Einbeere

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Einbeere
Einbeere (Paris quadrifolia), Illustration

Einbeere (Paris quadrifolia), Illustration

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Germergewächse (Melanthiaceae)
Gattung: Einbeeren (Paris)
Art: Einbeere
Wissenschaftlicher Name
Paris quadrifolia
L.
Illustration

Die Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia), kurz Einbeere, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Einbeeren (Paris) innerhalb der Familie der Germergewächse (Melanthiaceae). Sie gilt als giftig.

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Trivialnamen sind: Augenkraut, Blatternblat, Fuchsauge, Fuchstrauben, Krähenauge, Kreuzkraut, Sauauge, Schlangenbeere, Schwarzblattlkraut, Sternkraut, Teufelsauge, Teufelsbeere, Wolfsbeere.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einbeere ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Das monopodiale (= mit durchgehender Hauptachse) Rhizom dieses Geophyten sitzt waagrecht bzw. kriechend. Die Rhizome können bis zu 14 Jahre alt werden. Aus Knospen in den Achseln von Niederblättern werden an der Rhizom-Oberseite Laubsprosse ausgebildet, die nach dem Fruchten absterben. An einem Stängel stehen in einem Quirl vier Blätter, selten fünf. Die Laubblätter sind einfach und ganzrandig.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. An jedem Stängel wird nur eine endständige Blüte gebildet.

Die zwittrige, radiärsymmetrische Blüte ist grün und vierzählig. Es ist ein sogenanntes heterotepales Perigon vorhanden, dabei sind die Tepalen unterschiedlich ausgebildet. Die inneren Blütenhüllblätter sind fadenförmig, die äußeren sind etwas breiter und 2 bis 3 Zentimeter lang. Es sind acht Staubblätter vorhanden. Vier Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen und es sind vier langlebige Narben vorhanden.

Die Früchte sind vierfächrige, vielsamige, blauschwarze, heidelbeerähnliche Beeren, die einzeln stehen und einen Durchmesser von bis zu 1 Zentimetern erreichen. Die Fruchtreife tritt im Juli bis September ein.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenökologisch handelt es sich um geruchlose, vorweibliche „Pollen-Scheibenblumen“. Die Schauwirkung geht vermutlich eher von den Staubblättern und den glänzend-schwarzvioletten Fruchtknoten aus. Angeblich liegt eine „Fliegentäuscheblume“ vor, denn der Fruchtknoten soll Fleisch vortäuschen. Die kaum klebrigen, länglichen Pollenkörner werden zum Teil auch durch den Wind ausgebreitet (Amphiphilie).

Es liegt Verdauungsausbreitung vor.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man findet die Einbeere ziemlich häufig in krautreichen Eichen- und Buchenwäldern, in Auen- oder Nadelmischwäldern. Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche, humose Böden und zeigt Grundwasser und Sickerwasser an. Sie wächst oft in Gruppen.

Nach Ellenberg ist sie eine Schattenpflanze mit subozeanischem Verbreitungsgebiet, ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger, stickstoffreiche Standorte anzeigend und eine Ordnungscharakterart der Edellaub-Mischwälder und verwandter Gesellschaften (Fagetalia sylvaticae). In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil zwischen Elbigenalp und der Hermann-von-Barth-Hütte bis zu 1820 m Meereshöhe auf.[2]

In Österreich ist sie häufig bis zerstreut in allen Bundesländern.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Paris quadrifolia erfolgte durch Carl von Linné. Das Artepithon quadrifolia leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet vierblättrig, da die Blattanzahl meist vier beträgt. Die Herkunft des Gattungsnamens Paris ist nicht geklärt. Himpel benannte diese Art Paris quadrifolius.

Inhaltsstoffe und Giftigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Beeren, durch Saponine (Steroidsaponine) und die Glykoside Paridin, Paristyphnin und Pennogenin. Der Genuss mehrerer Beeren kann zu Brechreiz, Magenkrämpfen und zum Tod durch Atemlähmung führen. Das Rhizom ist für Gliedertiere und Fische tödlich giftig.

Die ganze Pflanze wurde früher in der Volksmedizin als Mittel gegen ansteckende Krankheiten angewandt (Pestbeere).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 138. ISBN 3-8001-3131-5. Seite 138
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW-Verlag, Eching bei München, 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 322.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Einbeere (Paris quadrifolia) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Einbeere – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen