadtbrauerei entstand. 1922 wurde diese dann mit der 1873[3] neu gegründeten Einbecker Brauerei Domeier & Boden vereinigt, nachdem die Hildesheimer Aktienbrauerei beide Brauereien zuvor aufgekauft hatte. 1967 wurde dann daraus die Einbecker Brauhaus Aktiengesellschaft, die zwei Jahre später mit der Schultheiss-Brauerei AG, Berlin und 1972 schließlich mit der Dortmunder Union-Brauerei zu Brau & Brunnen eine Fusion einging.

Im Jahr 1997 erwarb eine private Investorengruppe unter Führung der Ender & Partner Vermögensverwaltung AG, Köln die Aktienmehrheit an der Brauerei von der Dortmunder Brau & Brunnen AG.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Braustätte der BrauManufaktur Härke in Peine

Seit Ende der 1980er Jahre gehört die Göttinger Brauhaus AG und seit 1997 die Martini Brauerei GmbH Kassel als 100%ige Tochtergesellschaften zur Einbecker Brauhaus AG.

Im September 2011 wurde mit der Privatbrauerei Härke GmbH & Co. KG in Peine ein Kooperationsvertrag geschlossen und die Getränkeabfüllung nach Einbeck verlagert.[4] Am 16. November 2012 meldete das Unternehmen Insolvenz an und wurde im Januar 2013 von der Einbecker Brauerei übernommen.

Biersorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die typische Einbecker Flasche

Die Brauerei vertreibt zahlreiche Biersorten und -arten, darunter:

  • Einbecker Ainpöckisch Bier
  • Einbecker Brauherren Alkoholfrei
  • Einbecker Brauherren Pils
  • Einbecker Dunkel
  • Einbecker Kellerbier (naturtrüb)
  • Einbecker Landbier Spezial
  • Einbecker Lemon (ehemals Green Lemon)
  • Einbecker Mai-Ur-Bock (saisonal)
  • Einbecker Premium Pilsener
  • Einbecker Radler (ehemals Alster)
  • Einbecker Ur-Bock dunkel
  • Einbecker Ur-Bock hell
  • Einbecker Weihnachtsbier (saisonal)
  • Einbecker Winter-Bock (Doppelbock, erstmals Winter 2008/09, saisonal)

Weitere Sorten:

  • Nörten-Hardenberger Pils, Nörten-Hardenberger Export, Nörten-Hardenberger Weizen, Nörten-Hardenberger Bock, Nörten-Hardenberger Radler, Nörten-Hardenberger Bier und Cola
  • Martini Meister Pils, Martini Edel Pils, Martini Winterbier (saisonal)
  • Göttinger Edles Premium Pils
  • Efes Pilsener (Lohnbrau)

Die grünen Einbecker Flaschen wurden zum 15. Juni 2009 mit neuen Etiketten und Kronkorken ausgestattet. Im Sommer 2010 wurden die Kästen der grünen Einbecker Flaschen gegen neue Kisten getauscht. Ende 2012 wurden alle restlichen Flaschen der Sorte Einbecker und Nörten-Hardenberger mit neuen Etiketten ausgestattet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2014. Einbecker Brauhaus, 11. März 2015, abgerufen am 28. Oktober 2015 (PDF).
  2. Tourist-Info Einbeck
  3. Stefan Aumann: ...und wird gar weit geführet. Die Geschichte des Einbecker Bieres. (Studien zur Einbecker Geschichte. Band 14.) Oldenburg 1998, S. 93 f.
  4. Härke-Bier wird jetzt in Einbeck abgefüllt Peiner Allgemeine Zeitung, 21. September 2011, abgerufen am 20. November 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Einbecker Brauhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien