Einhausen (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Einhausen
Einhausen (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Einhausen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 8° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Bergstraße
Höhe: 93 m ü. NHN
Fläche: 26,67 km²
Einwohner: 6232 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64683
Vorwahl: 06251
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 006
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 5
64683 Einhausen
Webpräsenz: www.einhausen.de
Bürgermeister: Helmut Glanzner (parteilos)
Lage der Gemeinde Einhausen im Kreis Bergstraße
Groß-Rohrheim Zwingenberg (Bergstraße) Biblis Viernheim Lampertheim Bürstadt Einhausen (Hessen) Lorsch Bensheim Lautertal (Odenwald) Lindenfels Heppenheim (Bergstraße) Heppenheim (Bergstraße) Fürth (Odenwald) Grasellenbach Rimbach (Odenwald) Mörlenbach Wald-Michelbach Birkenau (Odenwald) Abtsteinach Gorxheimertal Hirschhorn (Neckar) Neckarsteinach Michelbuch (gemeindefreies Gebiet) Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Kreis Groß-Gerau Landkreis Darmstadt-Dieburg OdenwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Einhausen ist eine Gemeinde im Kreis Bergstraße in Hessen, etwa 15 Kilometer östlich von Worms.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einhausen liegt an der Bergstraße im Hessischen Ried und gehört zum klimatisch begünstigten nordöstlichen Oberrheingraben. Umgeben ist der von der Weschnitz durchflossene Ort von großen Wald- und landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einhausen grenzt im Norden an die Gemeinde Groß-Rohrheim und die Stadt Gernsheim (Kreis Groß-Gerau), im Osten an die Städte Bensheim und Lorsch, im Süden an die Stadt Bürstadt sowie im Westen an die Gemeinde Biblis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einhausen besteht offiziell nur aus einem Ortsteil, die historisch entstandene Unterscheidung zwischen Groß-Hausen (nördlich der Weschnitz) und Klein-Hausen (südlich der Weschnitz) findet sich allerdings auch heute noch im Sprachgebrauch. Das Gemeindegebiet Einhausen ist katastermäßig in die Gemarkungen Groß-Hausen und Klein-Hausen unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von Steinkeilen und -beilen lassen eine frühe Besiedlung der Gemarkung bereits in der Jungsteinzeit vermuten. Nachgewiesen sind Reste eines Palisadenwalls, mehrere Schanzen und Gräben sowie ein Hügelgrab ("Hexen-" oder "Römerbuckel") mit 80 Brand- und Körpergräbern aus der späten Bronze- und Eisenzeit nördlich des heutigen Gemeindegebiets.[2]

Groß-Hausen und Klein-Hausen auf einer historischen Karte des Großherzogtums Hessen

Der Ort ist aus einer Schenkung, Besitzname: Husun, an das Kloster Lorsch im Jahre 768 hervorgegangen. Im Zuge der Reformation und Gegenreformation entwickelten sich im 15. und 16. Jahrhundert zwei politisch sowie religiös zerstrittene Ortsteile: Groß-Hausen (protestantisch) und Klein-Hausen (katholisch).

Mit Wirkung zum 1. April 1937 wurden die beiden Dörfer per Erlass zur Gemeinde Einhausen vereinigt. Diese Zusammenlegung war aufgrund der Vorbehalte zwischen den Einwohnern der zwei Orte durchaus umstritten und unbeliebt. Im Vorfeld der Vereinigung der Gemeinden erfolgte bereits im Jahr vorher die Anordnung zum Zusammenschluss der Schulen von Groß- und Klein-Hausen. Dies führte am ersten Schultag zu massiven Protesten: Einige Eltern weigerten sich, ihre Kinder auf der jeweils anderen Seite der Weschnitz in die Schule gehen zu lassen. Die Polizei musste eingreifen, um den „Aufruhr“ zu beenden und nahm schließlich 16 Personen fest, von denen in der Folge 14 zu Haftstrafen von bis zu sechs Monaten verurteilt wurden.[3][4]

Nach 1945 gab es Bestrebungen, die von den Nationalsozialisten verfügte Zusammenlegung der beiden Orte wieder rückgängig zu machen und den Zustand mit zwei selbstständigen Gemeinden wiederherzustellen. Schließlich setzte sich aber die Erkenntnis durch, dass eine größere Gemeinde den Herausforderungen der Zukunft besser gewachsen sein würde. In einer Volksabstimmung im Dezember 1953 wurde daher ein Antrag zur Aufspaltung von Einhausen abgelehnt.[3] Eine bedeutende Auswirkung dieser Entscheidung zeigte sich etwa zwanzig Jahre später, als Einhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den 1970er Jahren seine Eigenständigkeit bewahren konnte und unverändert blieb.

Am 17. Dezember 1957 wurde im Nibelungensaal des Lorscher Rathauses der „Wasserbeschaffungsverband Riedgruppe Ost“ gegründet, dem neben Einhausen auch die damaligen Gemeinden Fehlheim, Lorsch, Rodau und Schwanheim angehörten. Im Dezember 1958 wurde daraufhin mit dem Bau des Wasserwerkes „Kannegießer Tannen“ begonnen und ein Jahr später konnte der Verbandsvorsteher in Einhausen verkünden: „Für 15.000 Riedbewohner läuft jetzt Wasser aus den Hähnen – und wir wollen dankbar sein“. Es folgte im September 1960 das Wasserwerk „Kannegießer Tannen“ an der Gemarkungsgrenze zwischen Lorsch und Einhausen. Das mit einem Kostenaufwand von 4,5 Millionen D-Mark errichtete Wasserwerk, zusammen mit den 74 Kilometern verlegter Rohrleitungen, wurde nach dessen Fertigstellung als „Größtes Gemeinschaftsprojekt des Kreises Bergstraße“ bezeichnet.[5]

Zeit der Weltkriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, der in Klein- und Groß-Hausen wie im ganzen Deutschen Reich der positiven wirtschaftlichen Entwicklung ein Ende setzte. Als nach der deutschen Niederlage am 11. November 1918 der Waffenstillstand unterschrieben wurde, hatten auch die beiden Orte viele Gefallene zu beklagen, während der Krieg insgesamt rund 17 Millionen Menschenopfer kostete. Das Ende des Deutschen Kaiserreiches war damit besiegelt, und die unruhigen Zeiten der Weimarer Republik folgten. In der Zeit von 1921 bis 1930 wurden in Deutschland 566.500 Auswanderer gezählt, die versuchten, den schwierigen Verhältnissen in Deutschland zu entfliehen.

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler, was das Ende der Weimarer Republik und den Beginn der Nationalsozialistischen Diktatur besiegelte. Im Frühjahr 1933 ordnete Adolf Hitler den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag mit dem Namen „Tag der deutschen Arbeit“ an. Damit wurde eine Gewerkschaftsforderung ausgerechnet von der Regierung erfüllt, die von den Gewerkschaften strikt ablehnt wurde. Die Gewerkschaften riefen zur Teilnahme an den Maiveranstaltungen auf, da sie sich als Initiatoren des Maigedankens fühlten. Das offizielle Programm war schon stark durch die Nationalsozialisten geprägt: „6 Uhr Wecken durch die SA-Kapellen. 8 Uhr Flaggenhissung in den Betrieben, Abmarsch zum Exerzierplatz, 9 Uhr Übertragung der Kundgebung von dem Lustgarten in Berlin auf die öffentlichen Plätze der Städte. 10.45 Uhr Staatsakt der Hessischen Regierung (...), Empfang einer Arbeiterdelegation aus den drei Hessischen Provinzen. (...) Gemeinsamer Gesang des ,Liedes der Arbeiter'. (...) 7.30 Uhr Übertragung von dem Tempelhofer Feld, Berlin: Manifest des Reichskanzlers Adolf Hitler, 'Das erste Jahr des Vierjahresplanes'. Anschließend Unterhaltungsmusik und Deutscher Tanz. 12 Uhr: Übertragung der Rede des Ministerpräsidenten Hermann Göring. (...) Ehemals marxistische Gesang-, Turn- und Sportvereine können an den Zügen teilnehmen, jedoch ist die Mitführung marxistischer Fahnen oder Symbole zu unterlassen.“ Das böse Erwachen für die Gewerkschaften kam einen Tag später, als die „NSDAP die Führung der roten Gewerkschaften übernahm“: „Die seitherigen marxistischen Führer in Schutzhaft - Ein 3-Millionen-Konto des früheren Reichstagspräsidenten Löbe gesperrt - Die Rechte der Arbeiter gesichert - Die Gebäude der Freien Gewerkschaften besetzt“, titelten die bereits im ganzen Reich gleichgeschalteten Zeitungen.[6]

In Hessen wurde am 3. Juli 1933 das „Gesetz zur Durchführung von Feldbereinigung zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung im Zuge der Riedmelioration“ erlassen. In 13 Gemeinden der Provinz Starkenburg, darunter Klein-Hausen wurde das Feldbereinigungsverfahren auf einer Fläche von 200.000 ha angeordnet. Im Verlauf dieses Meliorations- und Siedlungsprogramms entstanden die beiden Orte Riedrode und Worms-Rosengarten.[7]

Im November 1938 brachte die sogenannte Reichskristallnacht den jüdischen Mitbürgern Not und Elend. Die in Klein-Hausen lebenden Juden gehörten zur Bensheimer Gemeinde. Im Jahr 1830 wurden 14 jüdische Einwohner in Klein-Hausen gezählt. Die Bensheimer Synagoge wurde niedergebrannt und die Wohnungen und Geschäfte jüdischer Familien verwüstet. Bereits nach 1933 waren ein Teil der zu diesem Zeitpunkt aus 160 Personen bestehenden jüdischen Gemeinde Bensheims infolge der zunehmenden Repressalien weggezogen oder ausgewandert. Nach den Beginn des Zweiten Weltkriegs war dies nicht mehr möglich und 1942 wurden alle noch in Klein-Hausen lebenden Menschen jüdischer Abstammung in Lager deportiert. Die meisten von ihnen starben in den Lagern durch die schlechten Verhältnisse oder wurden ermordet.[8]

Am 1. September 1939 begann mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen der Zweite Weltkrieg, der in seinen Auswirkungen noch weit dramatischer war als der Erste Weltkrieg und dessen Opferzahl auf 60 bis 70 Millionen Menschen geschätzt werden. Besonders ab 1944 war der verstärke Luftkrieg gegen Deutschland auch in Einhausen zu spüren. Große Fliegerverbände überflogen den Ort bei ihren Angriffen auf die umliegenden Industriestädte Ludwigshafen, Mannheim oder Worms. Einhausen bleibt von den Bombenangriffen weitgehend verschont. In diesem Jahr wurde auch die Arbeit auf den Feldern durch die fortgesetzten Tieffliegerangriffe lebensgefährlich. Auch in der Bahn oder auf den Straßen war niemand mehr sicher. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges in Europa erreichten die amerikanischen Verbände Mitte März 1945 den Rhein zwischen Mainz und Mannheim. Die Brückenköpfe auf der linken Rheinseite konnten durch die schwachen deutschen Kräfte nicht gehalten werden, was zur Sprengung der Rheinbrücken bei Worms, Nordheim und Gernsheim am 20. März führte. Die sich auf die rechte Rheinseite zurückgezogenen Reste der deutschen 7. Armee mussten fast die gesamte schwere Ausrüstung wie Panzer und Artillerie zurücklassen, was eine Fortsetzung der Kämpfe bei der absoluten Luftherrschaft der Amerikaner und dem Fehlen jeglicher deutscher Reserven eigentlich völlig sinnlos machte. Auf amerikanischer Seite war jetzt das oberste Ziel die Vermeidung weiterer Verluste, was zum massiven Einsatz von Artillerie, Panzern und Flugzeugen, auch ohne genaue Kenntnis einer möglichen Gegenwehr, auf alle einzunehmenden Städte und Dörfer führte. Stießen die vorrückende Kräfte auf Widerstand erfolgte ein sofortiger Rückzug und ein massiver Einsatz von Luftwaffe und Artillerie. Am 22. März überquerte die 3. US-Armee bei Oppenheim den Rhein und besetze am 25. März Darmstadt. Das machte aus amerikanischer Sicht ein schnelles Nachrücken der benachbarten 7. US-Armee zur Flankensicherung notwendig. Zur Vorbereitung für deren Rheinüberquerung wurden die meisten Riedgemeinden am 25. und in der Nacht zum 26. März von der amerikanischen Artillerie beschossen. In allen betroffenen Gemeinden wurden dabei Menschen getötet und es entstanden Sachschäden an Gebäuden. Am 26. März 1945 überquerten amerikanische Truppen bei Hamm den Rhein und stießen noch am gleichen Tag bis Einhausen vor. Im Osten von Einhausen war eine deutsche Flakbatterie eingegraben, die durch Flakhelfer und Angehörige des Reichsarbeitsdienstes bedient und durch einen Obertruppführer des Arbeitsdienstes befehligt wurde. Von dort wurden die anrückenden Amerikaner auch dann noch unter Feuer genommen, als alle anderen Wehrmachtsangehörigen Einhausen bereits verlassen hatten. Dies führte zu intensivem Artilleriebeschuss und Jagdbombereinsatz seitens der Amerikaner auf die Flakstellung und auf den Ort. Dadurch wurden 40 Gehöfte völlig zerstört und 13 Zivilisten kamen ums Leben. Am 27. März standen die amerikanischen Einheiten in Lorsch, Bensheim und Heppenheim und einen Tag später waren Aschaffenburg am Main sowie der westliche und nördliche Teil des Odenwaldes besetzt. Der Krieg in Europa endete mit der bedingungslosen Kapitulation aller deutschen Truppen, die am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft trat. Einhausen hatte 131 Gefallene und 53 vermisste Soldaten zu beklagen.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Groß-
Hausen
Klein-
Hausen
1715 -- 450
1775 340 --
1806 406 676
1828 525 921
1871 544 1142
1900 512 1216
1925 573 1589
Jahr Einhausen
1939 2578
1946 2769
1950 2971
1961 3263
1970 4138[10]
1980 4768[10]
1986 5031[10]
2006 6120[11]

