Einkommensverteilung in Spanien

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Die Einkommensverteilung in Spanien betrachtet die personelle Verteilung der Einkommen in Spanien. Die personelle Einkommensverteilung betrachtet dabei, wie das Einkommen einer Volkswirtschaft auf einzelne Personen oder Gruppen (z. B. Privathaushalte) verteilt ist.

Die Einkommensungleichheit in Spanien hat in den vergangenen Jahrzehnten tendenziell abgenommen, allerdings gab es auch Perioden des Anstiegs: nach der Rezession 1993[1] und auch im Zuge der Weltwirtschaftskrise ab 2007 stieg die Einkommensungleichheit.

Im Jahr 2017 betrug der Gini-Index der verfügbaren Äquivalenzeinkommen für Spanien 34,1%. Im Vergleich mit den Ländern der Europäischen Union belegt Spanien den 24. Rang,[2] die Einkommen in Spanien sind also relativ ungleich verteilt.

Verteilungsindikatoren – Methoden zur Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung des Durchschnittlichen und Median-Einkommens in Spanien plus HVPI bereinigte Werte (2004–2017)[3]

Um die Einkommensverteilung in einem Land zu messen, werden verschiedene Indikatoren und Methoden benutzt.

Die personelle Verteilung von Einkommen wird von Eurostat auf Basis der verfügbaren Äquivalenzeinkommen gemessen, welche das verfügbare Einkommen der Mitglieder eines Haushalts auf Personenebene wiedergeben. Zudem werden für den internationalen Vergleich der Gini-Index und für den Vergleich der Ungleichheit zwischen den Metropolregionen Spaniens Daten der OECD verwendet.

Durchschnitts- und Medianeinkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung des Gini-Koeffizienten nach EU-SILC in Spanien, sowie des EU-27 Durchschnitt und seiner Nachbarländer Frankreich und Portugal (2004–2017)[2]

Das durchschnittlich verfügbare jährliche Äquivalenzeinkommen betrug in Spanien im Jahr 2017 16.392€. Das Median-Einkommen lag 2017 bei 14.207€. 50% der Haushalte verfügten damit über mehr als 14.207€ Jahreseinkommen und 50% über weniger. Ein durchschnittliches Einkommen über dem Median-Einkommen bedeutet, dass die verfügbaren Einkommen rechtsschief verteilt sind. Nach 2008 sind das Durchschnitts- und das Medianeinkommen zunächst zurückgegangen, jedoch stiegen sie seit 2014 wieder. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass es sich um die Nominaleinkommen handelt, diese also nicht inflationsbereinigt sind.[3]

Sowohl der nominale, als auch der bereinigte Mittelwert (um den HVPI) der Einkommen in Spanien steigen bis zum Jahr 2009 an. Von 2009 bis 2014 kann man eine fallende Tendenz des (bereinigten) Mittelwerts erkennen, bis die Werte ab 2014 erneut ansteigen.

Der nominale und reale Median der Einkommen in Spanien verhalten sich sehr ähnlich. Von 2004 bis 2009 lässt sich eine steigende Tendenz der Medianeinkommen beobachten. Von 2009 bis 2014 fällt das Medianeinkommen in Spanien, bis es ab 2014 wieder einen steigenden Verlauf annimmt.[3]

Gini-Koeffizient[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung des Gini-Koeffizienten des Verfügbaren Einkommens nach Steuern und Transfers nach OECD Daten in Spanien, Frankreich und Portugal, sowie des EU-27 Durchschnitts (2004–2016)[4]

Im Jahr 2017 war der Gini-Index Spaniens im EU-Vergleich auf einem relativ hohen Niveau, nur Lettland, Litauen, Serbien und Bulgarien wiesen laut Eurostat in diesem Zeitraum einen höheren Gini-Index auf. Im Durchschnitt lag der Gini-Index der EU-Länder im Zeitraum von 2005 bis 2017 stets unter jenem von Spanien, die Einkommensungleichheit in der EU war also durchschnittlich geringer. Zudem war der Gini-Index Spaniens auch im Vergleich mit den Nachbarländern Frankreich und Portugal (siehe auch Einkommensverteilung in Portugal, Einkommensverteilung in Frankreich) verhältnismäßig hoch.[2]

