Einsamkeit

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Ernst Barlach, Der Einsame, 1911, Skulptur aus Eichenholz, Ernst Barlach Haus, Hamburg

Der Begriff Einsamkeit bezeichnet im Sprachgebrauch der Gegenwart vor allem eine wahrgenommene Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlich vorhandenen sozialen Beziehungen eines Menschen. Es handelt sich dabei um das subjektive Gefühl, dass die vorhandenen sozialen Beziehungen und Kontakte nicht die gewünschte Qualität haben.

Von dem Begriff Einsamkeit wird zumeist der Begriff soziale Isolation abgegrenzt, worunter man den objektiven Zustand des Alleinseins versteht.[1] Einsamkeit und soziale Isolation sind zwar korreliert, aber nicht dasselbe: Viele Menschen sind gerne alleine, ohne darunter zu leiden. Umgekehrt gibt es aber auch Menschen, die sich einsam fühlen, obwohl sie von außen betrachtet in ein großes soziales Netzwerk eingebunden sind.

Der Begriff Einsamkeit ist zumeist negativ konnotiert (im Sinne einer Normabweichung oder eines Mangels), mitunter ist er aber (und zwar stärker als der englischsprachige Begriff loneliness) auch positiv konnotiert, beispielsweise im Sinne einer geistigen Erholungsstrategie, die Gedanken ordnen oder Kreativität entwickeln bzw. fördern kann.

Der sprichwörtlich einsame Ort namens Solitüde zur Winterzeit. Er wurde nach dem französischen Wort für Einsamkeit benannt.

Einsamkeit ist auch ein Sammelbegriff für besonders dünn besiedelte und meist abgelegene Gegenden.[2]

Begriffsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Odo Marquard ist der Begriff „Einsamkeit“ im Mittelalter entstanden. Ursprünglich stellte er eine Übersetzung des lateinischen Begriffs unio im Sinne der unio mystica dar. Damit bezeichnete Meister Eckhardt (ca. 1260–1328) die mystische Vereinigung des Menschen mit Gott: „Ihre Einsamkeit war ihr Eins-sein als intensivste Form ihrer Kommunikation.“

Marquards Sicht wird dadurch bestätigt, dass christliche Mystiker Jesus Christus oft (für Menschen des 21. Jahrhunderts schwer nachvollziehbar) als einsamen Menschen beschreiben. Beispielsweise schrieb Maria Valtorta (1897–1961) über ihn: „Die tiefen und liebreichen Lehren und Gespräche Christi, Seine einsamen Ergießungen, Seine Gebete zum Vater und Sein Einswerden mit diesem in der Stille der Nächte oder der Tiefe der Haine, in die Christus sich zurückzog, um den Trost der Vereinigung mit Seinem Vater zu suchen – Er, der Große Einsame, der Große Unbekannte und Unverstandene.“

Ähnlich argumentierte noch Leo Tolstoi:

  • „Je einsamer jemand ist, desto deutlicher hört er die Stimme Gottes.“[3]
  • „Ein zeitweiliger Rückzug von allen Dingen des Lebens und Nachdenkens über das Göttliche ist für deine Seele eine ebenso notwendige Nahrung, wie es die materielle Nahrung für deinen Körper ist.“[4]
  • „Auf der höchsten Bewußtseinsstufe ist der Mensch allein. Eine solche Einsamkeit kann sonderbar, ungewöhnlich, ja auch schwierig erscheinen. Törichte Menschen versuchen, sie durch die verschiedensten Ablenkungen zu vermeiden, um von diesem erhabenen zu einem niedriger gelegenen Ort zu entkommen. Weise dagegen verharren mit Hilfe des Gebetes auf diesem Gipfelpunkt.“[5]

Der ursprüngliche Sinn des Wortes Einsamkeit ging Marquard zufolge bis zum 18. Jahrhundert verloren. „‚Einsamkeit‘ wurde schnell zur Bezeichnung jener ‚Abgeschiedenheit‘ von den anderen, die zum mystischen Gotteserlebnis gehört. Wo späterhin Gott aus dem Spiel geriet, war der Mensch dann nur noch abgeschieden, nur noch allein mit sich selber: eben im heutigen Wortsinne ‚einsam‘“. Im Sinne der Mentalität, der zufolge „Einsamkeit“ ausschließlich negativ bewertet werden müsse, sei (so Marquard) der einsame Mensch jemand, der „der heutigen Verpflichtung zur totalen Geselligkeit“ nicht nachkommen könne oder wolle.[6]

Allerdings sei dem Kasseler Soziologen Janosch Schobin zufolge der Begriff Einsamkeit im 18. und 19. Jahrhundert positiver konnotiert gewesen als der Begriff Alleinsein. Das belege beispielhaft das Wort mutterseelenallein. Seit dem 20. Jahrhundert hingegen sei der Begriff Alleinsein deutlich positiver konnotiert als der Begriff Einsamkeit.[7]

Matthias Horx und Oona Horx-Stratern bestätigen, dass Gott früher bei Gläubigen eine „Leerstelle“ gefüllt habe (und dies für Gläubige heute noch tue). Gott sei der, „der immer da ist“, und zwar auch dann, wenn andere Menschen abwesend seien, „als Tröster und ständige Präsenz“. In der modernen Welt verschwinde Gott als wahrnehmende Instanz. Dadurch werde der Nicht-Gläubige einsam im aktuellen Begriffsverständnis, wenn er unfreiwillig allein sei.[8]

Oft wird kritisiert, dass die deutsche Sprache weniger exakt sei als die englische. So werde im Englischen zwischen loneliness, lonesomeness und solitude unterschieden. Für alle drei Begriffe werde die deutsche Übersetzung „Einsamkeit“ verwendet. Solitude bezeichnet im Englischen eine positiv bewertete Einsamkeit, die durch Freiheits- und Autonomieerlebnisse, vor allem in und mit der Natur, gekennzeichnet ist. Die negativen Aspekte der Einsamkeit hingegen werden als loneliness bzw. lonesomeness bezeichnet. Von loneliness ist im Falle der Abwesenheit von Angehörigen und Freunden die Rede, während lonesomeness die Traurigkeit des Einsamen bezeichnet.[9]

Arten von Einsamkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maike Luhmann und Susanne Brücker unterscheiden zwischen

  • der emotionalen Einsamkeit (auch intime Einsamkeit genannt), die sich auf den Mangel einer sehr engen, intimen Beziehung bezieht, wie sie zum Beispiel in Paarbeziehungen zu finden ist;
  • der sozialen Einsamkeit (auch relationale Einsamkeit genannt), wie ein Mangel an Freundschaften und weiteren persönlichen Beziehungen genannt wird, und
  • der kollektiven Einsamkeit, die das Gefühl der fehlenden Zugehörigkeit zu einer größeren Gemeinschaft oder zur Gesellschaft bezeichnet.[10]

Janosch Schobin zufolge kommen alle drei Arten der Einsamkeit nur selten bei einem Individuum gleichzeitig vor; am ehesten geschehe das bei Strafgefangenen.

Richard Sennett unterscheidet drei Arten von Einsamkeit im Hinblick auf ihre Bedeutung für den Staat und die Gesellschaft:

  • Die Einsamkeit der Isolation, der Anomie ist vom Staat aufgezwungen. An dieser Art der Einsamkeit leiden vor allem Strafgefangene, Heimbewohner in Pandemiezeiten mit monatelangen rigorosen Besuchseinschränkungen, in Quarantäne Gehaltene usw.
  • Die Einsamkeit des Träumers, der Rebellion. Vor der Aufmüpfigkeit des Non-Konformisten fürchten sich Sennett zufolge Mächtige.
  • Die dritte Einsamkeit berührt nicht die Interessenssphäre Mächtiger. Sie ist „das Gespür, unter vielen einer zu sein, ein inneres Leben zu haben, das mehr ist als eine Spiegelung der Leben der anderen. Es ist die Einsamkeit der Differenz.“[11]

Messung und Verbreitung von Einsamkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsamkeit ist ein subjektives Erleben, das in der Forschung über standardisierte Fragebögen sowie mit Einzelitems erfasst wird. National und international wird am häufigsten die UCLA Loneliness Scale[12][13] eingesetzt, die auch in deutschsprachiger Version vorliegt.[14] Im Rahmen des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), einer bevölkerungsrepräsenativen Langzeitbefragung in Deutschland, wurde Einsamkeit in den Jahren 2013 und 2017 erfasst mit den drei Fragen „Wie oft haben Sie das Gefühl, dass Ihnen die Gesellschaft anderer fehlt?“, „Wie oft haben Sie das Gefühl, außen vor zu sein?“ und „Wie oft haben Sie das Gefühl, dass Sie sozial isoliert sind?“. Die Antwortskala ist fünfstufig von 1 (sehr oft) bis 5 (nie).[15] Menschen, die die Fragen mit „sehr oft“ oder „oft“ beantworten, werden als einsam eingeordnet.

Im Jahr 2017 zeigten die SOEP-Daten, dass rund 10 % der Bevölkerung in Deutschland sich einsam fühlen.[15] Dabei waren fehlende Erwerbstätigkeit und direkter Migrationshintergrund Prädiktoren für erhöhte Einsamkeit.

Entgegen populärer Annahmen, ist es nicht so, dass die Einsamkeit in Deutschland ständig steigt.[14][15] Ebenso ist es ein Mythos, dass die Nutzung digitaler Medien zur Vereinsamung führt. Meta-Analysen zeigen, dass zwischen Internet-Nutzung und Einsamkeit kein systematischer Zusammenhang besteht.[16] Denn je nach individueller Konstellation kann Internetnutzung sowohl die Einsamkeit steigern (z. B. wenn man online isoliert und gemobbt wird), als auch die Einsamkeit lindern (z. B. wenn man online Gemeinschaften, Freundschaften und Partnerschaften findet) oder auch die Einsamkeit unbeeinflusst lassen.[17][18][19]

Einsamkeit als Problem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überwiegend wird Einsamkeit als ein unangenehmes Gefühl beschrieben, das vor allem bei Menschen entstehe, die sich als unfreiwillig allein und unverstanden empfinden.[20] Matthias Horx und Oona Horx-Stratern widersprechen jedoch dieser Auffassung: „Einsamkeit ist […] ein Erleben von Bezugslosigkeit. Ein Zustand, der Gefühle gerade verhindert.“[21]

Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird Einsamkeit vor allem als „depressives und neurotisches Verhalten“, als Ausdruck einer „Sinnkrise und innere[r] Leere“, einer „fortschreitende[n] Wertauflösung“ und der „Haltlosigkeit des Individuums innerhalb einer anonymen Waren- und Konsumgesellschaft“ interpretiert.[22]

Jürgen Margraf hält die Reduktion sozialer Kontakte eines Menschen bis hin zu seiner Vereinsamung generell für problematisch: „[W]ir sind soziale Wesen. Als Menschen haben wir uns historisch in kleinen Verbänden entwickelt mit einigen Dutzend Individuen. Dieses Umfeld ist für uns überlebensrelevant gewesen, evolutionär sind wir keine Einzelgänger. Wir brauchen diese Kontakte. Menschen, die isoliert sind, fühlen sich schnell abgeschnitten und einsam und damit auch ängstlich und depressiv.“[23]

Sozialpsychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch David Riesmans 1950 erschienenes Buch The Lonely Crowd wurde die Einsamkeit des Menschen in den modernen Massengesellschaften zum feststehenden Topos.

Riesman zufolge entsteht Einsamkeit vor allem in Gesellschaften, deren Mitglieder mehrheitlich dem „außengeleiteten Charakter“ angehören. Dieser orientiert sich in seinem Handeln an Konventionen, an dem, was in seinem Umfeld „üblich“ ist, unabhängig von der Frage, ob das „Übliche“ seinen eigentlichen Bedürfnissen entspricht. „Einsamkeit“ entsteht demnach aus der Differenz zwischen den tatsächlichen Bedürfnissen, die ein Individuum hat, einerseits und andererseits den Bedürfnissen, die das betreffende Individuum seinem gesellschaftlichen Umfeld zufolge angeblich hat und die zu haben ihm zugestanden werden.

Ulrich Schneider erklärt die Zunahme einsamer Menschen in der Gegenwartsgesellschaft folgendermaßen: „Wir erleben eine Welle der Individualisierung, es gibt immer mehr Single-Haushalte. Familienplanung steht der Karriere [im Weg], der Umzug für einen Job in eine andere Stadt ist heute schon fast obligatorisch. Familie und Nachbarschaft spielen nicht mehr die große Rolle und bleiben oft auf der Strecke. Die Folgen merken viele, wenn es zu spät ist.“[24]

Wichard Puls (siehe Literatur) zeichnet in seiner Arbeit den Verursachungsprozess einer nicht vom Staat und/oder der Gesellschaft beabsichtigten sozialen Isolation nach. Er versteht unter Einsamkeit das subjektive Innewerden sozialer Isolation. Für ihn stellen Einsamkeitsgefühle die Vorstufe zu Depression und negativen Bewältigungsstrategien wie Alkoholismus dar; zudem wirken sie in einer Rückkopplungsbeziehung verstärkend auf solche Faktoren ein, die die soziale Isolation (als Vorstufe zur Einsamkeit) weiter verfestigen.

In seiner Schrift Das Unbehagen in der Kultur zeigte Sigmund Freud 1930 Verständnis für den Rückzug von Menschen in die „gewollte Vereinsamung“: „Gewollte Vereinsamung, Fernhaltung von den anderen ist der nächstliegende Schutz gegen das Leid, das einem aus menschlichen Beziehungen erwachsen kann. Man versteht: das Glück, das man auf diesem Weg erreichen kann, ist das der Ruhe. Gegen die gefürchtete Außenwelt kann man sich nicht anders als durch irgendeine Art der Abwendung verteidigen, wenn man diese Aufgabe für sich allein lösen will.“[25]

Wirkung von machtgestützten Kontaktunterbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit längerer Zeit sind die negativen Auswirkungen einer erzwungenen Isolierung von Strafgefangen (der „Isolationshaft“) bekannt. Stefan Zweig beschreibt in seiner 1938 bis 1941 verfassten Schachnovelle den Versuch eines völlig von der Außenwelt abgeschnitten „Dr. B“, sich den Wirkungen der Isolationsfolter der Nationalsozialisten zu entziehen, durch die er zur Preisgabe geheimer Informationen an die Gestapo gezwungen werden soll. Die Isolation ohne vorhersehbares Ende traumatisiert „Dr. B“ nachhaltig.

Bei welchen sozialen Gruppen und Persönlichkeitstypen es einen Zusammenhang zwischen der Strategie der Räumlichen Distanzierung bei Pandemien, fälschlich oft als social distancing bezeichnet, und der Zunahme der Zahl sich einsam fühlender Menschen gibt, ist Gegenstand neuerer Forschungen.[26][27][28]

Bei der Übertragung von Erkenntnissen, die anhand der Beobachtung Inhaftierter gewonnen wurden, auf Menschen, die einem pandemiebedingten Kontaktverbot unterliegen, ist allerdings zu berücksichtigen, dass räumliche Distanzgebote nicht ein Verbot jeglicher Kontaktaufnahme implizieren. Bei einem angeordneten Mindest-Abstandsgebot besteht die Möglichkeit zu Gesprächen über die Straße oder den Gartenzaun hinweg. Sogar Menschen in einer amtlich verfügten Quarantäne haben die Möglichkeit, mit der Außenwelt per Telefon oder Internet Kontakt zu halten.