Die Tabellen zeigen die Entwicklung der Einwohnerzahlen ab 1715. Vermutlich bereits im 17. Jahrhundert hatte das anfänglich kleinere Klein-Hausen den Nachbarn Groß-Hausen an Einwohnern übertroffen.[12] Die deutliche Zunahme der Bevölkerung (Verdoppelung) seit 1950 zeigt die Attraktivität Einhausens als Wohngemeinde und wurde durch die entsprechende Ausweisung von Neubaugebieten ermöglicht.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2006/2007 neugestaltete Weschnitz fließt durch Einhausen (in westlicher Richtung).
Die Weschnitz in Einhausen (in östlicher Richtung).

Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind:[13]

  • villa Husun (767)
  • Husun, in marca (780)
  • Husun (vor 800)
  • Husen (1101)
  • Husen, Dorff (1323)
  • Husen in der Marcken, zu (1400)
  • Hußen (1423)
  • Einhausen (1937)

Gerichte ab 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Lorsch im Landratsbezirk Heppenheim zu dem Groß- und Klein-Hausen gehören das Gericht erster Instanz. Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, wurden die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten. Dadurch kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Lorsch und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Darmstadt[14].

Am 1. Oktober 1934 wurde das Amtsgericht Lorsch aufgelöst und aus dem Bezirk des Amtsgerichts der Ort Hofheim dem Amtsgericht Worms, der Ort Bobstadt und die Stadt Bürstadt dem Amtsgericht Lampertheim und mit Klein- und Groß-Hausen die restlichen Orte dem Amtsgericht Bensheim zugeteilt.[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Januar 1966 wurde der Gemeinde Einhausen ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Rot auf goldener Brücke ein schwarzbedachtes goldenes Haus mit schwarzer Tür und zwei schwarzen Fenstern.[16]

Bedeutung: Die Brücke ist ein Symbol für den Zusammenschluss der beiden Ortsteile Groß- und Klein-Hausen diesseits und jenseits der Weschnitz, die sich viele Jahrhunderte getrennt entwickelt hatten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[17] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[18][19]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Von 31 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Christlich Demokratische Union Deutschlands 51,2 16 41,8 13 49,0 15 47,5 15
Bündnis 90/Die Grünen 18,0 6 24,8 8 12,1 4 11,6 3
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,8 9 23,1 7 26,0 8 28,4 9
Freie Wählergemeinschaft Einhausen 10,4 3 12,9 4 12,4 4
gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 53,7 54,1 51,6 57,8

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Nach dem vorzeitigen Amtsverzicht von Philipp Bohrer zum 1. August 2014 wurde am 25. Mai 2014 Helmut Glanzner (CDU) mit 52,0 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Einhausen gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 68,8 Prozent.[20][21]

Die Amtsvorgänger als Bürgermeister von Einhausen waren bisher:[22]

  • 1937–1945 Ludwig Selzer
  • 1945–1954 Konrad Hübner
  • 1954–1973 Franz Hartnagel
  • 1973–1979 Theodor Kögler
  • 1979–1997 Hermann Dieter
  • 1997–2014 Philipp Bohrer

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Einhausen pflegt Städtepartnerschaften mit dem französischen Attichy im Département Oise sowie mit dem amerikanischen Shoreview in Minnesota.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Reformation gehörte das von nun an evangelische Groß-Hausen zur Pfarrei Schwanheim, so dass die Gemeinde die Gottesdienste im gut 5 km entfernten heutigen Ortsteil Bensheims besuchen musste. Erst 1875 konnte am Groß-Häuser Gemeindehaus ein Betsaal angebaut werden, der zum großen Teil aus der Schwanheimer Kirchenkasse finanziert wurde. Der Betsaal war nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört und wurde bis 1949 wieder hergerichtet.