Anhand der OECD Daten ist ersichtlich, dass die verfügbaren Einkommen vor Steuern und staatlichen Transfers für 2007 einen Gini-Index von 45% und für 2016 von 52% ausweisen. Der beträchtliche Unterschied zwischen dem verfügbaren Einkommen vor und nach Steuern und Transfers kann als Gradmesser für eine hohe staatliche Einkommensumverteilung interpretiert werden. Nach Steuern und Transfers betrug der Gini-Index Spaniens für 2007 32,5% und für das Jahr 2016 34%.[4]

Entwicklung des S80/S20 Einkommensquintilverhältnisses in Spanien und dem EU-27 Durchschnitt (2004–2017)[5]

Einkommensquintilverhältnis (S80/S20)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einkommensquintilverhältnis beschreibt das Verhältnis des gesamten verfügbaren Einkommens der reichsten 20% der Bevölkerung zum gesamten verfügbaren Einkommen der ärmsten 20% der Bevölkerung.[6] 2017 betrug das Einkommensquintilverhältnis 6,6. Die 20% der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen verfügten damit über ein Äquivalenzeinkommen, das 6,6 Mal so hoch war, wie jenes der 20% der Bevölkerung mit dem geringsten Einkommen. Seit 2008 ist das Einkommensquintilverhältnis der verfügbaren Einkommen in Spanien angestiegen, aber seit 2014 ging es wieder zurück. In den beobachteten 10 Jahren lag das Einkommensquintilverhältnis Spaniens stets deutlich über dem (gewichteten) EU-Durchschnitt und zeigt damit eine höhere Einkommensungleichheit für den untersuchten Zeitraum als in anderen EU-Ländern.

Entwicklung des Top 10% Anteils am Gesamteinkommens in Spanien und des EU-27 Durchschnitt (2007–2017)[7]

Top 10% Anteil am Gesamteinkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Top 10% Anteil beschreibt, welchen Anteil am gesamten nationalen Äquivalenzeinkommen die 10% der Bevölkerung mit dem höchsten verfügbaren Einkommen halten. In Spanien verfügten die reichsten 10% der Bevölkerung 2017 über 24,4% der gesamten nationalen Äquivalenznettoeinkommen. Im gewichteten EU-Durchschnitt lag dieser Anteil 2017 bei 23,8%.[7] Das bedeutet, dass die höchsten 10% der Einkommen in Spanien relativ etwas mehr ausmachen, als im EU-27 Durchschnitt.

Armutsgefährdungsquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Armutsgefährdungsquote ist über die vergangenen Jahre in Spanien leicht angestiegen und lag 2017 bei 21,6%.[8] Dies bedeutet, dass dieser Anteil der Bevölkerung über weniger als 60% des Median-Äquivalenzeinkommens verfügte.[9] Die Armutsgefährdungsquote im gewichteten EU-27 Durchschnitt lag 2017 mit 16,9% unter der spanischen, es sind in Spanien folglich mehr Personen armutsgefährdet.[8]

Tabelle 1: Indikatoren der Einkommensverteilung in Spanien
Jahr Durchschnittliches

Einkommen (in €)[3]

Median-

Einkommen (in €)[3]

Gini-

Index (in %)[2]

Einkommensquintils-

verhältnis (S80/S20)[5]

Anteil der oberen 10%

am Gesamteinkommen[7]

Armutsgefährdungs-

quote[8]

2017 16.392 14.207 34,1 6,6 24,4% 21,6%
2016 15.842 13.685 34,5 6,6 24,9% 22,3%
2015 15.408 13.352 34,6 6,9 24,8% 22,1%
2014 15.405 13.269 34,7 6,8 24,7% 22,2%
2013 15.635 13.523 33,7 6,3 24,5% 20,4%
2012 16.118 13.864 34,2 6,5 24,7% 20,8%
2011 16.280 13.929 34,0 6,3 25,0% 20,6%
2010 16.924 14.605 33,5 6,2 24,6% 20,7%
2009 17.042 14.795 32,9 5,9 24,4% 20,4%
2008 16.190 13.963 32,4 5,6 24,2% 19,8%
2007 13.265 11.644 31,9 5,5 23,6% 19,7%
2006 12.632 11.111 31,9 5,5 23,7% 20,3%
2005 11.987 10.417 32,2 5,5 23,8% 20,1%
2004 11.546 10.200 31,0 5,2 23,3% 20,1%

Regionale Ungleichheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Karte zeigt die Verteilung der verfügbaren Haushaltseinkommen in Spanien im Jahr 2016. Zentralspanien und Katalonien zeigen dabei das höchste verfügbare Einkommen. Galicien, Aragonien und Madrid sind die einkommensschwächsten Regionen.
Verfügbares Haushaltseinkommen in Spanien 2016, Quelle: Eurostat, EU-SILC[10]

Regionale Verteilung des verfügbaren Haushaltseinkommens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die regionale Ungleichheit untersucht, wie Einkommen bzw. Vermögen innerhalb eines Landes unter den verschiedenen Regionen verteilt sind.