Selbstisolierung und Ausgrenzung durch die Gesellschaft als Massenphänomen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sich vollständig freiwillig von der Gesellschaft abzukapseln bzw. unfreiwillig ausgegrenzt zu werden ist in den letzten Jahren in Japan zu einem weit verbreiteten Phänomen geworden, besonders unter Jugendlichen, die sich vom rigorosen Schulsystem (Wettbewerbsdruck), dem enormen Gruppenzwang und dem damit teilweise einhergehenden Mobbing überfordert fühlen. → Hikikomori.

Medizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klassifikation nach ICD-10
Z60.2 Alleinlebende Person
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Laut ICD-10 gehört Alleinleben allgemein zu den möglichen Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen können, konkreter werden alleinlebende Personen als Personen mit potentiellen Gesundheitsrisiken aufgrund sozioökonomischer oder psychosozialer Umstände unter dem Schlüssel Z60.2 klassifiziert.

Beim geriatrischen Basisassessment werden in der Altersmedizin die sozialen Beziehungen einer Person erfragt, weil es bisher zwar keinen eindeutig nachweisbaren Ursachen-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Einsamkeit und einzelnen Krankheitsverläufen gibt, jedoch deren Kenntnis zumindest für die Therapieplanung wichtig sein kann. Ob eine enge Beziehung zwischen dem Gefühl der Einsamkeit und einer Alzheimer-Demenz besteht oder nicht, ist nicht eindeutig geklärt. Dazu beobachteten von 2002 an amerikanische Forscher 823 ältere Menschen aus Seniorenheimen in Chicago und Umgebung über einen Zeitraum von vier Jahren. Anfangs war keine der beteiligten Personen an einer Alzheimer-Demenz erkrankt. In der Verlaufsbeobachtung kam es bei denjenigen, die sich einsam fühlten, wesentlich rascher zu einem geistigen Abbau als bei den sozial Aktiveren.

Das Deutsche Ärzteblatt bewertet Einsamkeit als gefährlich: Einsamkeit sei „gleichbedeutend mit permanentem Stress. Im Vergleich zu nicht einsamen Menschen schlafen einsame schlechter und können sich weniger gut erholen. Sie ernähren sich außerdem ungesünder, konsumieren mehr Alkohol und Zigaretten und bewegen sich weniger. Darüber hinaus leiden sie häufiger unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen, klagen über ein verringertes Wohlbefinden und über eine schlechte Lebensqualität, haben ein geschwächtes Immunsystem, mehr Suizidgedanken und sterben früher.“[29]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großbritannien wurde 2018 ein Regierungsposten (eine cross-government group) unter Federführung des „Ministeriums für Sport und Zivilgesellschaft“ (Ministery for Sport and Civil Society) zur Bekämpfung der Einsamkeit eingerichtet[30]. Als Reaktion hierauf forderte in Deutschland der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach „mehr Einsatz im Kampf gegen das Alleinsein.“ Die Einsamkeit in der Lebensphase über 60 erhöhe die Sterblichkeit so sehr wie starkes Rauchen. Einsame Menschen stürben früher und erkrankten häufiger an Demenz als der Durchschnitt Gleichaltriger. Es müsse Lauterbach zufolge für das Thema Einsamkeit einen Verantwortlichen geben, bevorzugt im Bundes-Gesundheitsministerium, der den Kampf gegen die Einsamkeit koordiniere.[31]

Allerdings waren in Deutschland im März 2018 nur Anhänger der Linken und der AfD mehrheitlich der Meinung, dass sich die Politik um das Thema „Einsamkeit“ kümmern solle.[32]

In dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode des Deutschen Bundestags (2017–2021) verpflichtet sich die deutsche Bundesregierung, Strategien und Konzepte zur Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit zu entwickeln: „Gesellschaft und Demokratie leben von Gemeinschaft. Familiäre Bindung und ein stabiles Netz mit vielfältigen sozialen Kontakten fördern das individuelle Wohlergehen und verhindern Einsamkeit. Angesichts einer zunehmend individualisierten, mobilen und digitalen Gesellschaft werden wir Strategien und Konzepte entwickeln, die Einsamkeit in allen Altersgruppen vorbeugen und Vereinsamung bekämpfen.“[33]

Während der COVID-19-Pandemie in Deutschland geriet der „Kampf gegen die Einsamkeit“ in einen Zielkonflikt mit dem Streben, Ältere und Vorerkrankte davor zu schützen, schwer an COVID-19 zu erkranken, womöglich sogar zu versterben. Zu diesem Zweck kam es zu rigorosen Kontaktsperren zwischen Senioren und Menschen mit Behinderung, die in Heimen leben, einerseits und Personen, die diese besuchen wollten, andererseits. Am 3. Juni 2020 bezog die „Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorengenerationen (BAGSO)“ Stellung zu den Regelungen der Länder bezüglich der Zulässigkeit von Kontakten von Heimbewohnern mit Angehörigen und anderen Besuchspersonen.[34] Hintergrund der BAGSO-Kritik war, dass mehrere Bundesländer es noch im Mai 2020 ins Ermessen der Heimbetreiber stellten, ob sie Besuche überhaupt zulassen wollten. Die BAGSO forderte, dass zur Einsamkeits-Prophylaxe „Bewohnerinnen und Bewohner wieder täglich von ihren Angehörigen bzw. anderen nahestehenden Personen besucht werden können“ sollen. Kontaktverbote zwischen engsten Familienangehörigen stellen laut BAGSO „die mit Abstand schwersten Grundrechtseingriffe in der gesamten Corona-Zeit“ dar.