1950 wurde von der Gemeinde ein leerstehendes Fabrikgebäude übertragen, aus dem die heutige Kirche hervorgeht, die 1958 mit dem Anbau des Turmes vollendet wurde. Erst 1955 löste sich die Gemeinde vollständig vom Kirchspiel Schwanheim.

Ein durch einen Schmorbrand ausgelöstes Feuer zerstörte im März 2015 einen Großteil der Inneneinrichtung. Bis heute (Stand: Juni 2016) ist das Gebäude noch nicht wieder vollständig hergerichtet, und man rechnet mit einer Wiederaufnahme der Gottesdienste im September 2016.[2][23][24]

Katholische Kirche St. Michael[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Vorgängerbau des heutigen Gebäudes wurde 1797 die Königshalle in Lorsch auf Abbruch für 250 Gulden ersteigert. Kriegswirren verzögerten die bereits von der kurmainzer Kammer erlaubte Niederlegung. Der neue Landesherr Großherzog Ludwig I. von Hessen-Darmstadt untersagte den Abriss, und die Gemeinde bekam den doppelten Kaufpreis und Bauholz für eine eigene Kapelle zurück. Diese entstand an der Stelle des Marktplatzes, an der heute das Sandsteinkreuz steht, und wurde im Oktober 1805 fertiggestellt. Sie maß etwa 12 auf 9 m, war 10 m hoch und hatte einen 7,5 m hohen Turm aus Eichenholz mit einer Kuppel mit welscher Haube.

In den kommenden 36 Jahren hatte sich die Bevölkerung nahezu verdoppelt, so dass die Kapelle zu klein wurde. Aber erst 1871 wurde mit dem Bau des ersten Teils der heutigen Kirche begonnen und war im November 1872 abgeschlossen. Das Kruzifix stammt noch aus der alten Kapelle. Zwischen 1952 und 1957 bekam die Kirche ihre heute Dimension: der zweigeschossige Kinderchor wurde abzweigend vom Hauptschiff angebaut, die Kirche wurde zur Straße mit drei Jochen verlängert, und in das Obergeschoss wurden Fenster gebrochen, so dass der Charakter einer dreischiffigen Basilika im romanischen Stil entstand.[2]

Kirchweih/Kerwe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einhäuser Kirchweih, auch Kerwe genannt, findet jedes Jahr am ersten Oktoberwochenende statt. Veranstaltet wird sie vom Verein zur Erhaltung der Tradition Einhausen e.V. in Zusammenarbeit mit den drei Kerwegruppen ADI, CHIEF und Ladännsche. Über die Grenzen Einhausens bekannt ist der Kerweumzug, der jedes Jahr, am ersten Sonntag im Oktober, stattfindet. Der 2007 gebaute Motivwagen mit dem Thema Nordkorea wurde in der Novemberausgabe des Karnevalsmagazins „Tusch!!!“ (eine bundesweite Fachzeitschrift rund um Karneval) als bester politischer Motivwagen Deutschlands 2007 bezeichnet.

Fastnacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Fastnachtswochenende finden drei Narrengiggelsitzungen und eine Kindersitzung statt. Veranstaltet werden die Sitzungen vom Verein zur Erhaltung der Tradition Einhausen e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am östlichen Ortsrand verläuft die Bundesautobahn 67. Die Anschlussstelle Lorsch ist von der Ortsmitte etwa 3 km entfernt. Die Landesstraße 3111 durchzieht den Ort in Südost-Nordwest-Richtung. Im Süden durchlaufen 2,5 km von der Ortsmitte die Bundesstraße 47 und parallel dazu die Nibelungenbahn Bensheim–Worms das Gemeindegebiet. Der nächste Bahnhof liegt in 3 km Entfernung in Lorsch.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einhausen verfügt über ein kleines Hallenbad mit einem Lehrschwimmbecken. Es wurde nach einer Renovierung im Februar 2011 wieder eröffnet.[25] Auch Gäste, Schulklassen und Vereine von außerhalb nutzen es regelmäßig.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt vier Kindergärten stehen in der Gemeinde zur Verfügung, davon befindet sich einer in der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde.[26]