Im Zentrum Spaniens (Kastilien-La Mancha) und in Katalonien befanden sich für den untersuchten Zeitraum (2016) die einkommensstärksten Regionen (18.240 – 19.900€), während Galicien, Aragonien, Navarra und Madrid die einkommensschwächsten Regionen (11.600 – 13.260€) darstellten. Dazwischen reihten sich die Regionen im Osten und Westen des Landes, also die Valencianische Gemeinschaft, Estremadura und Kastilien (14.920 – 16.580€). Der Norden und der Süden (Kantabrien und Andalusien) bildeten ebenfalls einkommensschwache Regionen (13.260 – 14.920€).[10]

Stadt Anteil an der Gesamtbevölkerung (%)[11] Arbeitslosigkeit der über 15-Jährigen (%)[11] BIP pro Kopf, real ($ in KKP)[11] BIP/Kopf in Relation zu nationalem BIP/Kopf (%)[11]
Alicante 1 26 23.787 77,6
Barcelona 8,6 20 43.858 143,1
Bilbao 2,2 17,4 37.808 123,4
Cordoba 0,8 33,6 22.170 72,3
Coruna 0,9 20 27.657 90,2
Donostia - San Sebastian 0,7 14,3 39.899 130,2
Elche/Elx 0,5 26 25.788 84,1
Gijon 0,6 21,1 25.478 83,1
Granada 1,2 35,9 23.208 75,7
Las Palmas 1,3 34,1 25.299 82,5
Madrid 13,9 19 42.102 137,3
Malaga 1,8 32,6 22.983 75
Marbella 0,6 32,6 23.426 76,4
Murcia 1,3 26,6 25.881 84,4
Oviedo 0,7 21,1 28.114 91,7
Palma de Mallorca 1,4 20 35.005 114,2
Pamplona 0,8 15,7 38.629 126
Santa Cruz de Tenerife 1,1 30,1 27.335 89,2
Santander 0,8 19,4 28.189 92
Saragossa 1,6 20,8 34.712 113,3
Sevilla 3,3 32,8 25.148 82
Valencia 3,6 25,4 28.637 93,4
Valladolid 0,9 18,1 31.338 102,2
Vigo 1,2 24,7 25.685 83,8
Vitoria 0,6 17,2 47.698 155,6
Quelle: OECD, CITIES (2014)[12]
Die Karte zeigt die Armutsgefährdungsquoten in Spanien. Die höchste Armutsgefährdung findet man in Galicien und Asturien. Die niedrigsten Armutsgefährdungsquoten weisen Estremadura, Kastilien-La Mancha, Murcia und die Valencianische Gemeinschaft auf.
Armutsgefährdung in Spanien nach Regionen im Jahr 2017, Quelle: Eurostat, EU-SILC[10]

Die Daten der Tabelle beziehen sich auf das Jahr 2014 und zeigen die Unterschiede der Arbeitslosigkeit der über 15-Jährigen und die Unterschiede des BIP pro Kopf in den Städten Spaniens. Barcelona, Bilbao, Donostia - San Sebastian, Madrid, Palma de Mallorca, Pamplona, Saragossa, Valladolid und Vitoria haben überdurchschnittlich hohes Einkommen im Vergleich zum Wert für ganz Spanien. Cordoba, Malaga, Granada und Alicante gehören zu den Städten, die im Vergleich zum nationalen BIP/Kopf das niedrigste BIP/Kopf aufweisen. Die Städte mit dem höchsten BIP/Kopf weisen meist auch die niedrigsten Arbeitslosenquoten auf, während die Städte mit dem niedrigsten BIP/Kopf meist die höchsten Arbeitslosenquoten aufweisen.[11]

Regionale Armutsgefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Norden gelegenen Regionen Galicien und Asturien sind jene mit dem höchsten armutsgefährdeten Anteil der Bevölkerung (38% - 44%). Die niedrigste Armutsgefährdung wird in der Valencianischen Gemeinschaft, Murcia, Kastilien-La Mancha und Estremadura gemessen (14% - 20%). Madrid und Katalonien weisen eine Armutsgefährdungsquote von 20% - 32% auf.[8]

Geschlechterungleichheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einkommensquintilverhältnisse in Spanien aufgeschlüsselt nach Geschlecht nach EU-SILC (2004–2017)[5]

Einkommensquintilverhältnis (S80/S20) nach Geschlecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einkommensquintilverhältnis gibt das Verhältnis des Gesamteinkommens von den 20% der Männer bzw. Frauen mit dem höchsten Einkommen (oberstes Quintil) zum Gesamteinkommen der 20% der Männer bzw. Frauen mit dem niedrigsten Einkommen (unterstes Quintil) an. Im Zeitverlauf steigt sowohl das Einkommensquintilverhältnis für Männer, als auch für Frauen. Im Jahr 2013 sind beide Zeitreihen kurzfristig gesunken, bevor sie danach einen uneinheitlichen Verlauf annahmen. Die letzte Beobachtung im Jahr 2017 zeigt, dass das Einkommensquintilverhältnis der Männer höher ist, als das der Frauen.[5]

Gender-Pay-Gap in Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung des Gender-Pay-Gap im Privaten Sektor nach EU-SILC (2007–2017)[5]

Die Entwicklung des Gender-Pay-Gap in Spanien anhand der EU-SILC Daten für den privaten Sektor zeigt (ebenso wie der EU-27 Schnitt) einen negativen Trend, wobei die spanische geschlechtsspezifische Lohnlücke stärker um diesen Abwärtstrend schwankt. 2017 lag der GPG bei 15%, was bedeutet, dass Spanier im Durchschnitt um 15% mehr verdienen als Spanierinnen.[5]

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 20. Jahrhundert war Spanien durch den Wechsel von einer Diktatur zu einer Demokratie geprägt. Bezogen auf Ungleichheitsindikatoren fällt Spanien unter den EU-Mitgliedsländern auf die hinteren Ränge, unter anderem bedingt durch den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem. Innerhalb der EU hat Spanien die fünftgrößte Anzahl an Bewohnern und auch das fünftgrößte Bruttosozialprodukt, wenn man aber das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kaufkraftparitäten betrachtet, erkennt man, dass es mit 92 Punkten unter dem EU-27 Durchschnitt von 100 Punkten liegt.[12] Die Ungleichheit selbst hat sich seit dem Ende der Diktatur 1975 bis ins Jahr 2018 tendenziell reduziert, in Krisenzeiten kehrte sich diese Tendenz allerdings um. Mitte der 1990er Jahre verfiel Spanien in eine Rezession. Der bis dahin stetig sinkende Gini-Koeffizient stieg ab diesem Zeitpunkt wieder an. Nach einer darauffolgenden Phase, in der der Gini-Koeffizient wieder sank, veränderte sich der Einkommensungleichheitsindikator ab dem Beginn der Weltfinanzkrise 2007 abermals und zeigte eine steigende Ungleichheit auf.[1]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der spanische Arbeitsmarkt wird in der Literatur als dualer Arbeitsmarkt bezeichnet. Darunter versteht man, dass es auf der einen Seite Beschäftigung ohne Befristung gibt, die einen sehr hohen Arbeiterschutz genießen und dass es auf der anderen Seite Beschäftigung gibt, die durch auf kurze Zeit befristete, prekäre Arbeitsverhältnisse gekennzeichnet sind. Vor allem jüngere Personen sind zunächst in temporären Beschäftigungsverhältnissen tätig.[13] Aufgrund des dualen Arbeitsmarktes ist in Spanien eine relative hohe Lohnungleichheit gegeben. Diese Ungleichheit hat sich zwischen 1995 und 2002 verringert. Dies ist auf ein starkes reales Wachstum zurückzuführen, welches niedrigere Lohnsegmente stärker positiv beeinflusst hat als das der höheren.[14]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bildungssystem ist in Anbetracht der Einkommensungleichheit ein entscheidender Faktor. In Spanien ist dabei zum Einen die Bildungsreform von 1990 (General Law of the Education System) zu erwähnen, in der das schulpflichtige Alter von 14 auf 16 Jahre angehoben wurde. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Anzahl der Bildungsabschlüsse stark angestiegen, vor allem im sekundären und tertiären Bereich sind mehr Bildungsabschlüsse zu verzeichnen.[1]