Als eine unbeabsichtigte Förderung der Einsamkeit können die Vernachlässigung des Öffentlichen Personennahverkehrs und der Kommunikationsinfrastruktur durch die zuständigen Gebietskörperschaften bewertet werden, durch die die Mobilität und die Kontaktpflege weiter Teile der Bevölkerung behindert werden.[35]

Alleinsein und Einsamkeit als Chance[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Heinrich Füssli – Die Einsamkeit bei Tagesanbruch (1794–1796), Kunsthaus Zürich

Bruno Bettelheim fand durch die Beobachtung israelischer Jugendlicher, die in einem Kibbuz aufgewachsen sind,[36] heraus, dass Gruppendruck, dem man durch die ständige Anwesenheit anderer Gruppenmitglieder nicht ausweichen könne, sich hemmend auf die Kreativität der Jugendlichen auswirke: „Ich glaube, daß es für [in einem Kibbuz Aufwachsende] fast unmöglich ist, persönliche Überzeugungen zu haben, die von jenen der Gruppe abweichen, oder sich auf schöpferische Art schriftlich ausdrücken – nicht nur, weil die persönlichen Gefühle unterdrückt werden, sondern weil das Ich zerbrechen würde. Wenn das Ich im Grunde ein Gruppen-Ich ist, dann ist der Gegensatz zwischen privatem Ich und Gruppen-Ich ein selbstzerstörendes Erlebnis. Und das persönliche Ich fühlt sich zu schwach zum Überleben, wenn sein stärkster Aspekt, das Gruppen-Ich, verlorengeht.“

Das anthropologische Phänomen Einsamkeit beschäftigt die Philosophen seit der Antike. Bereits Epikur lobte die Abgeschiedenheit im Garten. Seneca und andere Stoiker bevorzugen das Wechselverhältnis zwischen dem müßigen Alleinsein und Geselligkeit (de otio et solitudine). In dieser Tradition folgen den antiken Denkern Francesco Petrarca und Michel de Montaigne (Essays, De la solitude).

Vertreter der Aufklärung propagier(t)en das Ideal des Selbstdenkens. Damit der Einzelne als „mündiger Bürger“ in der Lage ist, den in der Gesellschaft gängigen Ansichten eigene Überzeugungen entgegensetzen zu können, muss er Immanuel Kant zufolge zum eigenständigen Denken ermutigt werden, und ihm muss die Gelegenheit gegeben werden, immer wieder zurückgezogen von anderen gründlich nachdenken zu können. Kant war tatsächlich nur deshalb in der Lage, sein umfangreiches philosophisches Werk zu verfassen, weil er relativ viel Zeit allein mit seinen Studien verbrachte (ohne dabei allerdings zu „vereinsamen“).

Ambivalenz der Einsamkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der Empfindsamkeit und der Romantik betonten stärker als die Aufklärer die Wichtigkeit eines befriedigenden Gefühlslebens. Zur Melancholie neigende Empfindsame zogen sich in ihre eigene Innerlichkeit zurück und versuchten, sich so Ansprüchen ihrer Außenwelt zu entziehen, die sie als „derbe Zumutungen verständnisloser und oberflächlicher Mitmenschen“ empfanden. Gerade durch diesen Rückzug eröffnete sich aber in der Tradition des Pietismus zugleich die Möglichkeit des aufmerksamen, differenzierten In-sich-Hineinhörens im Dienste der Gewissenserforschung und der Selbstvergewisserung über das eigene Ich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dabei erwies sich das Tagebuch als ideale Kommunikationsform zur Fixierung „unerhörter“ Gedanken und Gefühle. Ein typisches Produkt der Epoche der Empfindsamkeit ist Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers.

Als einen idealen Rückzugsort empfanden Romantiker den Wald. Bereits Goethe hatte in ihm „Ruhe“ gesucht. Das Motiv der Waldeinsamkeit spielt in der Romantik eine zentrale Rolle. In der Rede von „einsamen Waldspaziergängen“ ist das Attribut „einsam“ heute noch positiv konnotiert.

Bekannte Repräsentanten der Einsamkeitsdichtung sind

Sie beschreiben Einsamkeit, Vereinsamung und extreme Melancholie. In seiner Zarathustra-Dichtung hat Nietzsche vielfach das Motiv der Einsamkeit exponiert. Aus den Einsamen seiner Zeit solle Nietzsche zufolge ein neues Volk entstehen und daraus schließlich der „Übermensch“.