In der Ortsmitte befindet sich die Schule an der Weschnitz, eine Grundschule mit 240 Schülern.[27]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Hartnagel (1919–2010) wurde 1989 Ehrenbürger von Einhausen. Er war von 1954 bis 1973 Bürgermeister der Gemeinde.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Dieter (1903–1955) war von 1953 bis 1955 Bischof auf Samoa.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Schnitzer, Franz Hartnagel, Günther Janowitz (Redaktion), Gemeindevorstand Einhausen (Herausgeber): Festschrift 1200-Jahrfeier Einhausen. 1968.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Einhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Paul Schnitzer, Franz Hartnagel, Günther Janowitz: Festschrift 1200-Jahrfeier Einhausen. Hrsg.: Gemeindevorstand Einhausen. 1968.
  3. a b Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. Weschnitz-Übergang war verboten. In: Morgenweb. Bergsträßer Anzeiger, 2007, S. 12, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014, abgerufen am 15. Mai 2011 (PDF; 9,0 MB).
  4. Geschichte. Schule an der Weschnitz Einhausen, abgerufen am 15. Mai 2011.
  5. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des Bergsträßer Anzeigers, 2007. Endlich Wasser aus dem Hahn. S. 31
  6. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. Frisches Birkengrün, wehende Fahnen. S. 66, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014 (pdf 8,61 MB).
  7. Zeittafel der Gemeinde Biblis. (1900–1944). Gemeinde Biblis, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  8. Geschichte der jüdischen Gemeinde Bensheim auf „Alemannia Jusaica“ (abgerufen am 10. Dezember 2014)
  9. Artikelserie des Bergsträßer Anzeigers aus dem Jahr 2005 über das Kriegsende an der Bergstraße. Bergstraße und Lorsch. Bergsträßer Anzeiger, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014.
  10. a b c Gemeindevorstand Einhausen (Hrsg.): Einhausen – Tradition und Fortschritt. 1. Auflage: April 1987, S. 78
  11. Ausgewählte Daten über Gemeinden. Hessische Gemeindestatistik Ausgabe 2007. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 11. Mai 2011.
  12. Ferdinand Koob: Zur neueren Geschichte der Gemeinde Einhausen. In: Paul Schnitzer, Franz Hartnagel, Günther Janowitz (Red.); Gemeindevorstand Einhausen (Hrsg.): Festschrift 1200-Jahrfeier Einhausen. 1968, S. 51
  13. „Einhausen, Landkreis Bergstraße“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juni 2014, abgerufen am 10. Juli 2014.
  14. Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879 (Hess. Reg.Bl. S. 197-211)
  15. Verordnung über die Umbildung von Amtsgerichtsbezirken vom 11. April 1934 (Hess. Reg.Bl. S. 63)
  16. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 28. Januar 1966 (StAnz. S. 251) Seite 3 der tif-Datei 4,41 MB
  17. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  18. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  19. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  20. Echo online vom 24. Mai 2014: Einhausen ist auch in Berlin ein Thema. Philipp Bohrer (67) kündigte beim Neujahrsempfang an, zum 1. August sein Amt niederzulegen.
  21. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Einhausen
  22. Gemeindevorstand Einhausen (Hrsg.): Einhausen – Tradition und Fortschritt. 1. Auflage: April 1987, S. 71
  23. Hans Dieter Erlenbach und Petra Lochmann-Wilhelm: Kirche brennt aus - Pfarrer: "Das ist eine Katastrophe". Echo online, 20. März 2015, abgerufen am 2. Juni 2016 (deutsch).
  24. Unsere Gemeinde. Evangelische Kirchengemeinde Einhausen, abgerufen am 2. Juni 2016 (deutsch).
  25. Einhäuser Hallenbad öffnet wieder. Echo Online, abgerufen am 10. April 2011.
  26. Ev. Kindergarten. Gemeinde Einhausen, abgerufen am 10. April 2011.
  27. Schulprogramm der Schule an der Weschnitz. Schule an der Weschnitz Einhausen, abgerufen am 10. April 2011.