Ein weiteres Charakteristikum des spanischen Bildungssystems sind hohe Durchfallquoten bei universitären Eignungsprüfungen. Als Folge dessen resultiert eine komprimierte stark qualifizierte obere Bildungsschicht. Zugleich gibt es einen großen Teil der Bevölkerung, dem weniger hohe Bildung zukommt, wodurch eine breite Bevölkerungsschicht in einen niedrigen Lohnsektor fällt.[1] Dies deutet auf eine stark ausgeprägte Einkommensungleichheit hin. Dem entgegen steht eine eher geringe intergenerationelle Bildungspersistenz in Spanien, das Bildungsniveau der Eltern schlägt sich also nicht sehr stark auf das Bildungsniveau der Nachkommen nieder. Daraus resultiert ein geringerer Effekt auf die Einkommensungleichheit als in anderen europäischen Ländern.[15]

Öffentliche Soziale Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das aktuelle spanische Sozialsystem gibt es historisch gesehen noch nicht so lange wie das anderer europäischer Länder und hat seine Ursprünge im Jahre 1980. Zwar bestand schon während der letzten Jahre der Diktatur vor 1980 eine Art Sozialsystem, aber erst durch den Übergang zu einer Demokratie wurde es stärker ausgebaut. Federführend war in den ersten Jahren des Transformationsprozesses die sozialistische Regierungsspitze. 2008 gab der spanische Staat 13,8% des Bruttoinlandsprodukts für die soziale Absicherung der Bevölkerung aus und lag damit unterhalb des EU-27 Schnittes von 17,6% des BIPs.[16]

Weltwirtschaftskrise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Weltwirtschaftskrise wurden die strukturellen Probleme im Bildungssystem ersichtlich. Als Folge der Krise hatten über eine Million Personen zwischen 16 und 24 Jahren in Spanien keine Beschäftigung. Unter den arbeitslosen Jugendlichen gab es eine hohe Rate an Schulabbrechern. Zudem ist es auch für gut ausgebildete junge Personen mangels Arbeitserfahrung schwierig in den Arbeitsmarkt einzutreten.[17]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2007 lag die Arbeitslosenquote auf einem historischen Minimum von 6% bei Männern und 10% bei Frauen. Die Krise erfolgte in zwei negativen Schocks am Arbeitsmarkt. Der erste in 2007 am Häusermarkt und der zweite 2008 am Finanzmarkt. Aufgrund beider Schocks erhöhte sich die Arbeitslosenquote. Schwer getroffen von der Krise waren jene Personen, die zuvor noch nicht am Arbeitsmarkt tätig waren und kurz davor standen einzutreten. Daraus resultierte nach der Wirtschaftskrise eine erhöhte Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, die deutlich über dem EU-Durchschnitt lag.[18]

Durch die Krise sank die Anzahl an Beschäftigten im Bausektor, der vorwiegend junge Individuen anstellt. Es waren 2010 weniger männliche Individuen zwischen 16 und 30 angestellt als vor der Krise. Zudem traf die Krise vor allem Beschäftigte im Niedriglohn-Sektor, also Individuen, die auch vor der Krise bereits stark negative von Einkommensungleichheit betroffen waren.[18] Es ist daraus zu schließen, dass die Krise die Ungleichheit durch Veränderungen am Arbeitsmarkt verstärkt hat, da spezielle Gruppen getroffen wurden und sich nach der Krise nur leicht bis kaum erholt hatten.

Literaturverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jordi Bacaria, Josep M. Coll, Elena Sánchez-Montijano: The Labour Market in Spain: Problems, Challanges and Future Trends. social inclusion monitor, 1. September 2015, abgerufen am 18. Januar 2019 (englisch)
  • Tomas Hellebrandt: Income Inequality Developments in the Great Recession. Hrsg.: SOEP – The German Socio-Economic Panel Study at DIW Berlin. 2014.
  • Ana Suarez Alvarez, Ana Jesus Lopez Menendezez: Inequality of opportunity and income inequality in Spain: An analysis over time. Hrsg.: Society for the Study of Economic Inequality. Dezember 2016.
  • Marta Pascual Sáez, Noelia González-Prieto, David Cantarero-Prieto: Is Over-Education a Problem in Spain? Empirical Evidence Based on the EU-SILC. In: Social Indicators Research. Band 126, Nr. 2, 1. März 2016, ISSN 1573-0921, S. 617–632, doi:10.1007/s11205-015-0916-7.
  • Josep Pijoan-Mas, Virginia Sánchez-Marcos: Spain is different: Falling trends of inequality. In: Review of Economic Dynamics (= Special issue: Cross-Sectional Facts for Macroeconomists). Band 13, Nr. 1, 1. Januar 2010, ISSN 1094-2025, S. 154–178, doi:10.1016/j.red.2009.10.002 (sciencedirect.com [abgerufen am 19. Januar 2019]).
  • Sara Torregrosa-Hetland: STICKY INCOME INEQUALITY IN THE SPANISH TRANSITION (1973-1990)*. In: Revista de Historia Economica – Journal of Iberian and Latin American Economic History. Band 34, Nr. 1, März 2016, ISSN 0212-6109, S. 39–80, doi:10.1017/S0212610915000208 (cambridge.org [abgerufen am 19. Januar 2019]).
  • B. Mitchell, E. Haigis, B. Steinmann, R. Gitzelmann: Reversal of UDP-galactose 4-epimerase deficiency of human leukocytes in culture. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. Band 72, Nr. 12, Dezember 1975, ISSN 0027-8424, S. 5026–5030.
  • J. A. McHard, J. D. Winefordner, J. A. Attaway: A new hydrolysis procedure for preparation of orange juice for trace element analysis by atomic absorption spectrometry. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. Band 24, Nr. 1, 1976-1, ISSN 0021-8561, S. 41–45, PMID 1435 (nih.gov [abgerufen am 19. Januar 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Ada Ferrer-i-carbonell, Xavier Ramos, Monica Oviedo: GINI Country Report: Growing Inequalities and their Impacts in Spain. Hrsg.: AIAS, Amsterdam Institute for Advanced Labour Studies. Amsterdam 1. April 2013 (Online [PDF]).
  2. a b c d Gini-Koeffizient des verfügbaren Äquivalenzeinkommens (Quelle: SILC) (ilc_di12). Eurostat, abgerufen am 6. Mai 2019.
  3. a b c d e Durchschnittliches und Median-Einkommen nach Alter und Geschlecht - EU-SILC Erhebung (icl_di03). Eurostat, abgerufen am 19. Januar 2019.
  4. a b OECD Income Distribution Database (IDD). In: https://data.oecd.org/. OECD, abgerufen am 6. Mai 2019 (englisch).
  5. a b c d e f S80/S20 Einkommensquintilverhältnis nach Geschlecht und nach Altersklassen - EU-SILC Erhebung (icl_di11). Eurostat, abgerufen am 6. Mai 2019.
  6. S80/S20 Einkommensquintilverhältnis nach Geschlecht. Abgerufen am 6. Mai 2019.
  7. a b c Einkommensverteilung nach Quantilen - EU-SILC Erhebung (ilc_di01). Eurostat, abgerufen am 6. Mai 2019.
  8. a b c d Quote der von Armut bedrohten Personen nach Armutsgefährdungsgrenze, Alter und Geschlecht - EU-SILC Erhebung (ilc_li02). Eurostat, abgerufen am 19. Januar 2019.
  9. Armutsgefährdungsquote (EU-SILC). Destatis Statistisches Bundesamt, abgerufen am 21. Januar 2019.
  10. a b c Regionale Einkommensverteilung - EU-SILC Erhebung (icl_di11). In: Eurostat. Eurostat, abgerufen am 9. Mai 2019.
  11. a b c d e Metropolitan areas. In: OECD. OECD, abgerufen am 9. Mai 2019.
  12. a b BIP pro Kopf in KKS. Eurostat, 1. Juni 2018, abgerufen am 18. Januar 2019.
  13. J. Ignacio García-Pérez and Fernando Muñoz-Bullón: Transitions into Permanent Employment in Spain: An Empirical Analysis for Young Workersbjir_750 103..1. Hrsg.: British Journal of Industrial Relations. 1. März 2011, S. 103–143.
  14. Lacuesta, A. und Izquierdo, M.: The contribution of changes in employment composition and relative returns to the evolution of wage inequality: the case of Spain. Hrsg.: Journal of Population Economics. S. 511- 543.
  15. Schuetz, G.; Ursprung, H.W. und Woessmann, L.: Education policy and equality of opportunity. Hrsg.: Kyklos. S. 279 - 308.
  16. Ausgaben des Staates nach Aufgabenbereichen. Eurostat, 3. September 2018, abgerufen am 18. Januar 2019 (englisch).
  17. Bacaria, J.; Coll, J.; und Sanchez-Montijano,: The Labour Market in Spain: Problems, Challenges and Future Trends. Social Inclusion Monitor, 1. September 2015, abgerufen am 18. Januar 2019 (englisch).
  18. a b Malo, M.A.: Labour Market Measures in Spain 2008-13: Crisis and Beyond. Hrsg.: International Labour Office Research Dept. 2015, ISBN 978-92-2129778-9.