Auch in Hermann Hesses Werken (zum Beispiel Demian, Siddhartha oder Der Steppenwolf) geht es oft darum, die Problematik der Gegensätzlichkeit von Einsamkeit und Gemeinsamkeit herauszukristallisieren.

Während im 19. Jahrhundert Einsamkeit in ihrer Funktion zur Herausbildung des Individuums als wichtige Aufwertung des Einzelnen gegenüber seiner in der älteren Ständegesellschaft vorherrschenden festen Rolleneinbindung gefeiert wird, relativiert sich diese Anfangseuphorie im 20. Jahrhundert, in dem Schattenseiten der zunehmenden Individualisierung immer deutlicher sichtbar wird. Die abnehmende Bindekraft einer den Einzelnen zwar einengenden, aber zugleich auch schützenden und entlastenden Gemeinschaft wird vermehrt als Problem betrachtet. Wichtige Repräsentanten dieser wachsenden Skepsis sind Werke von Heinrich Böll oder Wolfgang Borchert, in denen Kriegsheimkehrer im Mittelpunkt stehen, für die schwer zu entscheiden ist, ob nun das „Gemeinschaftserlebnis“ Krieg oder die Erfahrung von Einsamkeit und Leere bei der Heimkehr die verheerendere Wirkung auf den Menschen hat. Thomas Mann beschreibt in Doktor Faustus (1947) das Leben eines Musikers, der durch die Hingabe an seine Kunst in immer größere Distanz zu seiner Umwelt gerät und schließlich dem Wahnsinn anheimfällt. In den Vereinigten Staaten hat Paul Bowles mit Himmel über der Wüste (1949) ein für dieses Thema einschlägiges Werk vorgelegt.

John Boyne schildert 2014 in Die Geschichte der Einsamkeit einsame Priestergestalten, welche daraus eine jeweils andere Lebensgeschichte entfalten: der eine wird zum Kinderschänder an Messdienern im Irland des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Sein Freund, der ihn eigentlich nur von der Ausbildung her kennt, flüchtet sich in ein ritualisiertes, ungeistliches Leben als Lehrer und Bibliothekar, um die Augen vor der Wirklichkeit zu schließen. Die kirchliche Hierarchie kujoniert ihn, aber er steckt alles weg. Die Verdrängung führt dazu, dass er selbst die Verbrechen des Freundes nicht sehen kann. Erst die späte Erkenntnis, dass die Religion ihn in die Einsamkeit statt in die Gemeinschaft geführt hat, veranlasst ihn, sein Leben zu ändern.

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Malerei thematisierten im 19. Jahrhundert Caspar David Friedrich und Vincent van Gogh Formen der Einsamkeitserfahrung. In der Malerei des 20. Jahrhunderts nimmt vor allem das Werk Edward Hoppers einen herausragenden Rang in Bezug auf die Darstellung von Einsamkeit ein. Beherrschendes Motiv sind stets einsame, entrückte, erschöpfte Menschen, menschenleere Architektur, oft in drückend-heißer, lähmender Sommeratmosphäre, und nahezu leblose Nachtszenen. Die Darstellungen Hoppers sind durch die vollständige Abwesenheit eines kritischen oder gar anklagenden Gestus gekennzeichnet; man kann sie als sachliche, lakonische Schilderung betrachten, die darstellt, wie Menschen den Bezug zueinander verloren haben.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Musik sind es – neben Wolfgang Amadeus Mozart – vor allem Franz Schubert (Winterreise, nach Wilhelm Müller), Robert Schumann und Jean Sibelius, die sich dem Themenkomplex Einsamkeit-Melancholie zuwenden.

In der englischsprachigen Populärkultur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird in vielen Werken, besonders öffentlichkeitswirksam in massenhaft verkauften Liedern, das Elend Einsamer beschrieben. So ehrt z. B. das vielfach gecoverte Lied Eleanor Rigby von den Beatles (entstanden 1966) „all die einsamen Menschen“ (all the lonely people), die ein bemitleidenswertes Leben führen. 1968 brachte die Bluesrock-Band Canned Heat den Hit On the Road Again heraus, in dem das lyrische Ich seine Einsamkeit beklagt (I ain't going down / That long old lonesome road / All by myself).

Wege aus der als Leid empfundenen Einsamkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesundheitspsychologen haben drei Risikogruppen erkannt, die besonders von Einsamkeit bedroht sind und deshalb Aufmerksamkeit für sich beanspruchen können:

  • Mit Anfang 20 müssen viele junge Erwachsene, etwa für ein Studium oder einen Job, den Wohnort wechseln.
  • Mit Mitte 40 haben die eigenen Kinder das Haus verlassen, und Familien- und Partnerschaftsstrukturen ändern sich.
  • Die letzte potenzielle „Einsamkeitsphase“ beginnt im Seniorenalter.[37] Allerdings sind die 66 bis 75 Jahre Alten die Altersgruppe mit dem niedrigsten Anteil von Menschen, die sich einsam fühlen.[38]

Das Deutsche Ärzteblatt empfiehlt als Therapieziele und -maßnahmen zur Bekämpfung der Einsamkeit von Patienten

  • Übungen, die die Selbsterkenntnis fördern, ergänzt durch ein Training zur Stärkung des Selbstwertgefühls und durch Maßnahmen, die das Gefühl der Zugehörigkeit und Verbundenheit mit anderen erhöhen;
  • Hilfestellungen zur Umdeutung des Alleinseins: Dieses kann zum Beispiel als Chance und Entwicklungs- oder Erholungsmöglichkeit betrachtet werden und nicht als Unglück. Zum anderen wird an der Sichtweise sozialer Beziehungen gearbeitet. Dysfunktionale Kognitionen werden an der Realität überprüft und so verändert, dass ein unbefangenes, positives Interagieren mit anderen Menschen möglich wird;
  • Propagierung neuer, nicht einsamer Vorbilder;
  • Training der sozialen Kompetenz, die Reduzierung sozialer Defizite und die Erhöhung sozialer Kontakte;
  • Überwindung ungewollter Isolation durch Einsatz moderner Technologien.[39]

In vielen westlichen Industrieländern besteht eine öffentliche Debatte zum Thema Einsamkeit im Alter. Die Ergebnisse der Deutschen Alterssurvey (DEAS) 2017 weisen darauf hin, dass sich Risiken sozialer Isolation und Einsamkeit in der zweiten Lebenshälfte bei steigendem Alter verschieden entwickeln und unterschiedlich hoch sind.[40]

Das deutsche Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sieht in sehr alten Menschen eine Handlungsbedarf auslösende Risikogruppe. Über 80 Jahre alte Menschen litten demnach verstärkt unter Schicksalsschlägen, Erkrankungen, abnehmender körperlicher Mobilität, mangelnden Mobilitätsangeboten, zunehmender Altersarmut oder einem Migrationshintergrund. Betroffene bräuchten daher von der Politik geförderte Unterstützung, um aus ihrer Vereinsamung und aus sozialer Isolation herauszufinden.[41]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Einsamkeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Einsamkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Audio

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Kern: Führt Armut zu sozialer Isolation? Eine empirische Analyse mit Daten des Sozio-Ökonomischen Panels. Dissertation. Universität Trier. Juni 2002, S. 146 (152), abgerufen am 23. Juni 2020
  2. http://www.duden.de/rechtschreibung/Einsamkeit
  3. Zitiert nach Martin Tamcke: Tolstojs Religion. Eine spirituelle Biographie. Insel Verlag, Berlin 2010, S. 61 (ohne Nachweis)
  4. Zitiert nach Martin Tamcke: Tolstojs Religion. Eine spirituelle Biographie. Insel Verlag, Berlin 2010, S. 64 (ohne Nachweis)
  5. Zitiert nach Martin Tamcke: Tolstojs Religion. Eine spirituelle Biographie. Insel Verlag, Berlin 2010, S. 65 (ohne Nachweis)
  6. Odo Marquard: Plädoyer für die Einsamkeitsfähigkeit. In: einfach leben. Heft 10/2012. Thema: Die Kraft der Einsamkeit (online), abgerufen am 22. Juni 2020
  7. Angelika Mayr: Einsamkeit – die zwei Gesichter des Alleinseins. bluewin.ch. 4. April 2020, abgerufen am 6. Juli 2020
  8. Matthias Horx / Oona Horx-Stratern: Das Monster der Moderne: Einsamkeit. zukunftsinstitut.de. 2020, abgerufen am 9. Juli 2020
  9. Yvonne Preuth: Risiko Einsamkeit. Gesellschaftliche Bedingungen eines problematischen Gefühlszustandes. Technische Universität, Dortmund 2011, S. 14 f.
  10. Maike Luhmann / Susanne Brücker: Einsamkeit und soziale Isolation im hohen Alter. Projektbericht. Ruhr-Universität Bochum. 17. Januar 2019. S. 4, abgerufen am 18. Juni 2020
  11. Richard Sennett: Von der Freundschaft als Lebensweise. Michel Foucault im Gespräch. 1984, S. 27 f., zitiert nach: Eckart Goebel: Der engagierte Solitär. Die Gewinnung des Begriffs Einsamkeit aus der Phänomenolgie der Liebe im Frühwerk Jean Paul Sartres. Akademie-Verlag, 2001, S. 9.
  12. Daniel W. Russell, Letitia A. Peplau & Carolyn E. Cutrona: The revised UCLA Loneliness Scale: Concurrent and discriminant validity evidence. In: Journal of Personality and Social Psychology. Band 39, Nr. 3, 1980, S. 472–480, doi:10.1037/0022-3514.39.3.472.
  13. Daniel W. Russell: UCLA Loneliness Scale (Version 3): Reliability, Validity, and Factor Structure. In: Journal of Personality Assessment. Band 66, Nr. 1, 1996, S. 20–40, doi:10.1207/s15327752jpa6601_2.
  14. a b Nicola Döring & Jürgen Bortz: Psychometrische Einsamkeitsforschung: Deutsche Neukonstruktion der UCLA Loneliness Scale. In: Diagnostica. Band 39, Nr. 3, 1993, S. 224–239.
  15. a b c Theresa Eyerund & Anja Katrin Orth: Einsamkeit in Deutschland: Aktuelle Entwicklung und soziodemographische Zusammenhänge. IW-Report, №22. Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln 2019 (econstor.eu [PDF]).
  16. Chiungjung Huang: Internet Use and Psychological Well-Being: a Meta-analysis. In: Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking. Band 13, Nr. 3, 2010, S. 241–249, doi:10.1089/cyber.2009.0217.
  17. Nicola Döring: Einsamkeit in der "Informationsgesellschaft". In: ZUMA Nachrichten. Band 21, Nr. 40, 1997, S. 36–51 (ssoar.info).
  18. Nicola Döring: Psychische Folgen der Internetnutzung. Psychologische Risiken und Chancen der Internetnutzung. In: Der Bürger im Staat. Band 4. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2014, ISSN 0007-3121, S. 261–267 (nicola-doering.de [PDF]).
  19. Nicola Döring: Sozialkontakte online: Identitäten, Beziehungen, Gemeinschaften. In: Wolfgang Schweiger & Klaus Beck (Hrsg.): Handbuch Online-Kommunikation. 2. Auflage. Springer, Heidelberg 2019, ISBN 978-3-658-18017-1, S. 167–194.
  20. z. B. Daniela Schmidt / Thomas Jähn: Einsamkeit – ein gefährliches Gefühl. mdr.de. 24. April 2020, abgerufen am 9. Juli 2020
  21. Matthias Horx / Oona Horx-Stratern: Das Monster der Moderne: Einsamkeit. zukunftsinstitut.de. 2020, abgerufen am 9. Juli 2020
  22. Regine Claussen: Einsamkeit - Zur Begriffsgeschichte eines Gefühls. In: Semiosis. Internationale Zeitschrift für Semiotik und Ästhetik. 17. Jahrgang. 1992, Heft 1–4. S. 99 (online), abgerufen am 22. Juni 2020
  23. Soziale Isolation durch Corona: „Wir sind keine Einzelgänger.“ Interview mit Jürgen Margraf. tagesschau.de. 19. März 2020, abgerufen am 6. Juli 2020
  24. Ulrich Schneider: Einsamkeit: Ein großes Problem mit einfachen Lösungen. der-paritätische.de. 9. Januar 2020, abgerufen am 9. Juli 2020
  25. Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur. 1930. Kapitel II (online), abgerufen am 23. Juni 2020
  26. Christian Weth: Gesundheitspsychologin im Interview: „Einsamkeit ist ansteckend wie ein Virus“. weser-kurier.de. 2. April 2020, abgerufen am 19. Juni 2020
  27. Hildegard Kaulen: Psychologie der Isolation: Diese Einsamkeit im Kopf. faz.net. 30. August 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020
  28. G. Gäbel / K. Kröger: Risiken der „Stay at home“-Politik im Rahmen der COVID-19-Pandemie. Springer Link. 9. September 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020
  29. Einsamkeit – Einfluss auf den Therapieerfolg. www.aerzteblatt.de. PP 1/2012, abgerufen am 7. Juli 2020
  30. PM commits to government-wide drive to tackle loneliness. gov.uk (britische Regierung), 17. Januar 2018, abgerufen am 18. Juni 2020 (englisch).
  31. Neuer Posten vorgeschlagen – Deutsche Politik will Einsamkeit bekämpfen. n.tv.de, 19. Januar 2018, abgerufen am 18. Juni 2020.
  32. Sollte sich die Politik um Einsamkeit kümmern? [nach Parteianhängern]. de.statista.com, 23. März 2018, abgerufen am 18. Juni 2020.
  33. Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land – Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. 19. Legislaturperiode. bundesregierung.de. 12. März 2018, Zeilen 5564–5568, abgerufen am 19. Juni 2020
  34. Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO): Besuche in Pflegeheimen: Einige Bundesländer müssen dringend nachbessern. 3. Juni 2020, abgerufen am 19. Juni 2020
  35. Werner van Bebber: Einsamkeit in Brandenburg: Wenn Ödnis die Menschen zerfrisst. tagesspiegel.de. 28. Mai 2019, abgerufen am 24. Juni 2020
  36. Bruno Bettelheim: Die Kinder der Zukunft. Gemeinschaftserziehung als Weg einer neuen Pädagogik. Erstveröffentlichung 1969. dtv 2000
  37. Daniela Schmidt / Thomas Jähn: Einsamkeit – ein gefährliches Gefühl. mdr.de. 24. April 2020, abgerufen am 8. Juli 2020
  38. Angelika Wörthmüller: Einsamkeit – woher sie kommt und wie sie wieder geht. planet-wissen.de. 21. Januar 2020, abgerufen am 8. Juli 2020
  39. Einsamkeit – Einfluss auf den Therapieerfolg. www.aerzteblatt.de. PP 1/2012, abgerufen am 7. Juli 2020
  40. Oliver Huxhold, Heribert Engstler: Soziale Isolation und Einsamkeit bei Frauen und Männern im Verlauf der zweiten Lebenshälfte. In: Claudia Vogel, Markus Wettstein, Clemens Tesch-Römer (Hrsg.): Frauen und Männer in der zweiten Lebenshälfte. Älterwerden im sozialen Wandel. Band 1. Springer VS, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-25079-9, S. 71–91.
  41. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): Einsamkeit im Alter. 17. Juni 2020, abgerufen am 9. Juli 2020